Feuerwehreinsatz
Wühlmausgift löst Großalarm aus

Gronau-Epe -

Am Nachmittag war es „nur“ der Brand eines Anbaus, wenige Stunden später wurde daraus ein Großalarm GSG (Gefährliche Stoffe und Güter) für die Feuerwehr. Rund 40 Feuerwehrkräfte – darunter der ABC-Zug der Wehr – rückten gegen 19.30 Uhr am Samstag erneut an die Vennstraße 12 aus: Ein penetranter Geruch lag in der Luft, hatte sich seit dem Nachmittag verstärkt.

Sonntag, 20.07.2014, 00:07 Uhr

„Wir haben die ATF – die Analytische Task Force der Feuerwehr in Dortmund – eingeschaltet, so Feuerwehr-Chef Marco van Schelve gegenüber den WN. Die ATF ist eine Spezialeinheit zur Erkennung und Bekämpfung biologischer, chemischer oder radiologischer Gefahren in Deutschland.

Per Feuerwehr-Fahrzeug wurden verschiedene Proben zur Analyse nach Dortmund gebracht, unter anderem Luftproben vom Anwesen Vennstraße 12, Wischproben von der Einsatzstelle und Bekleidungsstücke der Feuerwehrleute, die am Nachmittag an der Brandbekämpfung beteiligt waren. Die unter Verdacht stehenden Stoffe wurden derweil von Feuerwehrleuten in Vollschutzanzügen in Edelstahlbehälter gesichert. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei offenbar um Wühlmausgift, das mit Wasser stark reagiert, so die Feuerwehr.

Die Bewohner des Hauses, aber auch die Nachbarn, wurden aufgefordert, die Häuser nicht zu verlassen. Viele zogen es aber vor, sich bei Freunden oder Bekannten einzuquartieren.

Der Einsatz zog sich laut Feuerwehr bis 2 Uhr hin. Eine Spezialfirma aus Borken holte die giftigen Stoffe sowie Brandschutt und kontaminierte Einmal-Schutzanzüge zur fachgerechten Entsorgung an der Einsatzstelle ab.

Die Feuerwehr Ochtrup unterstützte den Einsatz durch Atemschutzgeräteträger. Von der Feuerwehr Ahaus, Löschzug Wessum, wurde eine Atemschutzkomponente ausgeliehen.

Die Reinigung der Geräte sowie der Schutzanzüge beziehungsweise der Bekleidung werde noch mehrere Tage in Anspruch nehmen, hieß es im Anschluss an den Einsatz von Seiten der Feuerwehr.

Am Samstag war die Wehr gegen 15 Uhr mit beiden Löschzügen zur Vennstraße 12 ausgerückt. Der Anbau eines Wohnhauses war in Brand geraten. Bei den Löscharbeiten stießen die Feuerwehrleute auf einen Stoff, der ihnen gegenüber als Rattengift oder Wühlmausgift angegeben wurde. Nach dem Ermittlungsstand von Sonntag hatten sich diese Chemikalien selbst entzündet, so die Polizei.

Direkt nach den Löscharbeiten wurde auch das Ordnungsamt der Stadt eingeschaltet. Als dann am Abend die Geruchsbelästigung von der Brandstelle zunahm, löste die Wehr GSG-Alarm aus.

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