Stärkere Erdabsenkungen im Amtsvenn
Aber: "Kein Öl im Grundwasser"

Gronau-Epe -

Im Eper Amtsvenn ist nach dem Ölschaden im Frühjahr weiter Geduld gefragt: Eine für Dezember avisierte Sitzung der Koordinierungsgruppe mit Vertretern verschiedener Behörden und Institutionen, der SGW und Gutachtern, wurde auf Anfang Januar vertagt. Das bestätigte am Freitag auf Anfrage der WN der Sprecher der Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg, Andreas Nörthen.

Samstag, 06.12.2014, 07:12 Uhr

In dieser Sitzung soll – wie berichtet – ein geologisches Modell präsentiert werden, anhand dessen nachvollzogen werden kann, „auf welchem Weg sich das Öl nach oben ausgedehnt hat“. Die aus dem Modell abzuleitenden Erkenntnisse werden auch entscheidend für den Sanierungsplan sein, so Nörthen. Weil der Gutachter die Arbeiten am geologischen Modell noch nicht abgeschlossen hat, sei die Sitzung verschoben worden. In das Verfahren zur Erstellung des Modells ist laut Nörthen auch der Geologische Dienst des Landes NRW in Krefeld involviert: „Die Fachleute tauschen sich noch untereinander aus.“

Derweil scheinen für die Familie Sundermann, auf deren Hofstelle im April auch Öl aus dem Boden trat, die Tage der Unterbringung im Hotel gezählt: Nach WN-Informationen haben die Sundermanns mit der SGW eine Einigung über den Verkauf der Hofstelle erzielt und inzwischen ein neues Anwesen erworben.

Im Rahmen einer Fernseh-Sendung („ZDFzoom“) wurde am Mittwoch berichtet, dass die Erdsenkungen im Kavernengebiet immer stärker werden. Bis zu 7,5 Zentimeter habe die Senkung zuletzt jährlich betragen. Zum Vergleich: Insgesamt waren es seit 1972 – dem Jahr der Inbetriebnahme – 70 Zentimeter. Das ZDF bezieht sich auf Aussagen von Harald Friedrich , einem ehemaligen Abteilungsleiter im NRW-Umweltministerium. Peter Dörne (für die Ölkavernen zuständiger Dezernent der Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg ) bestätigte am Freitag gegenüber den WN diese deutlich stärkeren Senkungen: „Das ist korrekt.“ Im Film machten Anlieger des Amtsvenns diese Senkungen für die Bildung von Rissen in ihren Gebäuden verantwortlich, die erst in den letzten Jahren entstanden seien.

Nicht bestätigt wurde von der Bezirksregierung hingegen ein Medienbericht, demzufolge am Donnerstag im Schadensgebiet erstmals Spuren von Öl im Grundwasser nachgewiesen worden seien. Nörthen: „Öl im Grundwasser wurde bisher nicht festgestellt.“ Lediglich an einem Messpunkt (im Bereich eines Oberflächengewässers) seien bisher „für Öl untypische Kohlenwasserstoffe“ registriert worden, „Das hat aber nichts mit dem Rohölschaden zu tun“, so Nörthen und sein Kollege Peter Dörne.

In dem ZDF-Bericht wurde weiter dargestellt, dass zwar regelmäßig der Zustand der Kavernen überprüft worden sei, nicht aber der der Rohrleitungen, die über 1 000 Meter in die Tiefe führen. Solche Messungen seien gesetzlich nicht vorgesehen. „Wenn zwar der Zustand der Kaverne ordentlich dokumentiert wird, nicht aber der der Zuwege, ist das objektiv ein Mangel“, sagte Friedrich weiter. Auch die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Bergbehörde, so das ZDF im Beitrag, hält Bergbewegungen als Ursache für den Unfall für durchaus möglich.

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte dem ZDF auf Anfrage mit, dass auch nach dem Unfall die Aufsicht über die Kavernen nicht verschärft werden solle. „Zur Zeit gibt es keine Erwägungen in der Bundesregierung, Genehmigungs- und Überwachungskriterien hinsichtlich des Betriebs von Speicherkavernen im Bundesberggesetz zu verändern“, heißt es laut ZDF in einer schriftlichen Stellungnahme.

Zum Hintergrund:

Ölfund im Eper Amtsvenn gibt weiter Rätsel auf

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Durch ein Leck in der unterirdischen Zuleitung zu einer Kaverne der Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW) trat im Frühjahr im Amtsvenn Öl aus . Erstmals festgestellt wurde das am 12. April, als Rinder auf einer Weide im Öl standen. Kurz darauf sickerte auch an zwei anderen Stelle Öl aus den Boden – unter anderem auf dem Anwesen der Familie Sundermann, die daraufhin den Hof nur noch tagsüber betreten durfte. Über Monate wurde nach der Ursache gesucht, bis schließlich die Leckage der Kavernen-Zuleitung gefunden wurde. Aufwendige Erkundungen der Geologie im Schadensgebiet und Tausende von Wasser- und Bodenuntersuchungen folgten. Bisher wurden nach Angaben von SGW und Gutachtern rund 11 500 Kubikmeter Öl-Wasser-Gemisch abgesaugt, der ölhaltige Anteil wird auf 46 Tonnen beziffert, der Öl-Anteil darin auf 27,8 Kubikmeter. Der Öl-Anteil in rund 34 000 Tonnen belastetem Erdreich wird auf weitere 15 Kubikmeter geschätzt.

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