Bogdan Sniezko
Ein richtiges Ass im Skat

Gronau -

Der Gronauer Skat-Club „Grenz-Asse“ hat derzeit einen besonderen Erfolg zu vermelden: Mitglied Bogdan Sniezko hat sich für die Deutschen Einzelmeisterschaften qualifiziert. Am 14. Juni wird er nach Ulm fahren, um dort um den Titel zu spielen.

Montag, 28.04.2014, 08:04 Uhr

Zum Skatspielen gehören nicht nur drei Spieler, sondern auch Geselligkeit – und: „Eine gesunde Portion sportlicher Ehrgeiz ist auch dabei, wenn wir uns treffen,“ sagt Erwin Aust . „Das gibt dem Spielen ja erst seinen Reiz.“ Aust fungiert als Schriftführer der Gronauer „Grenz-Asse“, des örtlichen Skatclubs. Skat sport clubs, um genau zu sein. Denn der sportliche Ehrgeiz, von dem Aust spricht, findet in der Bezeichnung ebenso seinen Niederschlag wie die Tatsache, dass Skatclubs in Ligen organisiert sind und untereinander Turniere austragen.

In diesem sportlichen Bereich hat der Gronauer Club derzeit sogar einen besonderen Erfolg zu vermelden: Mitglied Bogdan Sniezko hat sich für die Deutschen Einzelmeisterschaften qualifiziert. Am 14. Juni wird er nach Ulm fahren, um dort um den Titel zu spielen.

Sniezko war einer von 250 Skatspielern, die für die Zwischenrunde gemeldet waren. Sie fand Anfang April in Marl statt. Der Gronauer belegte den ausgezeichneten dritten Platz. Damit war die Qualifikation für Ulm perfekt. Seine Clubkameraden drücken ihm natürlich die Daumen, dass es mit der Meisterschaft klappt. Er selbst freut sich sichtlich – bleibt aber relativ gelassen.

Im Dinkelhof kommen die Mitglieder regelmäßig zum Skatspielen zusammen. Routiniert wird gereizt: „18, 20, 22 . . .“ Beim Reizen wird ermittelt, welcher Spieler den Skat – die zwei nach dem Geben übriggebliebenen beiden Karten – erhält und bestimmen darf, welche Variante gespielt wird. Entweder sind eine Farbe und die Buben Trumpf, nur die Buben („Grand“), oder es wird „Null“ angesagt. Bei den ersten Varianten geht es darum, so viele Punkte wie möglich zu erspielen – bei Null dagegen ist schon ein einziger Stich zu viel. Zusätzlich gibt es viele weitere Verfeinerungen des Spiels: Hand, Schneider, Schwarz. Hört sich alles kompliziert an – doch wenn man die Regeln intus hat, macht‘s Spaß.

Ketzerische Frage: Hängt der Erfolg beim Skat nicht ganz alleine vom Glück ab? Die Zahl der möglichen Verteilungen der 32 Spielarten ist immens: Es sind 2 753 294 408 504 640. Und ist es nicht letztendlich der Zufall, der entscheidet, ob ein Spieler nun einen Grand ouvert auf der Hand hat – oder nur Luschen?

Aust relativiert: „Ich denke, dass Erfahrung, Können und Psychologie eine genauso wichtige Rolle spielen wie Glück.“ Der psychologische Aspekt wird aber nicht so extrem ausgespielt wie beispielsweise bei den professionellen Pokerspielern. Die tragen ja mittlerweile beim Spiel Sonnenbrillen, damit die Mitspieler ihnen nicht in die verräterisch aufblitzenden Augen gucken können. Im Skat geht es glücklicherweise noch nicht so zu. Oder?

Aust hat auch durchaus schon seltsame Erfahrungen gemacht: „Ich habe mal auf einem Turnier gespielt. Plötzlich sagt mir der vierte Mann an unserem Tisch: ,Merken Sie gar nicht, dass die beiden anderen sich Zeichen geben?‘ Die wollten mich tatsächlich austricksen.“ Doch auch mit psychologischer Finesse lässt sich ein Gegenspieler nervös machen: Wer geschickt ist – manchmal reicht es, das Spiel zu verzögern – kann einen Gegenspieler schon mal zu Fehlern verleiten.

Nicht zuletzt deshalb gelten beim Skat strenge Regeln, die gerade bei Turnieren genauestens einzuhalten sind. „Beim Geben geht es schon los. Drei Karten, dann der Skat, dann vier Karten und noch mal drei.“ An einem Tisch sitzen vier Spieler. Der Geber setzt aus. Früher durfte er bei seinem rechten Nachbarn kiebitzen. Auch das ist nach der neuesten Regeländerung nicht mehr erlaubt.

Langeweile kommt angesichts der Vielfalt an Spielvarianten nicht auf. Zumal es den Spielern ja auch darum geht, aus einem vielleicht nicht gerade optimalen Blatt das Beste herauszuholen. Und wenn einem Spieler dann noch ein unverhoffter Sieg gelingt, ist das selbstverständlich Gegenstand der fast schon obligatorischen Spielanalysen.

Alle Ergebnisse werden auf offiziellen Spielbögen notiert und ausgewertet. Daraus ergibt sich auch bei den „Grenz-Assen“ die jeweilige Rangliste im Verein.

Schade findet Aust nur, dass auch sein Club an Mitgliederschwund leidet. Mittlerweile sind nur noch 24 Spieler aktiv. „Wer gerne Skat spielt, darf gerne kommen und es sich unverbindlich anschauen und mitmachen“, wirbt er. Das Angebot sollte doch eigentlich auf Widerhall stoßen. Bei so vielen reizenden Mitspielern . . .

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Am Samstag (3. Mai) geht es um die Gronauer Skat-Stadtmeisterschaft. Dabei werden alle Eintrittsgelder als Sach- und Geldpreise ausgespielt. Einlass in den Dinkelhof, Alstätter Straße 86, ist um 13 Uhr, Beginn um 14 Uhr.

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