Franziskaner steht für lebenslangen Einsatz gegen Armut und Unterdrückung
Pater Beda wird heute 80 Jahre alt

Gronau/Kloster Bardel -

Sein Name ist zum Synonym für den Kampf gegen Unterdrückung und Armut der Menschen in Brasilien geworden. Sein „Kleinsein“ ist – wie einst beim Heiligen Franziskus – seine Größe. Sein beispielhaftes Wirken umschreiben andere als „gelebtes Evangelium“: Pater Beda feiert heute – am Heiligen Abend – seinen 80. Geburtstag.

Mittwoch, 24.12.2014, 08:12 Uhr

Mitten im Leben und immer im Einsatz gegen Armut und Unterdrückung: Pater Beda feiert heute seinen 80. Geburtstag.
Mitten im Leben und immer im Einsatz gegen Armut und Unterdrückung: Pater Beda feiert heute seinen 80. Geburtstag. Foto: Klaus Wiedau

Geboren wurde Pater Beda 1934 als Linus Vickermann in Opherdicke im Sauerland. Schon als Messdiener stand sein Entschluss fest, Missionar zu werden. So trat er 1956 in den Orden der Franziskaner ein. Nach dem Grund für den Ordenseintritt gefragt, schrieb er damals in ein Formular: „Pro Hominibus – für die Menschen bestellt.“ Bis heute fühlt er sich diesem Leitspruch verpflichtet.

Bevor Pater Beda in Brasilien Theologie sowie Philosophie studierte und 1962 zum Priester geweiht wurde, erlernte er das Gärtnerhandwerk. 1964 wurde er nach Deutschland zurückgeschickt, um „Brücken zu bauen“, Brücken der Liebe und Hilfe für die notleidenden Menschen in Brasiliens Nordosten.

Mit Altpapier- und Altkleidersammlungen erzielte er Erlöse für kleine Entwicklungsprojekte im größten Land Lateinamerikas. Den Menschen dort in den Armenvierteln fühlt er sich seit Jahrzehnten verbunden – und das nicht nur in der Theorie: Immer wieder in Pater Beda in Brasilien, wirkte dort an den Brennpunkten: Im Habit stand er vor den Gitterstäben des Gefängnisses und baute mit seiner persönlichen Ansprache und seinem Beispiel Menschen auf. Seit 50 Jahren sieht der von ihm initiierte „Aktionskreis Pater Beda für Entwicklungsarbeit“ seine Aufgabe nicht nur darin, Geld zu beschaffen oder Informationen zu verbreiten. Vermittelt werden auch Partnerschaften mit Gemeinden in Brasilien. Und jungen Deutschen die Möglichkeit geboten, eine Zeit lang nach Südamerika zu reisen und dort unter den Menschen zu leben, die Hilfe besonders nötig haben.

Für sein humanitäres Engagement wurde Pater Beda 2003 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er kommentierte seinerzeit die Ehrung mit den Worten: „Es ist nicht mein Verdienstkreuz allein, es gehört uns allen. Ich betrachte es als Auszeichnung für die vielen guten Freunde.“

Im Jahre 2007 konnte Pater Beda sein 50-jähriges Ordensjubiläum feiern, 2012 beging er gemeinsam mit mehr als 1000 Gästen im Kloster Bardel sein Goldenes Priesterjubiläum. „Brasilien hat Pater Beda geprägt, aber Pater Beda auch Brasilien“, attestierte ihm bei dieser Gelegenheit Ulrich Jost-Blome , der Leiter des Referates Weltkirche des Bistums Münster. Sein Mitbruder, Pater Wilhelm Ruhe, bescheinigte ihm, „aus der frohen Botschaft eine frohe Praxis gemacht zu haben“.

Und wer Pater Beda kennt, weiß, dass sich daran – selbst bei schwindenden Kräften – auch im neuen Lebensjahrzehnt nicht ändern wird,

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