Experten rätseln noch über Ursache
Ölaustritt auf Weide der SGW

Gronau-Epe -

An mindestens drei Stellen auf einer Weide am Dachsweg, die der Salzgewinnungsgesellschaft (SGW) gehört, ist Öl aus dem Boden ausgetreten. Experten der Bezirksregierung, des Kreises Borken und der Stadt Gronau sind auf der Suche nach der Ursache.

Montag, 14.04.2014, 07:04 Uhr

Die Kühe merkten als erste, dass etwas nicht stimmt: Sie hatten am Samstag plötzlich schwarze Füße, weil auf ihrer Weide Öl aus dem Boden trat. Inzwischen steht fest: An mindestens drei Stellen auf dieser Weide, die der Salzgewinnungsgesellschaft (SGW) gehört, ist Öl aus dem Boden ausgetreten. Die Ursache für den Zwischenfall ist unklar – auch für die Experten der SGW und einer sofort gebildeten Koordinierungsgruppe mit Vertretern der Bezirksregierung Arnsberg (als Bergamt für die Salzgewinnung zuständige Aufsichtsbehörde), des Kreises Borken und der Stadt Gronau . „Ob das Öl möglicherweise aus einer rund 400 Meter entfernten zurzeit druckentlasteten Ölkaverne stammt oder aus einem sieben Jahre zurückliegenden Leitungsschaden in diesem Bereich oder andere Gründe hat, kann zurzeit nicht beantwortet werden“, so die SGW. Die betroffene Ölleitung war damals stillgelegt und der Schaden repariert worden.

Hintergrund: Ölspeicherung in Salzkavernen

Unmittelbar nachdem jetzt am Samstag ein Landwirt den Zwischenfall gegen 16.30 Uhr gemeldet hatte, wurden SGW-Mitarbeiter aktiv: Sie setzten Ölsperren in Gräben und leiteten bis in die Nacht Untersuchungen ein. Rund drei Kubikmeter Öl-Wasser-Erdgemisch wurden bisher auf der Weide abgesaugt. An neun weiteren Stellen der Fläche sei bei Kontrollen kein Öl gefunden worden. Die SGW geht derzeit davon aus, dass nur die eine Weide betroffen ist.

WN interview Dr. Inkmann

Ein leichter Druckabfall in einer Öl-Kaverne hatte bereits Ende Februar für Wirbel bei der Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen gesorgt: Die Kaverne wurde entlastet, das System kontrolliert, Auffälligkeiten aber nicht festgestellt. SGW-Betriebsleiter Martin Hart stellte Anfang April fest: „Das gesamte System ist tipptopp in Ordnung, und es hat keinen Ölverlust gegeben.“

Jetzt soll – von Gutachtern begleitet – eine neue große Kontrollwelle mit Boden- und Wasseruntersuchungen, Bodenabtrag auf der Weide und Sondierungsbohrungen im Umfeld anrollen, um das Ausmaß des Schadens zu ermitteln und einzugrenzen.

Eine Freigabe des Kavernenbetriebes durch die Bergbehörde erfolge erst nach vollständiger Aufklärung des Vorfalls, heißt es in einer SGW-Mitteilung weiter. Die Koordinierungsgruppe werde erneut zusammenkommen, wenn neue Erkenntnisse vorliegen.

Schieber in Gräben sollen auch bei Regen Wasser zurückhalten. Und es gibt noch eine weitere Vorsichtsmaßnahme, auch wenn sie irgendwie hilflos klingt: „Saugwagen stehen bereit“, so die SGW.

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