Gaudi und soziales Engagement
Bummelzügler in den Startlöchern

Gronau-Epe -

Die Situation der Flüchtlinge lässt auch die Mitglieder der Eper Schützengilde St. Georgi nicht kalt. Darum stehen zwei Initiativen, die sich um die Integration von Kindern und Jugendlichen aus anderen Kulturkreisen kümmern, im Fokus des diesjährigen Bummelzugs.

Samstag, 18.07.2015, 09:07 Uhr

Bummelzug-Zwerge in Aktion: Jedes Jahr lassen sich die Georgi-Schützen ein neues Motto einfallen.
Bummelzug-Zwerge in Aktion: Jedes Jahr lassen sich die Georgi-Schützen ein neues Motto einfallen. Foto: Martin Borck

Die Situation der Flüchtlinge lässt auch die Mitglieder der Eper Schützengilde St. Georgi nicht kalt. Darum stehen zwei Initiativen, die sich um die Integration von Kindern und Jugendlichen aus anderen Kulturkreisen kümmern, im Fokus des diesjährigen Bummelzugs . Zum einen soll der Förderkreis der Eper Hermann-Löns-Schule Nutznießer der Aktion sein, zum anderen die Gronauer Fridtjof-Nansen-Realschule .

Der Bummelzug ist sozusagen der Nachschlag zum Schützenfest der Gilde. Ein gehaltvoller Nachschlag. Er wird aus einer Mischung von Jux und Dollerei einerseits und sozialem Engagement andererseits angerührt. Seit Jahrzehnten schon machen sich zwei Dutzend Männer am Dienstag nach dem Schützenfest – in diesem Jahr also am 28. Juli – auf den Weg, um in verrückter Verkleidung Spenden zu sammeln. Das Motto ändert sich von Jahr zu Jahr. Mal gingen die Bummelzügler als Mitglieder des Asterix-Dorfs, mal als Heinos, mal als Hippies oder Holländer. Die Mitglieder des jährlich wechselnden Orgateams und die jeweiligen Partnerinnen bereiten die Aktion vor – und erst am Bummelzugtag selber erfährt der Rest der Bande, in welcher Verkleidung sie für einen Nachmittag den Eper Ortskern unsicher machen. Das Ziel der Mission: möglichst viel Geld einzusammeln für einen guten Zweck. In diesem Jahr sind es sogar zwei gute Zwecke.

Die Eper Grundschule hat sich sehr um die Integration von Kindern aus Flüchtlingsfamilien verdient gemacht. „Sechs Kinder, die gar keine Deutsch-Kenntnisse hatten, haben eine Sprachförderung erhalten“, begründet Rudolf Nacke den Entschluss der Bummelzügler, einen Teil des Erlöses der Bummelzug-Aktion dem Förderkreis der Schule zur Verfügung zu stellen und somit das Engagement zu unterstützen.

In dieselbe Richtung geht die Fridtjof-Nansen-Realschule, die für Flüchtlingskinder oder Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund eine Auffang- und eine Vorbereitungsklasse eingerichtet haben. Davon profitieren ebenfalls Kinder und Jugendliche ohne Deutschkenntnisse. Darüber hinaus gibt es an der Schule das KuVi_Angebot. KuVi steht für „kulturelle Vielfalt“. Diese KuVi-Stunden sind darauf abgestimmt, den Gebrauch der deutschen Sprache zu verbessern. Gemeinsam gestalten die Kinder verschiedener Projekte. Zum Beispiel. „Sei TV-Sprecher/in und gestalte eine eigene Nachrichtensendung!“ Dabei lernen die Kinder die unterschiedlichen Hintergründe der Mitschüler kennen und schätzen.

Für die Durchführung dieser Maßnahmen ist Geld notwendig, um zum Beispiel Materialkosten zu decken. Der Bummelzug will einen finanziellen Beitrag leisten.

Durch hartnäckiges Betteln bei Passanten und in Geschäften, bei Autofahrern und Touristen werden sie voraussichtlich wieder einige Tausend Euro zusammenbekommen. Das gesammelte Geld geht in voller Höhe an die guten Zwecke. Alle anfallenden Material-, Arbeits- und Verpflegungskosten werden von den Bummelzüglern selbst getragen. Am späten Mittag des 28. Juli werden sich die Bummelzügler von der Gaststätte Meyer aus auf den Weg machen und gegen 18 Uhr durch die Dinkel zum Hotel Schepers waten, wo der Zug abgeschlossen wird.

Spenden könne auch auf das Konto 200 279 801 des Bummelzugs bei der Volksbank Gronau überwiesen werden.

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