Woche der Erinnerung
Gemeinsam gegen das Vergessen

Gronau -

Mit einer Woche der Erinnerung will das Kooperationsprojekt aus dem Arbeitskreis Asyl, der Evangelischen Kirchengemeinde Gronau, der Katholischen Kirchengemeinde St. Agatha in Epe, der Initiative „Nooit meer – Nie wieder“ und der Fridtjof-Nansen-Realschule Anfang November dafür sorgen, dass die Greueltaten des NS-Regimes nicht vergessen werden.

Mittwoch, 29.10.2014, 08:10 Uhr

Übernehmen Verantwortung (v. l.): Eva Stibbe (Lehrerin), Rudi Nacke (ehemaliger Lehrer / „Nooit meer - Nie wieder“), Bettina Roth-Tyburski (Evangelische Pfarrerin), Marlies Imping (Arbeitskreis Asyl), Steffen Smit, Gesa Mietke, Barabra Engbrink (alle Lehrkräfte).
Übernehmen Verantwortung (v. l.): Eva Stibbe (Lehrerin), Rudi Nacke (ehemaliger Lehrer / „Nooit meer - Nie wieder“), Bettina Roth-Tyburski (Evangelische Pfarrerin), Marlies Imping (Arbeitskreis Asyl), Steffen Smit, Gesa Mietke, Barabra Engbrink (alle Lehrkräfte). Foto: Lukas Wiedau

Es ist ein ständiges, ein unbequemes Thema deutscher Geschichte – und doch ist es unverzichtbar, und könnte aktueller nicht sein. Während in Köln am Wochenende Hooligans und Rechte mit teils ausländerfeindlichen Parolen zu Tausenden auf die Straße zogen und die Polizei mit gewaltsamen Übergriffen an ihre Belastungsgrenzen führten, schwinden an vielen Schulen die Vorstellungen der nationalsozialistischen Gräueltaten immer weiter aus den Köpfen junge Schüler.

Nicht nur vor diesem Hintergrund könne gar nicht oft genug auch an die Novemberpogrome 1938 erinnert werden, sind sich die Veranstalter der „Woche der Erinnerung“ einig. Der Arbeitskreis Asyl hat diese Verantwortung schon vor 20 Jahren durch Einzelaktionen wie Menschenketten übernommen. Die eigentliche „Woche der Erinnerung“, ins Leben gerufen vom ehemaligen evangelischen Gronauer Pfarrer Thomas Müller, findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt.

Das Kooperationsprojekt aus dem Arbeitskreis Asyl, der Evangelischen Kirchengemeinde Gronau, der Katholischen Kirchengemeinde St. Agatha in Epe , der Initiative „Nooit meer – Nie wieder“ und der Fridtjof-Nansen-Realschule startet am 8. November (Samstag) um 19 Uhr mit einem Konzert des Frauenchors „BellaDonna“ (und Gästen) in der Evangelischen Stadtkirche Gronau.

Am 9. November (Sonntagmorgen) findet um 9.30 Uhr ein Gottesdienst – gestaltet von Bettina Roth-Tyburski und Jugendlichen des Israel-Austausches – statt. Am Abend ist um 17 Uhr eine Gedenkveranstaltung mit Mahnmarsch zum Platz der ehemaligen Synagoge (Kurt-Schumacher-Platz) geplant. Schüler der neunten und zehnten Klassen werden hier mit kurzen Beiträgen an lokale Schicksale Gronauer Bürger erinnern. Besonders dieser lokale Bezug sei in der Vorbereitung, in der Fotos gesichtet oder Namen wiederkannt wurden, für die Schüler besonders interessant und aufschlussreich gewesen, sind sich die beteiligten Lehrer einig. Eine wichtige Erfahrung. Viele von ihnen wüssten nämlich mit dem Datum 9. November kaum noch etwa anzufangen, interessierten sich nur noch bedingt für die Verbrechen der Nationalsozialisten – und noch weniger für die Schicksale der verfolgten Juden. Dieses Desinteresse würde ihnen mitunter aber auch vorgelebt, ist sich Steffen Smit sicher. Ein Gang entlang einiger Gronauer Denkmäler führe seinen Schülern dies sehr eindrucksvoll vor Augen: Die Kriegsdenkmäler sauber strahlend und zeitweise mit Blumen dekoriert, der Gedenkstein für jüdische Opfer am Kurt-Schumacher-Platz scheint dagegen fast mickrig und weniger aufwendig gepflegt. „Wieso tut die Stadt da nichts“, fragen ihn seine Schüler dann häufig verwundert.

Gegen Ende der Erinnerungswoche steht am 12. November (Mittwoch) um 15 Uhr noch ein Besuch der Synagoge in Enschede – inklusive eineinhalbstündiger Führung von Heinz Krabbe – auf dem Programm.

Den Abschluss bildet eine Filmvorführung am 14. November (Freitag) um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche in Epe. Gezeigt wird „Auf der Suche nach dem letzten Juden meiner Familie“, eine Dokumentation des Berliner Filmemachers Peter Haas, der sich auf die Spuren seiner Familie begibt. Nach dem Film besteht Gelegenheit zu einem Nachgespräch.

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Weitere Informationen und Anmeldungen zum Besuch der Synagoge unter ✆ 02562 712317

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