BUND: Massive langanhaltende Schäden:
BUND: Öllager im Venn ist „tickende Zeitbombe“

Gronau/Düsseldorf -

Auch wenn die Ursache und das ganze Ausmaß der Ölaustritts im Amtsvenn noch unklar sind, gehen Fachleute von massiven Umweltschäden aus.

Donnerstag, 17.04.2014, 11:04 Uhr

Auch wenn die Ursache und das ganze Ausmaß der Ölaustritts im Amtsvenn noch unklar sind, gehen Fachleute von massiven Umweltschäden aus: „Ich wage die düstere Prognose, dass das langanhaltende Schäden für die geschützte Ökologie haben wird“, sagt Dirk Jansen , Geschäftsleiter des NRW-Landesverbandes des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Er bezweifelt, dass das ausgetretene Öl rückstandsfrei entsorgt werden kann.

Skeptisch zeigt sich Jansen auch mit Blick auf die wenigen Zwischenfälle, die es in der Vergangenheit gegeben hat: „Ich bin misstrauisch, ob es wirklich nur wenige Fälle in 40 Jahren waren“, sagt Jansen und übt in diesem Zusammenhang Kritik an der Bezirksregierung Arnsberg . Die sei – als zuständige Bergbehörde – in der Vergangenheit „nicht gerade durch Transparenz aufgefallen“. Ein Umdenken habe dort erst im Zuge der Fracking-Debatte stattgefunden.

Fakt sei indes: Wo immer es Infrastruktur für Öl und Gas gebe, „gibt es auch reihenweise Betriebsstörungen“. Viele davon seien bisher von der Öffentlichkeit unbemerkt geblieben und offenbar auch nicht dokumentiert worden. Jansen: „Es gibt keine Technologie die dauerhaft völlig sicher ist.“ Die Einlagerung von Kohlenwasserstoffen unter der Erde ist für den BUND-Sprecher „eine tickende Zeitbombe“. Das gelte im übrigen auch für die Gaseinlagerungen im Venn, bei denen nach Jansens Darstellung durchaus ein unkontrollierter Austritt, ein sogenannter „Blow-out“ jederzeit im Bereich des Möglichen liege: „Das Restrisiko ist nicht zu beziffern.“

Mit Blick auf den Vorfall im Amtsvenn hält Jansen es für „unwahrscheinlich“, dass das Öl aus einer Kaverne stammt. „Sonst hätten inzwischen die Alarmglocken viel lauter schrillen müssen.“ Wahrscheinlicher sei ein Leitungsleck – entweder in der SGW-eigenen Pipeline von Ochtrup nach Epe oder in einer SGW-Feldleitung im Venn. Leckagen in Leitungen seien landesweit ein Problem. Dirk Jansen: „Es gibt zigtausende Kilometer Leitungen mit wassergefährdenden Stoffen, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.“

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