Parlamentarische Anhörung in Den Haag
Urenco-Verkauf wäre „Spiel mit dem Feuer“

Almelo/Den Haag -

Ein Verkauf der Urenco-Anteile würde dem niederländischen Staatshaushalt 9 bis 12 Milliarden Euro einbringen; Fachleute haben allerdings Bedenken, ib die Regierung diesen Schritt auch vollziehen sollte.

Freitag, 06.12.2013, 09:12 Uhr

Ein Verkauf der Urenco-Anteile würde dem niederländischen Staatshaushalt 9 bis 12 Milliarden Euro einbringen; Fachleute haben allerdings Bedenken, ib die Regierung diesen Schritt auch vollziehen sollte. Das wurde gestern während einer parlamentarischen Anhörung in Den Haag deutlich.

Die Ultrazentrifugentechnik, die in den Werken im niederländischen Almelo , aber auch in Gronau, angewandt wird, gilt als hochsensibel und darf nicht weiterverbreitet werden.

Ob sich ein Verkauf finanziell lohnen würde, gilt ebenfalls als fraglich. Schließlich wirft der Betrieb der Urananreicherungsanlage in Almelo jährlich rund 90 Millionen Euro Dividende ab, die nach einem Verkauf nicht mehr fließen würden. Einige Experten regten sogar an, die angebotenen britischen Anteile zu erwerben und somit Mehrheitseigner zu werden. Die Niederlande besitzen derzeit ein Drittel der Urenco-Anteile, ein weiteres Drittel ist in Händen Großbritanniens, das dritte Drittel teilen sich die deutschen RWE und Eon.

Für den Standort Almelo sei die Urenco als Arbeitgeber wichtig, warb der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Van Marle, die Anteile zu behalten. Rund 1000 hoch qualifizierte Mitarbeiter seien dort beschäftigt. Ohne Urenco verlören die Niederlande Einfluss in der Internationalen Atomaufsicht, so einer der Experten.

Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Im Parlament herrschten aber schon vor der Anhörung Zweifel, ob der Verkauf sinnvoll ist. Die Christdemokraten sprachen gar von einem „Spiel mit dem Feuer“. Bei einem Verkauf müsste denn auch garantiert sein, dass die Käufer die vertraglichen Bedingungen rund um die Sicherheit und die Nichtverbreitung nuklearer Technik einhalten. Ob entsprechende Kontrolle ausgeübt werden kann – auch daran hatten einige der Fachleute ihre Zweifel.

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