Kulturen-Express Gronau unterwegs
Eigene (Flucht-)Geschichten erzählen

Gronau -

Ist es möglich, Jugendliche für trockene Themen wie Migration und Herkunftskultur zu gewinnen? Das Projekt Kulturen Express ist jetzt gestartet. Unter anderem sollen die Jugendlichen mit Tänzen, Theater und Liedern ihre Geschichten erzählen.

Dienstag, 09.12.2014, 11:12 Uhr

Die Workshops für das Projekt Kulturen Express sind angelaufen, aber offen für weitere Interessenten. Projektleiter Dirk Schubert (rechts) und Rainer Hülskötter, Leiter des Fachbereiches Soziale Dienste (links) erläuterten jetzt in der Anne-Frank-Hauptschule dazu einige Hintergründe, in der Mitte Birgit Schütte, Diplom-Sozialpädagogin an der Schule, und einige Schüler.
Die Workshops für das Projekt Kulturen Express sind angelaufen, aber offen für weitere Interessenten. Projektleiter Dirk Schubert (rechts) und Rainer Hülskötter, Leiter des Fachbereiches Soziale Dienste (links) erläuterten jetzt in der Anne-Frank-Hauptschule dazu einige Hintergründe, in der Mitte Birgit Schütte, Diplom-Sozialpädagogin an der Schule, und einige Schüler. Foto: Erhard Kurlemann

Der 15. März 2015 ist ein wichtiger Tag. An diesem Sonntag will der Kulturen-Express Gronau seine Ergebnisse im Rock‘n‘Popmuseum präsentieren. Dann sollen Jugendliche wahre Geschichten erzählen – „ Migration und Herkunftskultur “ lautet das Thema. „Es geht darum, gerade Jugendliche für so ein sperriges und trockenes, aber dennoch sehr wichtiges Themenfeld zu interessieren“, berichtet Projektleiter Dirk Schubert .

Rund 30 Schüler der achten und neunten Klassen der Fridtjof-Nansen-Realschule und der Anne-Frank-Gemeinschaftshauptschule haben mit den Vorbereitungen begonnen. „Die Jugendlichen müssen nichts können, nur die Bereitschaft haben, ihre Geschichte zu erzählen.“

Rainer Hülskötter ist Leiter der Sozialen Dienstes im Jugendamt der Stadt. „Gerade, weil das Thema vorrangig nicht interessiert, darf dieses Projekt nicht halbherzig angegangen werden, sonst ist es von vorneherein zum Scheitern verurteilt.“

Einzelne Geschichten sollten erzählt werden – ob als Song, oder in einem Tanz, einem kleinen Theaterstück oder als Musical, entscheiden die Jugendlichen. „Oft gibt es eine Sprachlosigkeit in den Familien“ hat Schubert festgestellt, der als Projektentwickler für das freie Institut Heurekanet in Münster arbeitet. Gemeinsam mit dem für seine jugendkulturelle Arbeit ausgezeichneten Regisseur Gandhi Chahine hat er in den vergangenen Jahren mehrere Modellprojekte entwickelt, die Integrationsthemen aufgreifen und die gesellschaftliche Teilhabe von jungen Menschen fördern. „Schauspiel, Musical oder Tanz eigenen sich besonders als Transportmittel für schwierige Themen“, berichtet Schubert aus seinen Erfahrungen.

„Viele Jugendliche sind bildungshungrig“, betont Birgit Schütte, Diplom-Sozialpädagogin an der Anne-Frank-Schule. „Da ist es gut, wenn man sie ihre Form des Erzählens selbst wählen lässt – bis hin zum eigenen Bühnenauftritt. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein.“

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur dürfe durchaus durch „Verwandte als Paten“ in den Workshops unterstützt werden. Informationen gibt Rainer Hülskötter, ✆  02562 12-367.

Die Jugendlichen aus Gronau sind zwischen 14 und 18 Jahren alt und treffen sich jeweils an einem Nachmittag pro Woche. „Das Projekt findet außerhalb der Schulzeit statt“, lobt Schulleiter Jupp Ferling das Engagement. Bislang wurden erste Tanzchoreographien, Schauspielszenen und Songfragmente entwickelt. In der nächsten zeit geht es dann darum, herauszuarbeiten, welche kulturellen Besonderheiten die Jugendlichen jeweils für bedeutsam halten“, beschreibt Projektleiter Dirk Schubert die nächsten Schritte, verbunden mit dem Aufruf, bei Interesse einfach mitzumachen.  

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