Sparkassen-Bilanz 2014
Ergebnis liegt über den Erwartungen

Gronau -

Trotz der weiter stark gesunkenen Zinsen war das Jahr 2014 für die Sparkasse Gronau ein erfolgreiches Jahr: Ertragslage und Gesamtergebnis bezeichneten Vorstandsvorsitzender Wilfried Hammans und sein Kollege Wilhelm Nassmacher bei der Bilanzvorstellung am Dienstag als „über den Erwartungen liegend“.

Mittwoch, 04.02.2015, 09:02 Uhr

Vorstandsvorsitzender Wilfried Hammans (l.) stellte gemeinsam mit seinem Kollegen Wilhelm Nassmacher die Geschäftsbilanz 2014 vor.
Vorstandsvorsitzender Wilfried Hammans (l.) stellte gemeinsam mit seinem Kollegen Wilhelm Nassmacher die Geschäftsbilanz 2014 vor. Foto: Klaus Wiedau

Trotz der weiter stark gesunkenen Zinsen war das Jahr 2014 für die Sparkasse Gronau ein erfolgreiches Jahr: Ertragslage und Gesamtergebnis bezeichneten Vorstandsvorsitzender Wilfried Hammans und sein Kollege Wilhelm Nassmacher bei der Bilanzvorstellung am Dienstag als „über den Erwartungen liegend“. Der Zinsüberschuss nahm gegenüber 2013 trotz der Rahmenbedingungen zu, die Provisionserträge blieben leicht hinter den Erwartungen zurück. Hammans: „Das Betriebsergebnis wird auf dem Vorjahresniveau liegen.“ 2013 wurde ein Gewinn von 263 390 Euro erwirtschaftet, der in die Rücklage floss.

Mit Blick auf die Zukunft sieht sich die Bank – wie viele andere – vor großen Herausforderungen: Wenn das Zinsniveau anhaltend niedrig bleibe oder noch weiter falle, sei das Gegensteuern nur über den gesteigerten Verkauf von Produkten oder eine deutliche Senkung der Kosten möglich. Wie diese Kostenreduzierung aussehen könnte, ließ Hammans offen. Nur soviel: Die Sparkasse arbeite auf Verbandsebene an zukunftsweisenden Projekten. Auf Nachfrage machte er aber deutlich, dass nicht an Personalabbau gedacht werde. Schon jetzt arbeite das 120-köpfige Team (inklusive Teilzeitkräften) „am Limit“ (Hammans), eine Reduzierung sei auch angesichts der Regularien, die die Bank zu erfüllen habe, nicht denkbar. Allerdings gelte es mit Blick auf die Kunden die richtigen Antworten auf die Frage zu geben, „wer will was in welchem Alter“ und entsprechende Angebote in der Sache, aber auf für den Dialog mit dem Kunden zu machen.

Zu den Zahlen des vergangenen Jahres: Ein wesentlicher Faktor für das über den Erwartungen liegende Ergebnis sei in Zeiten sinkender Margen die „auskömmliche Verzinsung der Eigenanlagen“ gewesen. Die Bilanzsumme verringerte sich um 9,1 Millionen Euro auf 453,5 Millionen Euro (minus 2 Prozent). Dieser Rückgang resultiere aber nicht aus dem Kundengeschäft, sondern im wesentlichen aus dem Abbau von Forderungen gegenüber Kreditinstituten und institutionellen Anlagen.

Das Kundeneinlagengeschäft blieb mit 268 Millionen Euro (bilanzwirksam) knapp unterm Vorjahresniveau (minus 0,4 Prozent). Angesichts der niedrigen Zinsen nahmen indes die Spareinlagen von 148 Millionen Euro auf 141 Millionen Euro ab – zu Gunsten der Sichteinlagen (96 Millionen, plus 9,3 Prozent). Und: Deutlich mehr gesparte Gelder wurden für die Rückzahlung von Krediten, Investitionen am Haus oder für Konsumgüter verwendet. Minuszinsen sind indes kein Thema: Hammans: „Wir haben nicht vor, unseren Privatkunden Minuszinsen abzunehmen.“

Das Volumen der Sparkassenbriefe sank um 700 000 auf 22 Millionen Euro. Die klassischen Spareinlagen und Sparkassenbriefe blieben mit einem Volumen von 163 Millionen Euro die beliebteste Anlagenform der Sparkasse Gronau.

Das Kreditgeschäft nahm gegenüber dem Jahresbeginn um 1,3 Prozent von 301 auf 305 Millionen Euro zu (im Verbandsgebiet um 1,5 Prozent). Mit rund 41 Millionen Euro konnte die Höhe der neuen Darlehen gegenüber dem Vorjahr nicht ganz erreicht werden. Die Wohnungsbaudarlehen wurden um 2,1 Prozent ausgeweitet, ein großer Teil davon für energieeffiziente Investitionen verwendet, für Modernisierung und Renovierung 1,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die gewerblichen Kredite nahmen um 4,7 Prozent ab – im wesentlichen durch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien und vorzeitige Rückzahlungen. Hammans: „Das zeigt, dass es den Unternehmen ganz gut geht.“ Die Kommunalkredite (Stadt und andere öffentliche Einrichtungen) nahmen zum Jahresende um 9,2 Millionen Euro zu. Hammans: „Längerfristige Darlehen wurden zurückgeführt, Kontokorrentlinien in Anspruch genommen.“

Einen „Rekordabsatz“ verzeichnete die Sparkasse bei Provinzial-Lebensversicherungen (plus 54,3 Prozent). Hier nutzten die Kunden die noch höheren Garantieverzinsungen der Lebensversicherungen bis Ende 2014 (1,75 Prozent zu heute 1,25 Prozent). „Vom Volumen her etwas weniger als 2013, aber überdurchschnittlich“ – so die Bewertung der Abschlüsse im Bereich der Bausparverträge. In der Sparte Immobilienvermittlung entsprach das Ergebnis „vom Volumen her etwa dem des Jahres 2013“, so Nassmacher. Aber: „Das Angebot hat sich gegenüber dem Vorjahr halbiert.“

Aus der Sparlotterie wurden 2014 Preise im Wert von 200 000 Euro ausgeschüttet, zudem vergab das Institut 300 000 Euro an Spendengeldern an Schulen (80 000 Euro), Jugendabteilungen der Sportvereine (70 000 Euro) und Kitas (40 000 Euro). Das Kapital der Sparkassenstiftung betrug zum Jahresende 650 000 Euro.

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