Ratssitzung
Tierheim soll in Ahaus gebaut werden

Gronau -

Deutliche Kritik übte am Mittwoch der Rat daran, dass sowohl ein neues Tierheim wie auch ein Teilstandort einer neuen, vom Kreis getragenen Förderschule in Ahaus realisiert werden sollen.

Freitag, 26.06.2015, 08:06 Uhr

Egal ob Katze oder Maus: Fundtiere aus Gronau werden nach Ahaus gebracht, wenn dort das neue Tierheim seinen Betrieb aufgenommen hat.
Egal ob Katze oder Maus: Fundtiere aus Gronau werden nach Ahaus gebracht, wenn dort das neue Tierheim seinen Betrieb aufgenommen hat. Foto: ZZF

Die Dinkelstadt Gronau führt den Schwan im Wappen. Doch wenn es um ihre Rolle im Kreis Borken geht, fühlt die Stadt sich oft wie das hässliche Entlein behandelt. Und so gab es auch am Mittwochabend im Stadtrat deutliche Kritik daran, dass sowohl ein neues Tierheim wie auch ein Teilstandort einer neuen, vom Kreis getragenen Förderschule in Ahaus realisiert werden sollen (siehe unten). Nach hitzigen Diskussionen stimmte die Mehrheit der Lokalpolitiker dann aber jeweils für diese Lösungen.

In Sachen Tierheim ging es darum, ob die Bürgermeisterin die Verträge unterzeichnen soll, die den Betrieb eines neuen Tierheims in Ahaus regeln. Kern der Vereinbarung: Die Stadt – sowie zwölf weitere Kommunen – kann jederzeit ihre Fundtiere im privat betriebenen Tierheim unterbringen. Im Gegenzug bezuschussen die Kommunen den Bau der Einrichtung und erstatten der Betreiberin die Unterbringungskosten.

Die Fraktionen von FDP , UWG, Pro Bürgerschaft/Piraten äußerten aber Kritik an Details der Verträge, die der Kreis Borken und die Stadt Ahaus mit der Betreiberin ausgehandelt haben (siehe Infokasten). Die Investitionen seien ungenügend abgesichert, das Tierheim werde nicht zu einem wirtschaftlichen Betrieb verpflichtet und ein Mitspracherecht der Stadt Gronau bei zukünftigen Verhandlungen sei nicht vorgesehen, rügten die Politiker. Erich Schwarze (FDP): „Das ist für Gronau schlecht verhandelt!“ Marita Wagner (Linke) ergänzte: „Ich finde es sehr bedauerlich, dass der Tierschutzverein Gronau so gegen die Wand gefahren wird.“ Denn, dieser Meinung waren auch Erich Schwarze und Jörg von Borczyskowski (UWG), werde das Tierheim in Ahaus realisiert, bedeute das faktisch das Aus für die Arbeit des Tierschutzvereins in Gronau.

Die Kritik mündete schließlich in einen dreiteiligen Antrag von Jörg von Borczyskowski: Die kommunale Investition solle als Grundschuld im ersten Rang eingetragen werden, die Stadt Gronau solle als zweitgrößter Zuwendungsgeber auch Handlungsvollmachten erhalten und die Unterbringungskonditionen sollten auf drei Jahre festgeschrieben werden. Eine Mehrheit fand bei der Abstimmung nur der zweite der drei Punkte. Die Ratsmitglieder stimmten schließlich mehrheitlich dafür, dass die Bürgermeisterin die Verträge, in denen dann auch eine Handlungsvollmacht für Gronau vorgesehen wird, unterschreiben soll.

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