Vorbild für die grenzübergreifende Zusammenarbeit
Euregio-Preis an Frans Willeme

Gronau -

Er wäre beinahe der erste nicht-deutsche Bürgermeister einer deutschen Stadt (Nordhorn) geworden. Und damit auch wohl der erste Europäer, der in zwei Staaten die Funktion des ersten Bürgers innegehabt hätte: Frans Willeme aus Denekamp. Der Niederländer scheiterte 2011 zwar knapp an seinem Mitbewerber – dennoch zeigte allein seine Kandidatur, dass er ein Europäer aus Überzeugung ist. Am Freitag erhielt er während der Mitgliederversammlung der Euregio den „People-to-People“-Preis, den die Euregio zum sechsten Mal vergab.

Freitag, 24.01.2014, 18:01 Uhr

Willeme hat sich in zahlreichen Funktionen – unter anderem als Euregio-Präsident – um den grenzüberschreitenden Kommunalverbund verdient gemacht. „Er beschrieb die Vision eines Versorgungsgebiets, in dem die Grenze keine hemmende Wirkung mehr hat“, sagte der aktuelle Euregio-Präsident Günter Alsmeier . Dabei sei Willeme aber immer darauf bedacht gewesen, die Unterschiede beider Länder, die die Besonderheit und den Reiz des Grenzgebiets ausmachen, zu pflegen.

Willeme äußerte jedoch auch Kritik an negativen Entwicklungen: So warnte er davor, die Euregio nur als Geldverteilungsmaschine zu sehen. Die Begegnung der Menschen ist ihm ein Anliegen. Der Preisträger mahnte auch in seiner Dankesrede: „Gerade heute ist es wichtig, dass die Euregios ihre Arbeit richtig machen“. Die Zustimmung für Europa nehme nämlich deutlich ab. Es gebe viel Unwissenheit über Europa. Die Kosten zum Beispiel seien nicht so hoch wie oft vermutet: „Jeder Deutsche bezahlt pro Monat ein kleines, jeder Niederländer ein großes Bier für Europa“, zog er den Vergleich.

Dr. Elisabeth Schwenzow , seit einem Jahr Euregio-Geschäftsführerin, wies den Eindruck zurück, die Euregio als Organisation werde überflüssig. Sie werde auch 2014 die Arbeit als Netzwerker, Koordinator und Initiator für die Zusammenarbeit zwischen Niederländern und Deutschen fortsetzen. Für grenzüberschreitende Projekte im gesamten deutsch-niederländischen Grenzraum stünden von 2014 bis 2020 voraussichtlich Fördermittel von insgesamt fast einer halben Milliarde Euro zur Verfügung.

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