Tag der offenen Tür in der Gronauer Moschee
Interreligiöser Dialog

Gronau -

Fremd und ein wenig exotisch klingt der Gebetsruf des Iman Mustafa Ince in den Ohren der nichtmuslimischen Gäste der Fatih-Moschee an der Burgstraße. Sie nutzen am Freitag am Tag der offenen Tür und lassen sich mit großem Interesse aus erster Hand über den Islam informieren.

Samstag, 04.10.2014, 10:10 Uhr

Imam Mustafa Ince (r.) und Sibel Köse (3.v.r.) standen den Besuchern in der Moschee Rede und Antwort.
Imam Mustafa Ince (r.) und Sibel Köse (3.v.r.) standen den Besuchern in der Moschee Rede und Antwort. Foto: Sigrid Winkler-Borck

Teils mit Erstaunen stellen sie fest, dass es neben den erwarteten großen auch einige gar nicht so große Unterschiede zwischen den Religionen gibt. Die ausliegenden Gebetsketten beispielsweise erinnern die Gäste auf den ersten Blick an den Rosenkranz der Katholiken. Sibel Köse , Vorstandsmitglied der hiesigen türkisch islamischen Gemeinde, versteht es zudem sehr gut, mit vertrauten Begriffen wie beispielsweise „Predigt“ und „Kanzel“ dem so Anderen des Islam ein wenig seiner Fremdheit zu nehmen: „Wir haben das Freitagsgebet“, sagt sie. „Das ist wie bei Ihnen sonntags zur Kirche zu gehen.“

Dass das Gebäude, in dem sich die Moschee befindet, früher einmal zu einer Gärtnerei gehörte, daran können sich einige der alteingesessenen Gronauer erinnern, was für wiederum weltlichen Gesprächsstoff sorgte.

Bei ihren Erläuterungen zum Islam wird Sibel Köse vom Iman unterstützt, der als Angestellter des türkischen Staates für fünf Jahre in die Gronauer Gemeinde entsandt worden ist.

Auch er beantwortet Fragen. So zum Beispiel die eines Besuchers, der schon einmal in Mekka war, aber nicht zum Heiligtum des Islam, der Kaaba, vordringen durfte. Die direkte Umgebung der Kaaba sei so heilig, dass sie nur gläubigen Muslimen vorbehalten sei, erläutert der Imam.

Die Gronauer Gemeinde, die etwa 230 Mitgliedsfamilien zählt, gehört der DITIB an. Das ist die Türkisch-Islamische Union, ein Dachverband für 900 islamische Ortsgemeinden in Deutschland. Sibel Köse wird nicht müde zu betonen, dass die DITIP-Gemeinden den interreligiösen Dialog suchen und sich selbstverständlich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland bekennen. So hätten sich vor wenigen Wochen, erklärt Köse, alle 900 Ortsgemeinden gleichzeitig während des Freitagsgebets gegen eine Radikalisierung des Islam ausgesprochen. Und so gibt sich auch die islamische Gemeinde in Gronau : friedliebend und offen für den Austausch mit anderen. Und das nicht nur am Tag der offenen Tür.

Aber trotzdem: Einen Christen zu heiraten – das kann sich Sibel Köse bei aller Offenheit nicht gut für sich selbst vorstellen. Aber auch da gibt es Parallelen: „Das ist ja wie bei uns früher: Da durften Katholiken doch auch keine Protestanten heiraten“, sagt eine Besucherin.

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