Fastenbrechen
Nichtmuslime waren willkommen

Gronau -

Zum Fastenbrechen am Freitag in der Fatih-Moschee waren erstmals auch Nichtmuslime eingeladen.

Montag, 21.07.2014, 08:07 Uhr

Seit Anfang Juli werden die Tage schon wieder kürzer. Für die Muslime nicht nur in Gronau sehr willkommen, dass es jeden Tag ein bisschen später hell und ein bisschen eher dunkel wird, denn es ist Ramadan – der Fastenmonat. Viele gesunde Gläubige fasten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. obald die Sonne am Abend hinter dem Horizont verschwunden ist, wird das Fasten gebrochen; und zwar gern in der Gemeinschaft von Familie, Nachbarn und Freunden. Dies geschieht freitags und samstags auch seit einigen Jahren im großen Garten der Gronauer Fatih-Moschee.

„Bislang sind wir beim Fastenbrechen immer unter uns geblieben“, erklärt Abdulselam Gürbüz (zweiter Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde Gronau) am Freitag bei der Begrüßung der erstmals eingeladenen nichtmuslimischen Gäste aus den hiesigen evangelischen, katholischen und syrisch-orthodoxen Gemeinden sowie von den Parteien CDU, SPD und FDP kurz vor Sonnenuntergang.

Und natürlich sind an diesem Abend auch Vertreter vom Wittekindshof dabei. Von dort sei der erste Anstoß zur Öffnung gekommen, betont Gürbüz. Die muslimische Gemeinde sei eingeladen worden, sich am Stadtteilfest mit interreligiösem Auftakt Anfang September am Wittekindshof zu beteiligen. Ein für die hiesigen türkischstämmigen Muslime sehr willkommener Vorschlag, denn ihre Gemeinde gehört der DITIB an, der Türkisch-Islamischen Union, einem Dachverband für fast 900 Ortsgemeinden in Deutschland, wie Vorstandsmitglied Sibel Köse erklärt.

Auch die DITIB sucht nämlich den interreligiösen Dialog und bekennt sich selbstverständlich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland. „Mit Radikalen wollen wir hier nichts zu tun haben“, ist Sibel Köse wichtig zu betonen.

Zahlreiche Frauen sind währenddessen emsig und gut gelaunt dabei, das Essen vorzubereiten. Der große Grill qualmt zunächst, und Rauch steigt ganz gerade am warmen Freitagabend in den klaren Himmel. Nachbarn des Moschee-Geländes an der Burgstraße befürchten allerdings einen Brand und alarmieren die Feuerwehr. Durch deren Eintreffen kommt es fast zu einer Verzögerung bei der Essenszubereitung. Dabei zählt jede Minute für die Muslime, die den ganzen Tag weder gegessen noch getrunken haben. Der Iman, Mustafa Ince, drängt dann auch, schon einmal an den gedeckten Tischreihen Platz zu nehmen.

Fleißige Helfer tragen die an frühere Mensabesuche erinnernden Muldentabletts mit Suppe, Salat, Reis und Fleisch zu den Sitzenden. Der Iman spricht ein Gebet. Dann wird gegessen und getrunken. Es setzt aber kein Schlemmen oder Bauchvollschlagen ein, nein, es sind ganz normale Portionen, die mit Bedacht eingenommen werden.

Dann bittet der Iman auch schon wieder zum Gebet, diesmal in die Moschee. Es ist Zeit für das kurze, letzte Gebet am Abend. Auch die nichtmuslimischen Gäste werden eingeladen, die Betenden in die Moschee zu begleiten, was sie gern annehmen.

Nach anschließenden weiteren Gesprächen endet für die nichtmuslimischen Gäste schließlich ein sehr informativer und nicht zuletzt schmackhafter Abend bei den sehr gastfreundlichen türkischstämmigen Mitbürgern.

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