Wiedereröffnung des Wasserturms
OP gelungen, Patient lebt wieder

Gronau -

Wiederbelebung erfolgreich: Mit einem kurzen Scherenschnitt erweckten am Donnerstag Bürgermeisterin Sonja Jürgens und Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Drepper den Wasserturm nach dreijähriger „Schönheits-OP“ aus der Sanierungs-Narkose. Ab sofort steht das technische Kulturdenkmal wieder mitten im öffentlichen Leben. Und das mehr als bisher, denn: Der Turm ist jetzt für viele Aktivitäten zu mieten.

Freitag, 20.03.2015, 07:03 Uhr

Mehr als 110 Jahre, aber wieder top in Form: Der Wasserturm wurde am Donnerstag nach der Sanierung offiziell wiedereröffnet. Bürgermeisterin Sonja Jürgens und Stadtwerke-Chef Dr. Wilhelm Drepper schnitten das Band durch.
Mehr als 110 Jahre, aber wieder top in Form: Der Wasserturm wurde am Donnerstag nach der Sanierung offiziell wiedereröffnet. Bürgermeisterin Sonja Jürgens und Stadtwerke-Chef Dr. Wilhelm Drepper schnitten das Band durch. Foto: Klaus Wiedau

„Die Rundumerneuerung tat Not bei einem stolzen Alter von mehr als 110 Jahren“, so Dr. Drepper . Als „Haus- und Turmherr“ konnte er zur kleinen Feierstunde neben der Bürgermeisterin die Mitglieder von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Stadtwerke, aber auch die an der Sanierung beteiligten Mitarbeiter von Stadt und Stadtwerken begrüßen. Drei Jahre lang – von 2011 bis 2014 – wurde saniert, „das Ergebnis kann sich sehen lassen“, so der Stadtwerke-Chef. Ausdrücklich dankte er Rat und Politik, die „schweren Herzens die Mittel dafür bewilligt haben“. Mehr als eine Million Euro wurden für die Total-Sanierung ausgegeben. Für die Außenarbeiten war die Stadt verantwortlich, für den Innenausbau die Stadtwerke, die das Gebäude für 20 Jahre von der Stadt gemietet haben. Mieten können ab sofort auch Privatpersonen, Firmen, Vereine oder Gruppen den Turm für Events im kleinen Rahmen (maximal 30 Personen).

Bürgermeisterin Sonja Jürgens und Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Drepper schnitten gemeinsam das Band für die symbolische Wiedereröffnung durch.

Bürgermeisterin Sonja Jürgens und Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Drepper schnitten gemeinsam das Band für die symbolische Wiedereröffnung durch. Foto: Klaus Wiedau

In die Geschichte des Turmes entführte dann Hanspeter Dickel die Gäste der Wiedereröffnungszeremonie. Er zeigte einen bunten Bilderbogen aus historischen und aktuellen Fotos und vermittelte nebenher auf unterhaltsame Weise Wissenswertes über die Entwicklung der Wasserversorgung in der Stadt. Der Turm spielte dabei ab 1903 – dem Jahr des Baus – bis 1967 eine wichtige Rolle. Anschließend war er bis 1972 noch als „Reserve“ für alle Fälle in Betrieb, ehe er 1972 endgültig stillgelegt wurde. Dickel erinnerte an die Zeiten, als ernsthaft diskutiert wurde, das Wahrzeichen Gronaus abzureißen, weil die Unterhaltskosten zu hoch wurden. All denen, die sich seinerzeit für den Erhalt engagiert hätten, sei heute die Existenz dieses Denkmals zu verdanken.

Am Wochenende können die Bürger „ihren“ Wasserturm im neuen Gewand erleben. Am Sonntag findet von 12 bis 17 Uhr der Tag des offenen Turmes statt. Aber auch darüber hinaus wird er künftig wieder regelmäßig Spielort für Veranstaltungen sein – mit modernem Ambiente wie Akustik-Decke und gebogenem TV-Monitor. Ob Führungen an den Turmtagen, ob als Kulisse für zauberhafte Abende (etwa mit Magier Dr. Knut Knackstedt), als Ort für Kultur und Lesungen. Zwei davon sind schon geplant, wie Dickel betonte: Im Juni kommt Autorin Katharina Gerwens zur Lesung, im Dezember ist Peter Kolb mit Gedichten und Musik zu Gast.

Dass in den letzten Jahren auch die äußeren Werte des Turms gefragt waren, belegten historische Bilder, auf denen der Turm zu sehen ist. Bisweilen hat es allerdings den Anschein, als sei er eigens für das eine oder andere Postkartenmotiv einfach ein wenig versetzt worden. . .

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