Entscheidung ist gefallen
Ölkavernen sollen bleiben

Gronau-Epe -

Die Kavernen im Eper Amtsvenn sollen auch weiterhin für die Speicherung von Öl als Teil der nationalen Energiereserve genutzt werden.

Dienstag, 01.09.2015, 21:09 Uhr

Die Ölkavernen im Eper Amtsvenn sollen auch weiterhin für die Lagerung von Rohöl als Teil der nationalen Energiereserve genutzt werden. Das erfuhr der Verkehrsausschuss am Dienstag von SGW-Betriebsleiter Hart.
Die Ölkavernen im Eper Amtsvenn sollen auch weiterhin für die Lagerung von Rohöl als Teil der nationalen Energiereserve genutzt werden. Das erfuhr der Verkehrsausschuss am Dienstag von SGW-Betriebsleiter Hart. Foto: Hanspeter Dickel

Die Kavernen im Eper Amtsvenn sollen auch weiterhin für die Speicherung von Öl als Teil der nationalen Energiereserve genutzt werden. Das betonte am Dienstagabend der Betriebsleiter der Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen (SGW), Martin Hart , vor dem Ausschuss für Verkehr, Umwelt, Energie und Tierschutz. „Am letzten Freitag ist die Entscheidung gefallen, dass es am Standort Epe weitergehen soll“, so Hart über das Ergebnis von Gesprächen zwischen SGW, BP (der das derzeit eingelagerte Öl gehört) und dem Erdölbevorratungsverband EBV.

Die Planungen sehen vor, dass zunächst die beiden intakten – ebenfalls mit Öl gefüllten – Kavernen S 6 und S 1 aufwendig überprüft und ihre störungsfreie Funktion getestet werden sollen. Das wird nach den Worten von Hart noch in diesem bzw. im kommenden Jahr geschehen. In 2016 soll dann die in 217 Meter Tiefe leckgeschlagene Verrohrung der Kaverne S 5 repariert werden. Vorgesehen ist nach dem aktuellen Stand, die bis in mehr als 1000 Meter Tiefe führende Rohrtour mit einer Doppelverrohrung nachzurüsten. Eine entsprechende Sanierung der Kavernen S 6 und S 1 soll folgen.

Zudem, so Hart, gebe es aktuellen Überlegungen, die heute mit Sole gefüllten Kavernen S 3 und S 14 künftig ebenfalls mit einer Doppelverrohrung auszustatten. Dabei werde unter anderem der Gedanke verfolgt, das heute in der Kaverne S 6 gelagerte Öl in die S 3 oder die S 14 umzupumpen. Der Grund: Die Kaverne S 6 liegt im Naturschutzgebiet.

Wie Hart weiter deutlich machte, läuft der heute vorhandene Vertrag für die Lagerung des Öls mit der BP im Jahre 2017 aus. Danach werde die Salzgewinnung einen neuen Vertrag direkt mit dem Erdölbevorratungsverband schließen. Aber, so Hart zur gegenwärtigen Situation: „Auch heute sind wir als SGW Betriebsführer und verantwortlich gegenüber der Bergbehörde.“

Neben Betriebsleiter Hart waren im Ausschuss auch Dezernent Peter Dörne (Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Bergbehörde) sowie die Gutachter Dr. Heinrich Wächter (Altenberge) und Dieter Textoris (Büro Kügler und Textoris, Pulheim) als Experten anwesend. Textoris ging eingangs auf die forst- und naturschutzrechtliche Kompensation der Gefahrenabwehrmaßnahmen im Amtsvenn ein.

Den Ausschussmitgliedern brannten in der Debatte zahlreiche Fragen unter den Nägeln – die Palette reichte von einer Sinnhaftigkeit einer Oberflächensanierung, wenn immer noch Öl aus dem Boden dringe bis hin zur Frage, ob eine Sanierung der betroffenen Flächen bis in große Tiefen geplant sei.

Jörg Lenz (SPD) etwa stellte die Frage, ob nicht ein Auspumpen der S 5 (dort sind rund 500 000 Kubikmeter Rohöl gelagert) und ein Verfüllen mit Sole eine sichere Alternative zum gegenwärtigen Zustand darstellen könnte. Das sei, so Dörne, nicht ohne eine groß anlegte und technisch aufwendige Sanierung der S 5-Verrohrung möglich. „So wie die Kaverne jetzt dasteht, ist das der sicherste Zustand“, so Dörne wörtlich. Zudem könne auch ein mögliches Austritt von Salzwasser aus der Verrohung die Umfeld verunreinigen.

Ob es nicht sinnvoll sei, das noch im Boden befindliche Öl mit Wasserdruck an die Oberfläche zu pressen, wollte Willi Janocha (CDU) wissen? Antwort Dr. Wächter: Durch diese Maßname könnte das entstehende Öl-Wasser-Gemisch möglicherweise an ganz vielen Stellen durch feine Risse in der eigentlich undurchlässigen Tonschicht an die Oberfläche gelangen. Dr. Wächter: „Keiner der Verantwortlichen wird dieses Risiko eingehen.“

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