Rahmenplanung „final“:
In drei Phasen zur neuen Innenstadt

Gronau -

Innenstadtentwicklung in drei Phasen – unter diesem Leitgedanken stellte der Ahauser Architekt und Stadtplaner Heiner Farwick die finale Version der Rahmenplanung für den Bereich Hertie/Schumacher-Platz/„Brücke“ im Bauausschuss vor.

Freitag, 26.06.2015, 07:06 Uhr

So könnte sich der Bereich um Hertie in Phase I verändern. Die rot umrandeten Flächen sind alle im Besitz der Stadt.
So könnte sich der Bereich um Hertie in Phase I verändern. Die rot umrandeten Flächen sind alle im Besitz der Stadt. Foto: Büro Farwick

Innenstadtentwicklung in drei Phasen – unter diesem Leitgedanken stellte der Ahauser Architekt und Stadtplaner Heiner Farwick am Dienstagabend die finale Version der Rahmenplanung für den Bereich Hertie /Schumacher-Platz/„Brücke“ im Bauausschuss vor. Dieses Areal will die Stadt jetzt – bewusst losgelöst von den ITG-Flächen nördlich der Neustraße – angehen. Der Rahmenplan (Titel: „Zukunftsbild Innenstadt Gronau 2020+“) bildet die Grundlage für einen Architekten- und Investorenwettbewerb.

Farwicks Credo für die Neugestaltung: „Die Maßstäblichkeit in die Stadt bringen, die für diese Stadt die richtige ist.“ Weitere Ziele in Stichworten: Angemessene Stadträume ausbilden, räumliche Bezüge und Wegebeziehungen aufgreifen, eine gute Nutzungsmischung für das Herz einer Stadt schaffen, städtebauliche Gestaltungsqualität ausprägen und öffentlichen Raum für einen Aufenthalt attraktiv machen.

Erforderlich dafür seien in der Stadt eine neue Bebauung und veränderte Wegebeziehungen. Als großes Plus für das weitere Vorgehen sah Farwick die Tatsache, dass sich große Teile der von ihm in den Fokus genommenen Innenstadtflächen im Besitz der Stadt befinden: „Was immer sie umsetzen wollen, sie können es ohne Dritte tun.“

Der Rahmenplan sieht in Phase 1 einen neuen dreigegliederten Gebäudekomplex am Standort Hertie vor. Im Plan ist dabei ein Durchgang zwischen Adenauer- und Schweringstraße zu sehen. Ein weiteres Gebäude auf der „Platte“ soll den Kurt-Schumacher-Platz kleinteiliger machen und den urbanen Charakter dieses innerstädtischen Standortes betonen. Auf der Rückseite dieses neuen Gebäudes entstehe so ein ruhigerer Quartiers-Innenplatz. In den Plänen von Farwick erfährt die Schweringstraße ebenso eine Aufwertung wie der heutige Marktweg (vor Hertie), der künftig deutlich breiter sein soll. „Die Aufwertung der Schweringstraße könnte für die Innenstadt ein Gewinn sein“, so Farwick mit Blick auf dadurch neu entstehende Wegebeziehungen und einen Umlauf.

Phase II des Rahmenplans sieht einen Abriss der „Brücke“ vor, die von der Stadt angesichts eines Sanierungsbedarf in Höhe von rund drei Millionen Euro aufgegeben werden soll. An dieser Stelle sieht Farwick künftig Wohnbebauung als zwingend gegeben vor, wobei in den Erdgeschossen durchaus auch Dienstleistung (und/oder Einzelhandel in Teilbereichen) angesiedelt werden könnte. Durch die Anordnung der neuen Gebäude werde sich im Bereich der heutigen Pumpenstraße ein neuer Straßenraum ausbilden.

In Phase III schließlich skizziert Farwick Veränderungen in der privaten Gebäudestruktur an der Schulstraße, aber auch an der Bausubstanz zwischen Schul- und Schweringstraße. Maßstäbliche Neubauten (mit Giebelständigkeit und in Satteldach-Bauweise) seien ebenso nötig wie eine Überarbeitung der vorhandenen Substanz.

Bei allen Veränderungen gelte es, Monostrukturen zu vermeiden. Farwick warb für einen Innenstadt-Mix aus Wohnen, Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie und Freizeit-Angeboten. Als maßstäblich sieht er eine dreigeschossige Bebauung an. Auch rät er, von Anfang an die Konrad-Adenauer-Straße schmaler zu gestalten, gerne als Allee. Parkraum für Autos sieht Farwick weiterhin unter der Erde. Ob dafür die vorhandene Tiefgarage unter dem Hertie nutzbar sei, gelte es zu prüfen – Farwick hat hier aber seine Zweifel.

Insgesamt geht der Stadtplaner künftig in diesem Bereich der City (unter Berücksichtigung des Bestands) von Einzelhandelsflächen in einer Größe von 6140 Quadratmeter aus. Zudem könnten 1400 Quadratmeter für kulturelle Nutzungen und 7500 Quadratmeter für Wohnen/Dienstleistungen geschaffen werden.

Und die zeitliche Abfolge? „Solche Entwicklungen sind nicht in zwei bis drei Jahren zu realisieren“, so Farwick mit Blick auf die Zeitschiene. Für Phase I sah Stadtbaurat Frank Vetter die Durchführung eines Architekten- und Investorenwettbewerbs bis Anfang 2016 als machbar an. Für die planerische Umsetzung (entweder mit Angebotsplanung der Stadt oder mit vorhabenbezogenem Bebauungsplan) sei ein weiteres Jahr zu kalkulieren. Vetter: „Dann muss aber auch alles laufen wie am Schnürchen.“ Unter dieser Annahme sah er einen Beginn der eigentlichen Bauphase in 2017. Vetter warnte aber zugleich vor falschen Hoffnungen: „Wie schwierig Prozesse sein können, sehen wir ja an der Neustraße.“

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