„Grenzenlose Naturerlebnisse“: Das Naturschutzgebiet Rüenberger Venn
Isolierter Zipfel in bedrängter Lage

Gronau/Kreis Borken -

Der Kreis Borken bietet vielfältige „grenzenlose Naturerlebnisse“: Nach dieser Devise sind in den vergangenen Jahren die heimischen „Natura 2000-Gebiete“ für die Öffentlichkeit attraktiver gestaltet worden. Die sehr verschiedenartigen Areale bieten sich seither auf ganz besondere Weise für einen Ausflug in die Natur in direkter Nähe an. Eines dieser Gebiete ist das Rüenberger Venn.

Freitag, 29.08.2014, 11:08 Uhr

Wollgras: Ein Blick in das Rüenberger Venn.
Wollgras: Ein Blick in das Rüenberger Venn. Foto: Kreis Borken

Reger Ausflugsverkehr, ein gut frequentierter Campingplatz, Badegeplansche, Tretboote, Windsurfer, Radtouristen – wer sich auf den Weg zum Rüenberger Venn in Gronau macht, mag es gar nicht glauben: Hier soll ein schützenswertes „Natura 2000-Gebiet“ liegen?

Ja, tatsächlich: Das Rüenberger Venn grenzt in wichtigen Teilen direkt an das Freizeitparadies „Dreiländersee“ – äußerst beliebt bei den Gronauern, aber auch bei Ausflüglern aus den angrenzenden Niederlanden und Niedersachsen . Man muss schon genau hinschauen: Manchmal nur wenige Schritte entfernt von den gut ausgebauten Rundwegen blinkt ein versteckter Weiher durch die Zweige. Die Zugänge sind wirkungsvoll abgeschirmt durch dichtes Gestrüpp – hier findet die Natur tatsächlich ihren geschützten Raum.

Das Rüenberger Venn besteht aus vier Teilflächen mit durchaus unterschiedlicher Charakteristik. Die Vielzahl der Gewässer – teils alte Heideweiher, teils in den letzten Jahren neu angelegt – weist typischerweise niedrigen oder allenfalls mittleren Nährstoffgehalt auf. Sie bieten damit einen speziellen Lebensraum für bemerkenswerte Tier- und Pflanzenarten. In einem Hochmoorrest existieren sogar noch moortypische Lebensräume wie Feuchtheiden und alte Torfkuhlen. Freilich: Als isolierter Zipfel in bedrängter Lage hätte das Rüenberger Venn allein kaum Überlebenschancen. Die bieten sich jedoch, weil im Norden ein großer Nachbar direkt angrenzt: das Gildehauser Venn, das als Verbreitungszentrum von heute überwiegend als gefährdet eingestufter Pflanzenarten der nährstoffarmen Gewässer gilt.

Ganz im Norden des Kreises Borken liegt das etwa 62 Hektar große Naturschutzgebiet Rüenberger Venn. Das Areal erstreckt sich auch nach Niedersachsen und in den Kreis Steinfurt. Man findet hier ein geringes Nährstoffangebot angepasster Pflanzen. Im Zentrum des Gebietes ist eine Fläche mit Blänken (flache Wasseransammlungen mit wechselndem Wasserstand) und vom Oberboden befreiten Bereichen gestaltet worden. Hier kommen eine ganze Reihe von seltenen Pflanzenarten wie z. B. Froschkraut, Igelschlauch oder andere Pionierfluren der wechselnassen Standorte vor.

Das Gebiet lädt ein zu ausgedehnten Spaziergängen oder Radtouren. Die Landschaft ist kleinräumig gegliedert und weist Bereiche mit Grünland und Feuchtwiesen auf. Der am westlichen Rand des Naturschutzgebietes Rüenberger Venn angrenzenden Drilandsee bietet Platz für Freizeitaktivitäten. In der Umgebung sind einige gastronomische Betriebe zu finden, die sich für eine Rast anbieten.

Zum Thema

Der Kreis Borken hat touristische Flyer herausgegeben, die Radtouren im Zusammenhang mit den „Natura 2000-Gebieten“ beschreiben. Diese Flyer sind erhältlich bei den Touristinformationen bzw. Verkehrsvereinen im Kreisgebiet sowie beim Kreis Borken, Fachbereich Natur und Umwelt, 46322 Borken, ✆ 02861/82-1405, E-Mail: n.stuff@kreis-borken.de.

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Die Radtour ist für alle Navigationsgeräte unter www.kreis-borken.de/route16 abrufbar.

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