Ratsbeschluss am späten Abend:
Fusionsgespräche mit der Sparkasse Westmünsterland

Gronau -

Die Sparkasse Gronau wird mit der Sparkasse Westmünsterland (Ahaus/Dülmen) in intensivere Gespräche über eine Fusion eintreten. Das beschloss am späten Mittwochabend der Gronauer Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung. Der Verwaltungsrat hatte dem Rat zuvor eine entsprechende Empfehlung gegeben. „Mit Abschluss der Gespräche wird nicht vor Ende Juni gerechnet“, skizzierte der Verwaltungsratsvorsitzende Sebastian Laschke den weiteren Ablauf. Dass der Stadtrat der Empfehlung des Verwaltungsrates folgte, bestätigt für Laschke „den gewählten klaren Prozess und die gute und transparente Information der Entscheidungsträger“.

Mittwoch, 29.04.2015, 22:04 Uhr

Die Sparkasse Gronau soll Fusionsgespräche mit der Sparkasse Westmünsterland führen.
Die Sparkasse Gronau soll Fusionsgespräche mit der Sparkasse Westmünsterland führen. Foto: fz

Der Entscheidung des Rates waren Sondierungsgespräche der Gronauer Einrichtung mit der Sparkasse Westmünsterland und der Sparkasse Münsterland Ost vorausgegangen. Beide großen Schwesterhäuser hatten – wie berichtet – in diesem Verfahren „sehr gute Angebote“ abgegeben. „Diese Entscheidung ist keine Entscheidung gegen die Sparkasse Münsterland Ost, sondern für die Sparkasse Westmünsterland“, so Bürgermeisterin Jürgens mit Blick auf die hohe Qualität beider Kooperationsoptionen.

Die bessere Offerte am Ende soll dem Vernehmen nach die Sparkasse Westmünsterland gemacht haben – ausschlaggebend seien, so Insider, unter anderem Zusagen im Hinblick auf den Personalbestand in Gronau , das Gewerbesteueraufkommen und die Ausstattung der Gronauer Sparkassenstiftung gewesen sein. Details der Angebote wurden am Mittwochabend nicht bekannt.

Die Sparkasse Westmünsterland begrüßte nach der Sitzung den Beschluss des Rates der Stadt in einer Mitteilung: „Eine starke, regionale Sparkasse für den gewachsenen Wirtschaftsraum Westmünsterland ist der beste Weg für die Zukunft“, erklärte Landrat Dr. Kai Zwicker , Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Westmünsterland, und hob den offenen, sachlichen und konstruktiven Austausch hervor. „Beide Sparkassen sind sehr nah bei den Kunden, flexibel und regional verbunden, durch einen Zusammenschluss können wir diese Stärken erhalten und ausbauen“, unterstrich Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland.

Seit Jahren arbeiten beide Sparkassen in mehreren Bereichen zusammen, dazu zählen der Zahlungsverkehr, die IT-Revision, das Auslandsgeschäft und das gesetzlich vorgeschriebene Beauftragtenwesen.

Als „Beste Großsparkasse“ ist die Sparkasse Westmünsterland für 2014 unter 71 Instituten vom Sparkassenverband Westfalen-Lippe ausgezeichnet worden – bereits zum siebten Mal. Auch in der Effizienz-Rangfolge liegt sie nach eigenen Angaben auf einem Spitzenplatz. Aufgrund der bisherigen Fusionen im Westmünsterland habe die Sparkasse Westmünsterland mit eine Bilanzsumme von über 6,4 Milliarden Euro eine Unternehmensgröße erreicht, die Synergievorteile bei den Kosten für Stabs- und Zentralaufgaben bringe. Unter den 416 deutschen Sparkassen liegt sie der Größe nach im oberen Zehntel (DSGV-Rangliste: 34).

In eine mögliche Fusion bringen die Sparkassen Gronau und Westmünsterland ganz unterschiedliche Zahlen und Gewichte ein.

Das zeigt schon die Bilanzsumme, die bei der Sparkasse Westmünsterland im Vorjahr bei 6,5 Milliarden Euro lag, bei der Gronauer Sparkasse bei 453,5 Millionen Euro. Auch bei den übrigen Kennzahlen sind die „Westmünsterländer“ deutlich größer: Bei den Mitarbeiterzahlen ist das Verhältnis derzeit 1458 zu etwa 120. An Gewinn erwirtschaftete die größere Sparkasse 13,8 Millionen Euro, in Gronau waren es 263 000 Euro. An Krediten hatte die Sparkasse Westmünsterland, die in den Kreisen Borken und Coesfeld vertreten ist, laut Bilanz für 2014 insgesamt 5,2 Milliarden Euro vergeben. In Gronau wies das Kreditgeschäft ein Volumen von 305 Millionen Euro aus.

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