In Gronau und Epe Spuren hinterlassen
Pfarrer Barlage mit 77 Jahren gestorben

Gronau/Epe -

Pfarrer em. Franz-Josef Barlage ist tot. Er starb am Samstag mit 77 Jahren in Borken. Die Beerdigung findet am Samstag (28. Dezember) statt. Beginn ist um 10 Uhr mit dem Seelenamt in der Kirche St. Silvester in Raesfeld-Erle.

Montag, 23.12.2013, 17:12 Uhr

Pfarrer em. Franz-Josef Barlage ist tot. Er starb am Samstag mit 77 Jahren in Borken. Die Beerdigung findet am Samstag (28. Dezember) statt. Beginn ist um 10 Uhr mit dem Seelenamt in der Kirche St. Silvester in Raesfeld-Erle. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Erler Friedhof. Zuletzt lebte Barlage in Erle, wo er 18 Jahre bis zu seiner Emeritierung an St. Silvester wirkte. Zuvor war er bis 1992 gut 20 Jahre lang Pfarrer in der Pfarrgemeinde St. Josef. Davor war der gebürtige Nordkirchener von 1964 bis 1971 Kaplan an St. Agatha Epe .

In Gronau bzw. Epe hat Barlage viele Spuren hinterlassen. Auch die beiden Redakteure Martin Borck und Klaus Wiedau erinnern sich gerne an ihn:

Martin Borck: „Damals kannte man als kleiner Steppke das Wort noch nicht; aber heute weiß ich dass Franz-Josef Barlage ein unglaubliches Charisma besaß. Als Kaplan an St. Agatha war er auch für den Religionsunterricht an der Overbergschule zuständig. Er hatte pädagogische Tricks drauf, die den großen Hummelhaufen der 4b dazu kriegte, aufmerksam zu sein: Die Unterrichtsstunde begann mit einem rhythmischen Kanon, bei dem mit den Füßen gestampft wurde. Danach war der Bewegungsdrang der Kinder für 45 Minuten gestillt, und der Unterricht konnte beginnen.

Was er damals im Einzelnen inhaltlich lehrte, weiß ich nicht mehr. Das ist schließlich weit über 40 Jahre her. Aber ich erinnere mich daran, dass der Kaplan eine unglaubliche Zugewandtheit ausstrahlte. Er behandelte uns neun- und zehnjährige Kinder nicht von oben herab, sondern mit Respekt, Offenheit und Herzlichkeit und zeigte ehrliches Interesse an jedem. Wenn er Jahre später ehemalige Schüler, die längst erwachsen waren, mal wieder traf, wusste er: „Du hast damals in der dritten Reihe rechts gesessen“. Das haben Freunde Barlages mehrfach erlebt. Und das wundert mich nicht.“

Barlage selbst hat in einem Beitrag für das Jubiläumsbuch der Overbergschule vor acht Jahren an die Zeit als Religionslehrer zurückgeblickt. „Die Schülerinnen und Schüler machten durchweg gut mit“, schrieb er da, „obwohl es auch damals einige ,Lümmel‘ und ,Quälgeister‘ gegeben hat.“

Auch in St. Josef Gronau hat Barlage nachhaltig gewirkt. Seine Arbeit dort fiel in die Zeit des Aufbruchs nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Kirche öffnete sich damals (zumindest an der einen oder anderen Stelle). Klaus Wiedau hat Anfang der 1970er Jahre mit Pfarrer Barlage als Messdiener am Altar gestanden: „Seine Predigten habe ich zwar nicht mehr dem Worte nach im Ohr, eines aber in Erinnerung: Bei aller theologischen Ausdeutung eines Themas machte Barlage immer auch seine persönliche Sicht auf die Dinge deutlich.

Manches haben wir ihm als Jugendliche der Gemeinde damals zugemutet: Dass in einem Jugendgottesdienst „Je t´aime“ vom Tonband durch die Kirche gestöhnt wurde und der eine oder andere Gläubige das Gotteshaus fluchtartig verließ – Barlage ließ uns für solche neuen und – aus unserer damaligen Sicht – revolutionären Entwicklungen Raum. Und er war zugleich ein offener, nachdenklicher und kritischer Gesprächspartner, mit dem sich – wenn es einen Anlass dafür gab – aber auch inhaltlich prima streiten ließ, ohne dass dabei dauerhafte gegenseitige Verletzungen entstanden.“

Als Barlage im Mai 1991 bekanntgab, dass er – damals 55 – noch eine neue Herausforderung suche, traf die Nachricht die Gemeinde St. Josef aus heiterem Himmel. Barlage aber war sich sicher: Ein Wechsel werde ihm gut tun, ein neuer und junger Pfarrer aber auch der Gemeinde. Dass er nicht leichten Herzens ging, daran ließ er damals keinen Zweifel. „Ich fühle mich den Menschen hier verbunden, kenne die Familien, ihre Sorgen und Schicksale“, sagte er. Und das ist vielleicht einer der Gründe, warum ihn viele bis heute nicht vergessen haben.

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