Anfrage im Landtag zum Uranoxidlager
Noch kein Antrag auf Inbetriebnahme

Gronau/Düsseldorf -

Dem Wirtschaftsministerium des Landes NRW als Atomaufsichtsbehörde liegt derzeit noch kein Antrag auf Inbetriebnahme und Betrieb des geplanten Uranoxidlagers der Urenco vor. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Rohwedder (Piraten) hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. Demzufolge wird die Bauzustandsbesichtigung zur Fertigstellung des Lagergebäudes für Uranoxid Mitte des Jahres erfolgen.

Samstag, 10.05.2014, 07:05 Uhr

Bei der Urananreicherung fällt abgereichertes Uranhexafluorid an. Das wird von Gronau aus zur Dekonversationsanlage nach Pierrelatte ( Frankreich ) gebracht, dort in Uranoxid umgewandelt und wieder nach Gronau zurückgebracht. Hier sollen künftig bis zu 60 000 Tonnen Uranoxid gelagert werden. Bislang wurden laut Landesregierung 12 686 Tonnen Uranhexafluorid aus Gronau in Pierrelatte in Uranoxid umgewandelt.

Die Lagerung ist zeitlich unbefristet geplant. Die Kapazität deckt nach Schätzungen der Bundesregierung nur rund zehn Betriebsjahre der Urananreicherungsanlagen ab. Rohwedder fragte daher auch an, ob „mit dem Bau eines zweiten Uranoxid-Dauerlagers zu rechnen ist“. Dazu hat es aber bislang keinen Kontakt der Urenco mit Vertretern der Landesregierung gegeben.

Die sichere Entsorgung des Uranoxids sei ungeklärt, so Rohwedder, sodass die Entstehung eines oberirdischen Endlagers drohe. „Seitens der Landesregierung sind keinerlei Aktivitäten zu beobachten, um dies zu verhindern“, so Rohwedder.

„Der Gronauer Uranmüll spielt bei der Endlagersuche anscheinend keine Rolle. Anstatt sich mit diesem massiven Problem zu befassen, definierten Bundes- und Landesregierung das abgereicherte Uran aus Gronau unisono als Wertstoff“, so Rohwedder. Ob es jemals eine Lösung für die sichere Entsorgung des Uranmülls geben werde, bleibe so auf Jahrzehnte ungeklärt. Die oberirdische Dauerlagerung des Uranoxids sei eine denkbar ungeeignete Alternative, die zu einer deutlichen Senkung der Kriterien für eine sichere Atommüllentsorgung führen könne.

In ihrer Antwort verweist die Landesregierung darauf, das die Endlagerung radioaktiver Abfälle aus der Urananreicherung bei der Endlagersuche durchaus berücksichtigt werde. Minister Garrelt Duin vertrete die Landesregierung in der Endlager-Suchkommission.

Im Übrigen teile die Landesregierung die Einschätzung nicht, dass eine zeitlich unbefristete oberirdische Dauerlagerung von Uranoxid in Gronau zu einer sicherheitstechnisch deutlich abgespeckten De-facto-Endlagerung in Gronau führen könne.

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