Zweitbester Jungkoch in Westfalen
Härter als jede TV-Show

Gronau-Epe -

Ein „nur“ ist hier ganz und gar fehl am Platz. Obwohl, ein bisschen wurmt es Marco Huesmann schon, dass er wieder auf dem zweiten Platz gelandet und nicht Erster geworden ist. Nachdem der Koch in Ausbildung beim Jugendwettbewerb „Hupfer Münsterlandgabel“ Zweiter wurde, ist er nun auch „Westfalen-Vize“ der Jugendmeisterschaft des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA).

Donnerstag, 09.04.2015, 08:04 Uhr

Zu den silberfarbenen „Pötten“, mit denen Marco Huesmann normalerweise hantiert, ist jetzt ein großer goldener dazugekommen.
Zu den silberfarbenen „Pötten“, mit denen Marco Huesmann normalerweise hantiert, ist jetzt ein großer goldener dazugekommen. Foto: Frank Zimmermann

Huesmanns Hadern ist aber kurz. Bald haben Freude und Stolz wieder die Oberhand gewonnen. Zu recht: Denn um beim Wettkochen auf Westfalenebene überhaupt teilnehmen zu dürfen, musste er sich zunächst bei einem schriftlichen Test gegen 119 Konkurrenten durchsetzen. Erst dann ging’s für Huesmann und fünf weitere Jungköche im Casino Hohensyburg in Dortmund an die Töpfe.

Muss man sich das so vorstellen wie in einer der zahlreichen Kochshows im Fernsehen? „Nein, das ist härter“, sagt Huesmann nach einer kurzen Denkpause – und liefert die Begründung gleich nach: Die vierköpfige DEHOGA-Jury achtet darauf, ob die Teilnehmer ihr Handwerk beherrschen. Da kann ein Koch nicht mit einem schön angerichteten Teller gewinnen, wenn er seinen Arbeitsplatz hinterlässt, als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Ansonsten hätte der Ablauf des Wettbewerbs aber durchaus Showpotenzial. Morgens wurde den sechs Kochazubis ein Warenkorb präsentiert. Für die Vorsuppe mussten sie zwingend Bier verarbeiten, im Zwischengang einen ganzen Saibling und Linsen. Ein Kalbsrücken war die Basiszutat für den Hauptgang und im Dessert mussten Orangen eine tragende Rolle spielen.

Die Köche hatten nun etwa eine Stunde Zeit, um ein Menü und einen Ablaufplan zu erarbeiten. Huesmann entschied sich für eine Rahmsuppe vom Landbier mit Sahnehaube, Kräutercroûtons und Schinkenstreifen. Zum auf der Haut gebratenen Saibling servierte er Balsamico-Linsen. Den Kalbsrücken bereitete er im Ganzen zu und gab den rosa gegarten Tranchen feinen Spitzkohl und Kartoffel-Petersilien-Rösti mit auf den Teller. Zum guten Schluss gab’s eine Mousse von der Orange mit Schokoladensoße und kandierten Orangenfilets.

Mit der Aufgabe sei er ganz gut klar gekommen, erzählt Huesmann. „Ich kannte alle Zutaten und hatte schnell Ideen, wie ich sie verarbeiten könnte.“ Die Arbeit am Herd lief denn auch bis auf eine Panne reibungslos. Beim ersten Ansatz röstete Huesmann das Suppengemüse zu stark an. „Das schmeckte dann sehr rauchig“, erzählt der Jungkoch grinsend. Im zweiten Anlauf klappte dann aber alles. Und beim Zwischengang hatte Huesmann sogar noch genug Zeit, einen Lauchchip für die Garnitur zu frittieren.

Das Entwickeln und Kochen solcher Menüs hatte Huesmann vorher immer wieder mit seinem Chef, Stefan Verst vom gleichnamigen Hotel, trainiert. Das sich das ausgezahlt hat, kann auch Senior-Chef Bernhard Verst bestätigen: „Ich war gerade auf einer DEHOGA-Tagung. Da ist allen sechs Teilnehmern ein sehr hohes Niveau bescheinigt worden.“ Deshalb blicke der Verband nun hoffnungsfroh auf die Nordrhein-Westfalen-Meisterschaft. Da geht auch Marco Huesmann an den Start und hat das ehrgeizige Ziel, nicht „nur“ Zweiter zu werden.

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