Diakonie
Fünf nach zwölf ist oft zu spät

Gronau -

Das Team der Psychologischen Familienberatungsstelle der Diakonie in Gronau hat jetzt bei einer Klausurtagung Bilanz gezogen. Danach haben im Berichtsjahr 495 Ratsuchende Unterstützung bei den Beratungsdiensten „Beratung im Zentrum“ (BiZ) in der Hörster Straße gefunden (weitere Fallzahlen im Infokasten).

Dienstag, 05.08.2014, 09:08 Uhr

Als besondere Herausforderung in der Familienberatung sieht Ingo Stein , Leiter der Beratungsstelle, die frühzeitige Unterstützung von Paaren: „Viele Ehen könnten gerettet werden, wenn die Paare früher zu uns kommen würden. Wenn sie erst um fünf nach zwölf bei uns auflaufen, wenn negative Kommunikationsmuster sich schon seit Jahren eingeschliffen haben und sich enttäuschte Erwartungen zu einem deutlich sichtbaren Berg angesammelt haben, ist ein Neuanfang sehr, sehr schwer.“ Deshalb haben die Paarberater vor zehn Jahren das Modell eines „Paarkommunikationstrainings“ entwickelt und mehrfach erfolgreich durchgeführt.

Das Konzept setzt nicht bei den Problemen, sondern bei den Stärken der Paare schon dann an, wenn sich noch keine schwerwiegenden Konflikte entwickelt haben. Das Ende Juni in der Jugendbildungsstätte Nordwalde durchgeführte Paartraining „Zeit für uns – Wege zu einer gelungenen Kommunikation für Paare“ hat die Berater darin bestärkt, dieses Präventionsprojekt auch weiterhin – wahrscheinlich schon im nächstes Jahr – anzubieten.

Bei den Präventionsleistungen, die die Beratungsstelle in Form von offenen Sprechstunden in Familienzentren, in Kitas, Grundschulen und einer Realschule sowie durch Elternabende und Gruppenangebote leistet, gab es eine Steigerung von elf Prozent. Zu den Angeboten gehörten das soziale Kompetenztraining „Ich-Du-Wir“ in einem Familienzentrum, aber auch die Beteiligung am Schulprojekt „Komm auf Tour“ in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Jugendamt der Stadt Gronau .

685 Klienten (im Vorjahr waren es 563) wurden in der Allgemeinen Sozialberatung aufgenommen. In der Sozialberatung ist ein Rückgang bei den neuen Beratungsfällen (73, Vorjahr 197) zu verzeichnen. Diese Reduzierung ist eine Folge der notwendigen Verringerung der Sozialberatungssprechstunden. „Die Sozialberatung ist für die Diakonie der teuerste Arbeitsbereich, da sie weder vom Kreis, noch von der Kommune bezuschusst wird“, erläutert Ingo Stein. „Da weiterhin viele Menschen zu uns kommen, die Unterstützung im Umgang mit Behörden, beim Ausfüllen von Anträgen und in persönlichen Notlagen benötigen, haben wir uns entschlossen, wenigstens an einem Wochentag das Beratungsangebot aufrechtzuerhalten. Unsere Tür ist weiterhin jeden Mittwoch von 9 bis 11 Uhr für die Offene Sprechstunde der Sozialberatung mit anschließender Nachbereitung geöffnet.“

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