Ramadan
„Den Schweinehund überwinden“

Gronau -

Für viele Christen ist der 40-tägige Verzicht auf Alkohol oder Süßes in der österlichen Fastenzeit schon eine große Sache. Für die Muslime in Gronau und in aller Welt stellt der Fastenmonat Ramadan jedoch eine ungleich größere Herausforderung dar.

Montag, 21.07.2014, 08:00 Uhr

Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang gibt es keine Getränke und Speisen, es wird nicht geraucht und, so Reşat Bulut: „Geschlechtsverkehr ist dann auch nicht erlaubt.“ Bulut ist erster Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Gronau.

Bis zu 300 Muslime kommen während des Ramadan an Freitagen und Samstagen zum Fastenbrechen im Moschee-Garten in Gronau zusammen. Zwei bis drei Gemeindemitglieder übernehmen dann jeweils die Essens- und Getränkekosten für alle. Es gilt als „gute Tat“, sich finanziell zu engagieren.

Tagsüber ist aber zunächst große Disziplin gefragt. „Man muss den inneren Schweinehund überwinden“, erklärt Vorstandsmitglied Abdulselam Gürbüz. Es soll aber auch keiner krank werden durch das Fasten. So sind Kinder, Kranke, schwangere und auch menstruierende Frauen davon befreit. Frauen und Genesene müssten aber, so Sevgi Demirglu, die ausgelassenen Fastentage vor dem nächsten Ramadan alleine nachholen. Auch Kinder versuchen sich schon im Fasten, wird am Freitagabend erzählt.

Für die Muslime hat Fasten mit dem „Verbessern in der Religion“ und „Gottesfürchtigkeit“ zu tun, genauso wie „Willensstärke zeigen“ und „Zusammenhalt leben“. Besser könne man sich dann in die Situation von Armen und Hungernden versetzen. „Allerdings mit dem großen Unterschied“, so Askin Zirik, „dass wir genau wissen, dass wir nach spätestens 20 Stunden mehr als genug zu essen haben werden.“ Wichtig ist für alle erfahrenen Fastenden, dass dann am Abend nicht zu viel, nicht zu fettig und auch nicht zu stark gewürzt gegessen wird. Wer nicht arbeitet, schläft dann auch gelegentlich tagsüber, um besser durchhalten zu können.

In diesem Jahr endet der Ramadan am 28. Juli und es beginnt das dreitägige Zuckerfest mit allen erdenklichen Köstlichkeiten und Leckereien. Da der Ramadan nach dem Mondkalender mit 354 Tagen berechnet wird, verschiebt sich der Fastenmonat jedes Jahr um elf Tage nach vorn.

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