„Max kommt“
Die ewig schwärende Wunde

Gronau -

An Cassy Carrington sollte sich „Dr.“ Busch mal ein Beispiel nehmen: Während Ralf Rotterdam in seiner Rolle als mondäne Diva in tadelloser Aufmachung weibliches Charisma verbreitete, hatte es bei Busch nicht einmal zum Rasieren der nackten Beine gelangt. Sein Auftritt als Helene Fischer zum Auftakt von „Max kommt“ fiel aber auch eher unter die Rubrik Klamauk. „Max“ ist da ja wie der Münster-„Tatort“: Ohne Klamauk zündet die ganze Geschichte nicht.

Montag, 24.11.2014, 10:11 Uhr

„Dr. Busch“ auf Tuchfühlung mit dem Publikum am Samstagabend während der Max-Show.
„Dr. Busch“ auf Tuchfühlung mit dem Publikum am Samstagabend während der Max-Show. Foto: Martin Borck

Aber das Komödiantische ist eben nicht alles: Die „Mäxe“ sehen sich schließlich auch einem Bildungsauftrag verpflichtet. Und den erfüllen Klaus Wiedau und Otto Lohle bei Gesprächen mit ihren Talk-Gästen. Franz-Josef Weilinghoff, das „Wunder von Heek“, der im Mai überraschend die Bürgermeister-Wahl in der Dinkelgemeinde gewonnen hatte, plauderte über das Rezept für seinen Erfolg. Der lag seiner Ansicht nach in der frischen Art seines Wahlkampfs begründet: „Ich habe vor allem auf junge Leute gesetzt.“ Der Wahlsieg selbst war für den Eperaner im ersten Moment unwirklich – „wie in einem Film“. Mittlerweile reagiere er aber schon, wenn er mit „Bürgermeister“ angesprochen werde. „Aber auch auf Weili oder Franz-Jupp höre ich nach wie vor.“

Einen Blick hinter die Kulissen von Fernsehproduktionen wie beispielsweise DSDS oder „Nur die Liebe zählt“ verschaffte Sebastian Beloch den Zuhörern in der Bürgerhalle. Er wirkt im Hintergrund bei den Produktionen mit. Seine Aufgabe ist es unter anderem, den Überblick zu behalten, was bei den Drehs aufgenommen wird und welche Takes sich für die Einspieler bei den TV-Shows eignen. Eine unverzichtbare Hilfe für den Schnitt der Endfassungen.

Auch Niko Brinkmöller hat mit dem Medium Film zu tun: Er hat den neuen Gronauer Imagefilm hergestellt, der in nicht einmal drei Minuten in Hochglanz-Optik die Schokoladenseiten der Stadt darbietet. Beim Filmen setzte er einen Hexakopter ein. Die ferngesteuerte und programmierbare Drohne ermöglichte grandiose Luftaufnahmen.

Imagefilme verbreiten nichts anderes als Illusionen – finden dagegen die „Mäxe“. Wo bleibt da die Realität? Das Trio präsentierte eine Negativ-Version des Films, eine gelungene Parodie mit Pennern, Pieslern und Proletariern. „Ich wette, unser Film wird auf Youtube mehr Klicks bekommen als das Original“, unkte Lohle.

Auch die Dance-Company – seit über 20 Jahren Teil der Show – hat ihre Schattenseiten: Die Tänzerinnen projizierten ihren Jahresrückblick auf eine Schattenwand. Internationale sportliche Großereignisse fanden sich dabei genauso wieder wie lokal-erotische Begebenheiten während des Georgi-Schützenfestes.

Hitverdächtig waren einige Szenen aus dem Video-Jahresrückblick von Kai Klöten alias Stefan Busch . Einer der Höhepunkte: die aktuellen Unterwäsche-Kollektionen, die die Mäxe mit unvergleichlicher Nonchalance auf dem Laufsteg darboten.

Ur-Eperaner Tönne Speckmann (Lohle) widmete sich auf Platt dem Thema, inwieweit Minderheiten und Randgruppen Einfluss auf das hiesige Schützenwesen nehmen dürfen – oder ob die Gründung einer Frauenkompanie nicht doch den Untergang des Abendlandes bedeutet.

Max kommt

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  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
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  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
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  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck
  • Ihren Rückblick auf das Jahr 2014 präsentierten die drei „Mäxe“ am Samstag in der Bürgerhalle Foto: Martin Borck

Musikalisch sorgten das Posaunen-Quartett Chucka Charlies, das Vokal-Trio „The Judies“ mit Close-Harmony-Gesang im Stil der Andrews Sisters und Gronaus Schlager-Sternchen Danielle für Unterhaltung.

Und Cassy Carrington, die lasziv zwei Chansons aus ihrem aktuellen Repertoire vortrug. Dass der neue Star am Travestie-Himmel aus Schöppingen stammt, „im Kindergarten die schönsten Barbies hatte“ und sich über die große Zustimmung freut, die ihr/ihm beim ersten großen Auftritt in der Vechtegemeinde entgegenschlug – das erfuhren die Zuhörer im Talk mit Lohle und Wiedau.

Mit seinen umgetexteten Hits von Stars der nationalen und internationalen Szene gelingt es Stefan Busch immer wieder, die offene Wunde im Verhältnis zwischen Gronauern und Eperanern weiter schwären zu lassen. Als ob es sein Auftrag sei, den Keil zwischen den Ortsteilen auf ewig weiterzutreiben – und das auch noch zu feiern: „Ein Hoch auf uns, fast 40 Jahre, auf keinen Tag Gemeinsamkeit“ ließ er im Stile des Rudelsingens das Publikum den Hit von Andreas Bourani mitgrölen.

Kalle Kaminski (Klaus Wiedau) setzte wiederum den kabarettistischen Schlusspunkt. Aber was heißt hier Punkt: Es war ein 40-minütiger Rundumschlag, der alles traf, was sich nicht rechtzeitig in Deckung gebracht hatte. Bürgermeisterin Sonja Jürgens fungierte als Bugfigur an Kaminskis Modellbau-Piratenschiff – der „Queen Sonja of the Soz-Seas“. Ein dezenter Hinweis darauf, dass das Spielgerät auf dem Laga-Gelände immer noch nicht ersetzt ist. Ein weiteres Zeichen der Inkompetenz von Rat, Verwaltung und Beschäftigungsgesellschaft „Chance“. „Die Messdiener von St. Agatha würden das Schiff in einer 72-Stunden-Aktion aus Billy-Regalen herstellen“, polterte Kaminski. Und schlug vor, das Schiff multifunktional einzusetzen: als Arche – damit wäre auch das Problem des fehlenden Tierheims gelöst.

Kaminski ließ nichts aus: Ratten im Rathaus, Oktoberfeste, auf denen „zwei Abende lang Seppel in Plastikhosen mit Lederoptik herumlaufen“, Öl im Amtsvenn, Name für die neue Grundschule, fehlende Stellenbeschreibungen für die Rathaus-Angestellten, das Rathausgebäude selbst, die Preiserhöhung für die Bäder („Dr. Drepper seine Nirosta-Becken“) – und die angestrebte Fraktionsgemeinschaft von Herbert Krause mit den Piraten, die Krause als dem ältesten Ratsmitglied eine digitale Revolution abverlange. „Wissen Sie, wie die aussieht? Dass er an seiner 70er-Jahre-Schreibmaschine das Farbband auswechselt“, spottete Kaminski. „Für Krause ist Hardware doch ein acht Minuten lang gekochtes Ei, und bei Schnittstelle denkt er an die Wursttheke bei K+K. Gebt Krause bloß kein Tippex!“, gipfelte seine Tirade: „Der ist imstande und löscht damit das Internet.“

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