Unternehmen will in Enschede Flugzeuge recyceln
„Letzte Flüge“ führen nach Twente

Enschede -

Mit den Plänen für einen Regionalflughafen ist es nichts geworden – dennoch wird die Landebahn auf dem ehemaligen Militärflughafen Twente künftig wohl genutzt werden: Ein Recyclingunternehmen für Flugzeuge hat zwei Hangars gemietet, um in ihnen ausgediente Maschinen zu demontieren. Das berichtet der Twentsche Courant Tubantia.

Donnerstag, 20.08.2015, 07:08 Uhr

Auf der Landebahn des ehemaligen Militärflughafens Twente können auch Jumbos landen.
Auf der Landebahn des ehemaligen Militärflughafens Twente können auch Jumbos landen. Foto: Jürgen Peperhowe

Dem Bericht zufolge will die Firma Aeronextlife anfangs zehn bis 20 Flugzeuge pro Jahr im Auftrag der Besitzer auseinanderbauen. Das Unternehmen hat sich für Twente entschieden, weil dort noch die funktionstüchtige, 3000 Meter lange Start- und Landebahn vorhanden ist. Künftig soll sie allerdings nur als Landebahn fungieren: Die Maschinen, die Aeronextlife auseinandernimmt, werden nach Enschede geflogen und anschließend dort in Einzelteile zerlegt.

Dabei sind die Flugzeuge – bis zur Boeing 747 ist alles möglich – technisch noch in Ordnung. „Sie könnten theoretisch noch jahrelang fliegen“, wird Direktionsmitglied Wilco van Hoorn zitiert. „Doch so läuft das nicht in der Welt der Luftfahrt.“

Die Bestandteile der Flugzeuge sollen samt und sonders recycelet werden. Die Teile werden an die Besitzer der Maschinen (oft Leasingfirmen) geliefert. Auf dem Gelände selbst werden daher keine Lagerstätten für Altmetall oder andere Stoffe entstehen.

Voraussetzung für die Ansiedlung des Betriebs ist, dass die niederländischen Behörden die Genehmigung erteilen, Flugzeuge in Twente landen zu lassen. Die Einschätzung ist, dass diese Erlaubnis erteilt wird.

Aeronextlife will eigenen Aussagen zufolge einige Millionen Euro investieren und mit 35 Beschäftigten starten. Die Arbeit wird ihnen so schnell nicht ausgehen, denn van Hoorn schätzt, dass in den kommenden Jahren 3000 bis 4000 Maschinen von Airbus und Boeing ausrangiert werden. Einige davon werden ihren letzten Flug nach Twente unternehmen.

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