Karlheinz Busen will sich künftig auf Landtag und FDP konzentrieren
Abschied von Kreispolitik, aber doch kein „Pensionär“

Gronau/Kreis Borken -

Für Karlheinz Busen war es die letzte Amtshandlung als stellvertretender Landrat und als Mitglied des Kreistages: Auf dem Hof der Feuer- und Rettungswache übergab er am Donnerstag den Schlüssel für einen neuen Rettungswagen an Feuerwehrchef Marco van Schelve. Freilich: „Pensionär“ wird Busen nach dem Abschied von der Kreispolitik nicht. Im Gegenteil: Künftig will sich der 63-Jährige auf sein Landtagsmandat und die Arbeit in der FDP konzentrieren.

Freitag, 13.06.2014, 10:06 Uhr

Bei der jüngsten Kreistagswahl hatte Busen zwar das zweite Mandat für die Liberalen geholt, räumt seinen Sitz aber nach eigenen Angaben für Sascha Grawunder. 15 Jahre lang gehörte Busen dem Kreistag an, war Mitglied in Aufsichtsräten und Ausschüsse. Die letzten fünf Jahre war er zudem Stellvertreter von Landrat Dr. Kai Zwicker – und in dieser Funktion viel unterwegs. Bei mehr als 70 größeren Ereignissen repräsentierte er den Kreis Borken . „Mein erster Termin war die Krönung der Kappeskönigin in Raesfeld“, erinnert er sich schmunzelnd. Auch danach war die thematische Bandbreite der repräsentativen Aufgaben breit gefächert: „von der Ehrung eines international bekannten Sängerbundes bis zur Weltmeisterschaft im Schlittenhunde-Rennen.“ Politik in der Region zu erleben und selbst mitzugestalten sei „hochinteressant“, so der Bauingenieur und Unternehmer.

Die Zusammenarbeit mit Landrat Zwicker, aber auch mit der CDU und den anderen Fraktionen im Landtag „hat immer gut funktioniert und Spaß gemacht“, zieht er eine positive persönliche Bilanz der politischen Arbeit. Von Frust über den Verlust des Vize-Landrat-Postens jedenfalls keine Spur.

Dass jetzt Termine auf Kreisebene wegfallen, findet er nicht schlimm – im Gegenteil: „Man schafft es nicht mehr“, verweist er auf den hohen Fahraufwand, der bedingt durch Landtagstermine (Busen ist Sprecher der FDP-Fraktion für Jagd, Landwirtschaft und Umwelt) sowie seine Aufgabe als Bezirksvorsitzender der FDP im Münsterland anfallen. „Dieser Zeitaufwand ist erheblich.“

Dass er künftig mehr noch als bisher in Sachen Freie Demokraten unterwegs sein will und soll, ist übrigens nicht nur eine persönliche Entscheidung: „Ich habe mich mit Christian Lindner und dem Landesvorstand abgestimmt, dass wir die FDP hier neu aufstellen wollen“, macht Busen im Gespräch mit den WN deutlich. Und wünscht sich im nächsten Satz, dass sich mehr Menschen in der Politik engagieren: „Es ist echt enttäuschend, dass sich so wenige junge Leute für Politik begeistern lassen.“

Eine mögliche Begründung für diese Politikmüdigkeit meint Busen erkannt zu haben: „Uns geht es zu gut – und dann meinen viele, man müsse sich nicht mehr einbringen.“

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