Eissortencheck in Eperaner Eisdielen
Kreativ oder konservativ?

Gronau-Epe -

Es ist ein eisernes – oder wohl eher eisiges – Naturgesetz: Kaum klettert das Thermometer in die Höhe, schon bilden sich lange Schlangen vor den örtlichen Eisdielen, weil die Menschen nach einer zuckersüßen Abkühlung lechzen.

Montag, 20.07.2015, 08:07 Uhr

Auch kleine Kunden mögen Klassiker: Diese beiden Jungs haben sich im Eiscafé Cortina für Schokolade, Vanille und Zitrone entschieden. Die Vorfreude steht ihnen in die Gesichter geschrieben . . .
Auch kleine Kunden mögen Klassiker: Diese beiden Jungs haben sich im Eiscafé Cortina für Schokolade, Vanille und Zitrone entschieden. Die Vorfreude steht ihnen in die Gesichter geschrieben . . . Foto: Charlotte von Fallois

Doch Erdbeer-, Schokolade- oder Vanilleeis sind längst nicht mehr die einzigen Sorten in der Eistheke. Gerade exotische Geschmacksrichtungen sind in den vergangenen Jahren stark im Kommen. Parmesan-Eis, Cheeseburger-Eis, Lavendel-, Litschi-Pistazie-Pfeffer-, Hunde-Eis, veganes oder lactosefreies Eis – es gibt vermutlich nichts, was es nicht gibt. Aber was für Eissorten essen die Gronauer und Eperaner ? Das können wohl am besten die Experten beurteilen – die örtlichen Eisdielenbesitzer.

Celio Neto ist der Besitzer des Eiscafés San Remo in der Eper Innenstadt und kennt sich mit exotischen Eissorten bestens aus. Jedes Jahr fährt er zur Eismesse nach Rimini oder Longarone, wo jährlich der „Eisgeschmack des Jahres“ gekürt wird. In seiner eigenen Eisdiele setzt Neto mehr auf die bekannten Sorten, aber er versucht, jedes Jahr einige besondere Geschmacksrichtungen mit einzubringen. Dieses Jahr findet man auf der Eiskarte zum Beispiel Drachenfrucht, Snickers, Kiwi, Zuckerwatte oder Pingo Pinguino, ein Vanilleeis mit Schokoladendecke.

Die kleinen Gäste lockt vor allem die quietschblaue Sorte ,,Delfino“. Wer sich schon immer mal gefragt hat, wonach dieses neonblaue Eis eigentlich schmecken soll: Bei „San Remo“ hat diese Sorte den Geschmack von Vanilleeis. Dieses wurde lediglich himmelblau eingefärbt. „Die Farbe ist das wichtigste“, meint Neto auf die Frage hin, wieso dieses Eis auf Kinder so anziehend wirkt. Und das stimmt vermutlich, denn was außer Eis und Gummibärchen hat schon eine solch schlumpfblaue Farbe?

Ein paar Straßen von Netos Café entfernt lockt das Eiscafé „Cortina“, ein freundlicher Familienbetrieb, der schon seit 1959 von der Familie Toscani geführt wird. Die beiden Brüder Agostino und Paolo Toscani machen schon seit ihrer Jugend Eis mit Leidenschaft. Früher probierten sich auch gern an Sorten wie Gemüse- oder Basilikum­eis aus. Heutzutage gibt es in ihrem Eiscafé aber vor allem Klassiker: Vanille, Stracciatella, Schokolade oder Nuss gehören zu ihren beliebtesten Sorten. Auch Mango, Joghurt, Kirsche oder Maracuja seien „immer gefragt bei diesem schönem Wetter“, sagen die beiden Brüder.

Doch wie sieht es mit exotisch-unbekannten Kreationen aus? Die Antwort der beiden klingt relativ deutlich: ,,Unsere Experimentierjahre sind vorbei.“ Dennoch findet man in ihrer Eistruhe auch durchaus ungewöhnliche Sorten. Es warten Köstlichkeiten wie Zabaione mit Krokant, Mandel mit Honig oder Werthers Echte.

Doch Fakt ist: Die Gronauer und Eperaner mögen laut den Toscanis doch eher „konservative Geschmäcker. Mit Wasabi- oder Lindenblüten-Eis muss man da gar nicht erst kommen. Den Kunden scheinen die bekannten, aber immer wieder leckeren Eissorten der Toscani-Brüder jedenfalls zu schmecken: Pro Woche verbrauchen die Brüder 700 bis 900 Eigelbe, um ihre beliebten Klassiker wie das Vanille- oder Spaghetti-Eis herzustellen. Das wird dann in Handarbeit nach Familienrezept gefertigt, erzählen die beiden Brüder. Und das schmeckt man auch. Bei dem vergleichsweise moderaten Preis von 80 Cent pro Portion ist dann auch mal mehr als nur eine Kugel drin.

Also, wenn die Hitze in dieser Woche mal wieder zu Kopf steigt – einfach ab zur Eisdiele und la Dolce Vita genießen. Ob mit Vanille-Schoko oder exotischer Drachenfrucht ist eigentlich egal, Hauptsache es ist kalt und erfrischend!

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