„Auf die Ohren“-Festival: Rockig
Finalstair im Regen

Gronau -

Beim Woodstock-Festival – das auf den Tag genau 45 Jahre vorm „Auf die Ohren“-Festival begann – war das Wetter nicht besser. Das mag ein kleiner Trost für die Zuhörer von „Finalstair“ sein, die am Freitagabend den Auftritt des Trios im strömenden Regen verfolgen mussten. Aber was ein echter Fan ist, lässt sich von Regen nicht beeindrucken. Und die nicht ganz so Harten hüllten sich in Regencapes oder suchten Schutz unter Schirmen.

Montag, 18.08.2014, 07:08 Uhr

Felix Kerkhoff hatte am Freitagabend seine Gronau-Premiere als Schlagzeuger von Finalstair.
Felix Kerkhoff hatte am Freitagabend seine Gronau-Premiere als Schlagzeuger von Finalstair. Foto: Martin Borck

Für Finalstair-Schlagzeuger Felix Kerkhoff war es nicht der erste Auftritt beim „Auf die Ohren“: Schon 2005 hatte er als Mitglied der MIG-Band „Manical Rage“ die Bühne gerockt. Einmal mehr erwies sich, dass Gronau ausgezeichnete Schlagzeuger hervorbringt. Ideenreich setzte er Akzente, trieb die rockige Musik des Trios dynamisch nach vorne, verausgabte sich bei seinem Solo, bei dem seine rhythmische Virtuosität zutage trat. Das Trio erzeugte einen kompakten und unverbrauchten Sound, der sowohl Beine als auch Kopf beschäftigte und Spaß machte. Nicht nur den stolzen Eltern, die das Konzert verfolgten. . .

Als Topband des Abends gebucht war die Coverband „Queen Kings“. Sie bringt immer wieder das Kunststück fertig, die Hits von Freddie Mercury & Co. voller Selbstbewusstsein und Überzeugung darzubieten und gleichzeitig dem Original glaubhaft Respekt zu zollen. Die Bandmitglieder wissen und vermitteln, dass nicht sie die wahren Stars sind, sondern „nur“ ein Medium. Aber ein verdammt gutes, wie sich am Freitagabend erneut erwies.

Klar: Die unzähligen Hits von „Somebody to love“ über „Killer Queen“ bis „Radio Gaga“, ja, sogar die „Bohemian Rhapsody“ sind an sich Selbstläufer. Das Publikum schwelgte wohlig in Erinnerungen, sang textsicher mit. Aber ohne die Ausstrahlung der sechs Musiker von „Queen Kings“ und ohne ihr musikalisches Können würde so ein Konzert nicht funktionieren. So feierte man bis Mitternacht die Musik einer der größten Bands der Rockgeschichte und eines ihrer schillerndsten Stars, Freddie Mercury, dem Band und Publikum gemeinsam zwei Stunden lang Reverenz erwiesen.

Für den Auftakt des Festivals hatte die Gronauer Band „I don‘t know“ gesorgt. Ihr Ska-Punk hat durchaus musikalisches Spaß-Potenzial: schnell, schmutzig, energiereich. Allerdings müssen die Musiker weiter an ihrem Auftritt feilen. Einiges läuft noch nicht zusammen. Wobei man allerdings nicht vergessen darf, dass die Fünf keine Profis sind.

Ruhrpott-Rock gab es schließlich von der Gladbecker Band „Wasted Luck“. Schnörkellos und wild. Wobei die Band die Wildheit outsourcten: Waren es früher die Rockmusiker selbst, die auf der Bühne Instrumente zerdepperten, durfte am Freitag ein Zuhörer auf der Bühne eine akustische Gitarre (bezeichnenderweise „Schlampe“ genannt) kaputthauen. Was uns das sagen soll? Richtiger Rock wird elektrisch erzeugt! Oder?

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