Gottesdienste
„Weit weg ist näher, als du denkst“

Gronau -

Am Caritassonntag berichteten ehemalige Flüchtlinge über das Leben in ihrer Heimat – und ihre Flucht aus Kriegsgebieten.

Donnerstag, 25.09.2014, 10:09 Uhr

Zusammen mit dem Caritasverband Gronau-Ahaus und ehemaligen Flüchtlingen gestaltete die Kirchengemeinde St. Antonius Gronau Gottesdienste . Anlass war des Jahresthema des Caritasverbandes: „Weit weg ist näher, als du denkst“. Die Flüchtlinge berichteten von ihrem Leben in der alten Heimat und darüber, auf welchen zum Teil schwierigen Wegen sie nach Gronau gelangten. In der Stadt leben derzeit über 200 Flüchtlinge aus der ganzen Welt.

Zwei von ihnen schilderten ihre Flucht sowie die Bedingungen, unter denen ihre Familien nach Deutschland gekommen sind oder dies seit vielen Monaten erfolglos versuchen. Sie berichteten aber auch von der Zeit vor der Flucht und wie schön es in ihrer Heimat gewesen ist. Dies wurde durch die Präsentation von Fotos aus der Zeit vor dem Krieg deutlich.

„Bis vor kurzem haben wir in unserer Heimat mit unseren Freunden und Familien ein ganz normales Leben geführt, und nun sind unsere Familien und Freunde fast auf der ganzen Welt als Flüchtlinge verstreut“, so die Aussage eines Teilnehmers.

Die Flüchtlinge berichteten von der schweren ersten Zeit in Deutschland: „Gerade für ältere Menschen ohne Deutsch- und Englischkenntnisse ist jeder Tag in einem fremden Land und einer fremden Kultur eine Herausforderung. Hinzu kommt die Tatsache, dass aus vormals angesehenen Bürgern mit guter Ausbildung und fester Beschäftigung in kürzester Zeit Menschen ohne Aufgabe und ohne Perspektive geworden sind, die einzig darauf warten, dass der Tag vorübergeht,“ berichtete Marlies Imping aus ihrer jahrelangen Arbeit mit Flüchtlingen. Außerdem erläuterte sie, dass es fast unmöglich sei, verwandte Familienangehörige nach Deutschland zu holen.

Pastoralreferentin Christiane Hölscher und Pastoralassistentin Franzis Niehoff riefen die Gemeinde auf, selbst aktiv zu werden, um an der Situation der Menschen in Gronau und weltweit etwas zu ändern. Kirchengemeinde und Flüchtlingsberatung der Caritas laden alle Interessierten ein, gemeinsam mit ehemaligen Flüchtlingen nach Wegen zu suchen, die Lebensbedingungen von Asylbewerbern hier in Gronau und auf der ganzen Welt zu verbessern. Dazu sind alle Interessierten unter anderem am 1. Oktober um 18 Uhr ins Pfarrzentrum an der Mühlenmathe eingeladen, um mit ehemaligen Flüchtlingen zu überlegen, wie in Gronau geholfen werden kann.

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