Lesung
Mit Disziplin und Liebe

Gronau -

Kalverode liegt in Epe. Katharina Gerwens gesteht freimütig ein, dass ihr fiktiver Handlungsort für „Westfälische Affären“ Epe sehr ähnlich ist, „weil ich da ja auch herkomme“. Bei der von Hanspeter Dickel moderierten und musikalisch begleiteten Wasserturmlesung gab es nicht nur Häppchen aus Krimis der Erfolgsautorin.

Montag, 15.06.2015, 11:06 Uhr

Katharina Gerwens schafft skurrile Charaktere – in Westfalen wie in Bayern.
Katharina Gerwens schafft skurrile Charaktere – in Westfalen wie in Bayern. Foto: Christiane Nitsche

Sie stellte sich Fragen zu ihrer Arbeitsweise, ihren Anfängen als Autorin und zu ihren Erfahrungen als Songtexterin für Udo Jürgens .

Der hatte ihr für den Kladdentext ihres Krimis ein Lob gespendet: „Diese Frau kann wirklich schreiben.“ Noch auf seiner letzten Platte „Mitten im Leben“ veröffentlichte Udo Jürgens ein von Gerwens getextetes Lied: „Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?“ Dass dieses nun von Herbert Grönemeyer live gespielt wurde, mache sie sehr stolz, bekannte sie.

Drei Seiten schreibe sie jeden Tag, erklärte Gerwens. „Vorher stehe ich nicht auf.“ Und sie zitierte einmal mehr Udo Jürgens: „Man schreibt nicht mit dem Kopf, man schreibt mit dem Arsch.“ Disziplin, ein Auge für Details im Atmosphärischen und ein liebevoller Blick auf ihre oft skurrilen Charaktere zeichnen Gerwens‘ Stil aus.

So entstehen Figuren wie die frisch von ihrem Mann – seines Zeichens Hauptkommissar – getrennte Thekla Wissing, die sich in ihrem neuen Leben als Putzfrau beim Bankdirektor verdingt, bis sie diesen tot auffindet. „Ich putze da ahnungslos vor mich hin, und da liegt der da schon wer weiß wie lange tot auf den Fliesen herum“, klagt sie. Unterdessen staffiert sich ihr Ex mit Poloshirts „Easy going“ aus dem Textilhaus Engbers aus, da er sich von den Bügelhemdattacken seiner Frau befreit sieht. Aber wie kann er ihr aus dem Weg gehen, wenn sie Zeugin in einem Mordfall ist? Und was hat es mit den verschiedenfarbigen Handys des Toten auf sich? Wurden ihm seine Affären zum Verhängnis?

Inzwischen hat Gerwens mit „Die letzte Brez ‘n“ eine in Niederbayern spielende Krimi-Reihe begonnen, die ähnlichen Krimi-Lesespaß verspricht. Ihre „Lieblingskommissarin“ Franziska Hausmann lernt eine „Tierkommunikationsfrau“ kennen, die in Gerwens‘ realem Leben ein Vorbild hat. „Die Leute im Wald sind was ganz Besonderes“, schmunzelt Gerwens. Ihre Kommissarin hat Gerwens aus der gemeinsamen Reihe mit Co-Autor Herbert Schröger aus dem ebenfalls fiktiven Klein­öd nach Niederbayern komplimentiert – in geheimer Mission. Eigentlich ist sie nicht als Polizistin gekommen, aber nun sieht sie sich mit einem toten Glasbläser konfrontiert, den offenbar niemand so recht leiden konnte. Und was hat es mit den kleinen Glassärgen auf sich, die einige Dorfbewohner vor ihrer Haustür finden? Eile ist geboten bei der Beantwortung all dieser Fragen. Band zwei ist bereits in Arbeit: „Bayern brutal“.

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