Künstlerin Burgi Kühnemann stellt aus
Aktdarstellungen bekommen Collagecharakter

Gronau-Epe -

Die Künstlerin Burgi Kühnemann, die in diesem Monat ihren 80. Geburtstag feiern wird, hat sich in den 80er-Jahren intensiv der Aktdarstellung gewidmet. Dieser bis in die 90er-Jahre hineinreichenden Schaffensphase widmet die Galerie van Almsick ihre derzeitige Ausstellung.

Mittwoch, 04.02.2015, 12:02 Uhr

Mit der Aktdarstellung hat Burgi Kühnemann ihre Vorliebe für altes Papier verbunden.
Mit der Aktdarstellung hat Burgi Kühnemann ihre Vorliebe für altes Papier verbunden. Foto: Sigrid Winkler-Borck

Mit der Aktdarstellung hat Kühnemann ihre Vorliebe für altes Papier verbunden. So hat sie etwa auf den schon vergilbten Noten von „ Les Dragons de Villars“, der Oper von Louis-Aimé Maillart , einen Akt in Schwarz und Grau gemalt. Ausrisse aus alten Kontorbüchern und Zeitungen hat sie ebenfalls immer wieder in ihre Aktkompositionen mit einbezogen. Ihre Vorliebe für altes Papier bezieht auch jenes feste blaue Papier mit ein, das in den 50er- und 60er- Jahren als Schutzumschlag für Schulbücher und Hefte genutzt wurde. Wer in jener Zeit die Schulbank drückte, wird sich sicherlich daran erinnern.

Schon während ihres Studiums an der Werkkunstschule in Düsseldorf in den 50er-Jahren beschäftigte sich Burgi Kühnemann intensiv mit der Aktdarstellung. In den 80ern hat sie in Aachen dann auch selbst Aktzeichnen unterrichtet.

Häufig beschränkt sich die Künstlerin bei ihren Darstellungen auf den Torso. Gesichter spielen in ihren Arbeiten eigentlich keine Rolle.

Da sie gelegentlich auch mehrere unterschiedlich beschriebene und bedruckte alte Papiere als Malgrund übereinander legt, bekommen ihre Aktdarstellungen einen Collagecharakter . Kühnemann ist im Laufe der Zeit aber noch einen Schritt weiter gegangen und schließlich von der Zeichnung und Malerei in den Objektbereich vorgestoßen. So hat sie Leporellos, also ziehharmonikaartige Faltbücher, im Offsetdruck gestaltet und anschließend handkoloriert. Die kleine ausgestellte Serie „flügellos und sterblich“ gehört dazu.

Darüber hinaus hat sie alte Bücher mit Akten übermalt und überschrieben und ihnen damit eine neue Deutungsebene verliehen. Wie das bei dem in zweimaliger Ausführung vorhandenen „Gebetbuch für einsame Frauen im Kasten“ geschehen ist. Kühnemanns ungewöhnlichen Buchobjekten wurden in den vergangenen Jahren auch museale Ausstellungen gewidmet.

Mit 75 teils großformatigen Arbeiten, die in Öl über Gouache, Aquarell, Offsetdruck und Radierung bis hin zu Mischtechniken gestaltet sind, ist es eine sehr umfangreiche Präsentation.

► Bis zum 22. Februar werden Burgi Kühnemanns Aktdarstellungen in der Galerie van Almsick gezeigt. Geöffnet ist diese mittwochs bis freitags sowie sonntags von 15 bis 18 Uhr.

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