Neue Umspannanlage dient regionaler Versorgungssicherheit
Damit der Strom fließen kann

Gronau-Epe -

Elektrizität ist zum unverzichtbaren Bestandteil unseres Alltags geworden, zu einem ständig verfügbaren und hilfsbereiten Freund und Diener. Per Lichtschalter lassen wir die Nacht zum Tag werden – ein Tastendruck, und wir sind mittels Radio, Fernsehen, Smartphone, Tablet, Computer oder Telefon mit der weiten Welt verbunden. Damit diese Selbstverständlichkeit auch künftig für den Stromkunden verfügbar bleibt, hat der Dortmunder Stromübertragungsnetzbetreiber Amprion viel Geld in die Hand genommen und in eine neue Umspannanlage im Kottiger Hook investiert.

Samstag, 09.05.2015, 14:05 Uhr

Arbeiten an der oberspannungsseitigen Schnittstelle des Trafo- Schaltfelds. Für die Stromleitung innerhalb der Umspannanlage kommen armdicke Aluminiumseile (kleines Bild rechts) zum Einsatz.
Arbeiten an der oberspannungsseitigen Schnittstelle des Trafo- Schaltfelds. Für die Stromleitung innerhalb der Umspannanlage kommen armdicke Aluminiumseile (kleines Bild rechts) zum Einsatz. Foto: Eckhard Bohn

Mehr als fünf Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen, wie Dr. Andreas Preuß , Pressesprecher der Amprion GmbH , deutlich macht. An der Vennstraße entstand in rund viermonatiger Bauzeit die neue Umspannstation, deren „Herz“ ein Hochleistungs-Transformator bildet. Dieser Trafo wurde bereits im Januar per Bahn in Gronau angeliefert ( WN berichteten) und nach einer nächtlichen Präzisions-Umladeaktion am Bahnübergang Vennstraße auf den letzten paar Hundert Metern mithilfe von speziellen Tieflager-Fahrzeugen zum Aufstellort transportiert.

Dort haben dann Mitarbeiter der Firma Siemens den Dreiphasenwechselstrom-Transformator durch den Anbau weiterer elektrischer Teile inzwischen betriebsbereit hergerichtet. Zudem wurde der Trafo mit rund 80 000 Liter synthetischem Öl blasenfrei befüllt. Das Öl im Transformatorengehäuse selbst hat eine doppelte Funktion: Zum einen dient es der Wärmeabfuhr während des Betriebs (Kühlung), zum anderen der elektrischen Isolation der Wicklungen. Eine Ölwanne aus Beton soll im Schadensfall ein Eindringen des Öls ins Erdreich verhindern.

Auf der Oberspannungsseite besteht die Umspannanlage aus einer senkrechten Abspannung – im Fachjargon Harfe genannt. Sie dient dazu, den elektrischen Strom aus dem 400-KV Höchstspannungsnetz der Amprion auszukoppeln. Eine sichtbare Unterbrechung zum Netz wird über einen sogenannten Leitungstrenner (Off-Schalter) sichergestellt. Nachgeschaltete elektrische Wandler messen die transportierte Strommenge (Leistung) und überwachen die Netzkoppelung gleichzeitig auf Fehler.

Als letzte Stufe vor dem Transformator befinden sich dann Leistungsschalter, die bei eventuellen Störungen eine Schnelltrennung der Anlage in weniger als 0,3 Sekunden bewirken. Im direkten Umfeld des Transformators dienen zudem Blitzschutzeinrichtungen der Betriebssicherheit.

Auf der Unterspannungsseite wird der Strom per Erdkabel zu einem weiteren – analog angeordneten – Schaltfeld geleitet. Dieses befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft auf einem angemieteten Gelände der Westnetz GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der RWE. Von dort wird die auf 110 kV runtertransformierte Spannung in das Hochspannungsnetz des Verteilnetzbetreibers weiterleitet.

In Betrieb genommen wird die gesamte neue Anlage voraussichtlich in der Zeit vom 11. bis 13. Mai. Danach wird der komplett als Freiluftanlage konzipierte „Netzanker“ in all seinen Funktionen fernüberwacht. Lediglich für Wartungsarbeiten oder bei Störungsfällen wird technisches Personal vor Ort sein.

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