Benefizveranstaltung im Glashaus
Meditative Musik, intensive Worte

Gronau -

Es wurde eng im Glashaus der „Chance“, als die Besucher am Donnerstag zur Benefizveranstaltung für Nepal strömten.

Samstag, 13.06.2015, 10:06 Uhr

Benefizveranstaltung: Auch das Maharaj-Trio, das direkt aus Paris nach Gronau gekommen war, warb um Hilfe für Nepal.
Benefizveranstaltung: Auch das Maharaj-Trio, das direkt aus Paris nach Gronau gekommen war, warb um Hilfe für Nepal. Foto: emk

Mitarbeiter des Kirchengartens „Oase“ und des Lionsclubs Nordwest-Münsterland hatten zusammen mit den Betreibern des Glashauses das weltweit bekannte Maharaj-Trio geholt, das mit seiner klassischen indischen Musik auf traditionellen Instrumenten ebenfalls um Spenden für Nepal warb.

Intensiv erläuterte Dr. Dipu Makaju Shrestha vorab die Lage in Nepal. Er flog nach dem großen Beben im Mai für zehn Tage in seine Heimat, um als Mediziner zu helfen. Eindrucksvolle Fotos brachte er mit, die den Grad der Zerstörung und die Notlage der Menschen dokumentieren, von denen viele verletzt und über 8600 getötet wurden.

Die letzten großen Erdbeben in Nepal ereigneten sich 1934 und 1988. „Beim letzten war ich gerade sieben Jahre alt. Ich habe es selbst miterlebt. Noch stärker war das jüngste Beben mit 7,8 auf der Richterskala“, so Dr. Makaju. Er hat in Deutschland Medizin studiert und arbeitet am Ahauser Krankenhaus. „Ich war zehn Tage dort, es verging kein Tag ohne Nachbeben“, so Makaju. Schulen und Wohnhäuser sind zerstört und die medizinische Versorgung ist nicht möglich, da auch Krankenhäuser in Mitleidenschaft gezogen worden seien, so Makaju. „Es herrscht Baumaterialien-, Personal- und Geldmangel“, umschrieb er die Lage in Nepal. Der Monsunregen erschwere die Aufbauarbeit zusätzlich. Im nächsten Jahr will er wieder nach Nepal fliegen und helfen. Eindringlich warb er um Spenden für Nepal, um den Wiederaufbau zu unterstützen.

Auch das Maharaj-Trio, das direkt aus Paris nach Gronau gekommen war, warb um Hilfe für Nepal. Prabash Maharaj erzeugte mit den Trommeln den nötigen Rhythmus für das Trio. Sein Vater Vikash Maharaj und der ältere Bruder Abhischek brachten orientalisch-asiatische Saiteninstrumente in Schwingung. Der Vater spielte ein afghanisches Instrument, Abhischek die Sitar. Eine prickelnde Atmosphäre breitete sich aus, als sie begannen ihre Instrumente zu stimmen. Viele fragten sich, ob das schon das Konzert sei. Es war beides – denn mit dieser langen Stimmphase sensibilisierten sie auch auf den ungewohnten Rhythmus, dessen Schema sich immer wiederholte.

Es ist die sogenannte indische Raga-Musik, die sie aus einer 450-jährigen Familientradition heraus interpretieren. In der Anmoderation verglich Prabash Maharaj die Musik mit dem Jazz. Wird ein Instrument gespielt, entzündet es beim anderen Musiker einen ganz neuen Rhythmus. Die indische Raga-Musik lebt von der Improvisation, der Wechselwirkung der Musiker untereinander und dem Kontakt zum Publikum. Die Wirkung war einerseits meditativ, andererseits faszinierend rhythmisch und ungewohnt. Der Beifall belohnte die Musiker und die Veranstalter.

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