Bremer Studenten planen
„Kleines Bauwerk“ – großer Nutzen

Gronau -

„Kleines Bauwerk“ nennt Stadtbaurat Frank Vetter das, was in einer Gemeinschaftsarbeit der Bauteilbörse der Chance mit der Hochschule Bremen auf dem Schumacher-Platz entstehen soll.

Mittwoch, 19.11.2014, 07:11 Uhr

Ortstermin im Nieselregen: Studenten aus Bremen machten sich Dienstag ein Bild vom Schumacher-Platz, wo ihr „Kleines Bauwerk“ entstehen soll.
Ortstermin im Nieselregen: Studenten aus Bremen machten sich Dienstag ein Bild vom Schumacher-Platz, wo ihr „Kleines Bauwerk“ entstehen soll. Foto: Klaus Wiedau

Trist und grau liegt der Kurt-Schumacher-Platz im Regen. Das einzig besondere an diesem Dienstagmorgen ist eine Gruppe von Menschen, die vor den Tropfen Schutz an der Fassade des ehemaligen Kaufhauses sucht. „Hat Hertie wieder geöffnet?“, unkt prompt ein Passant, als der die Gruppe sieht. Er liegt daneben. Die 25 junge Menschen sind Studenten der Hochschule Bremen (Fachbereich School of Architecture). Ihr Ortstermin in Gronau ist Teil einer Projektarbeit, dessen Ergebnis die Gronauer spätestens im Mai 2015 sehen und benutzen können sollen.

„Kleines Bauwerk “ nennt Stadtbaurat Frank Vetter das, was in einer Gemeinschaftsarbeit der Bauteilbörse der Chance mit der Hochschule Bremen entstehen soll. Das „Kleine Bauwerk“ ist Bestandteil eines Projektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), an dem die Bauteilbörse Gronau beteiligt ist und bei dem gezeigt werden soll, wie gebrauchte Bauteile mit neuem Verwendungszweck eingesetzt werden können. Es soll ein Experimentalbau unter dem Thema „Industriedesign Gronau“ entstehen. Und zwar im Bereich des ehemaligen Brunnens

„Gemeinsames Lernen aller Beteiligten im sparsamen Umgang mit Ressourcen durch Wiederverwertung“ – oder anders: „Bauen der Zukunft“ nennt das Ute Dechantsreiter, Architektin aus Bremen und zugleich Geschäftsführerin des Bundesverbandes Bauteilnetz Deutschland.

Dass es bei Planung und Bau des „Kleinen Bauwerkes“ um mehr geht als eine Arbeitsmaßnahme für die Bremer Masterstudenten, betont auch deren Professorin Michaela Hoppe: „Es geht um das Quantifizieren von Umweltvorteilen durch den Einsatz von gebrauchten Bauteilen.“ Als Teil des Projektes müssen die Studenten daher eine Ökobilanz erstellen und anhand von messbaren Faktoren (von CO-Bilanz bis Eutrophierung und Naturraumbeanspruchung) nachweisen, wie ihr Gebäude im Vergleich mit einem Objekt abschneidet, das ausschließlich aus neuen Bauteilen erstellt würde.

Und am Ende sollen die Gronauer Bürger etwas von dem Projekt haben – dafür plädierten am Dienstag beim Termin vor Ort Stadtbaurat Frank Vetter, „Chance“-Geschäftsführerin Ira von Borczyskowski und Frank Männicke, Projektkoordinator Bauteilbörse Gronau. Sie alle können sich vorstellen, dass ein Pavillon entsteht, in dem ab Frühjahr 2015 die Planungen und Ideen für die Neugestaltung der Gronauer Innenstadt präsentiert werden. Das „Kleine Bauwerk“ könnte so bestenfalls zu einem Ort der Information und der Begegnung von Menschen werden. Wo genau das Objekt am Ende stehen wird, blieb am Dienstag offen. Sicher ist nur: Es wird ein Bauwerk auf Zeit, das wieder weichen muss.

Die Studenten um Professorin Michaela Hoppe gehen jetzt mit Volldampf ans Werk, im Januar soll in Bremen die Abschluss-Präsentation von zehn bis 15 Entwürfen stattfinden. Geplant ist auch eine Präsentation auf den Altbautagen in Bremen. Irgendwann danach wird auch der Bauausschuss das Ergebnis sehen – bevor es auf dem Schumacher-Platz Gestalt annimmt.

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