Nobelpreisträger in Bad Bentheim
Aufruf zu mehr Mitgefühl und Toleranz

BAD BENTHEIM -

Der indische Friedensnobelpreisträger von 2014, Kailash Satyarthi, hat bei einem Besuch in Bad Bentheim zu mehr Mitgefühl und Toleranz aufgerufen.

Dienstag, 27.10.2015, 14:10 Uhr

Kailash Satyarthi in Bad Bentheim.
Kailash Satyarthi in Bad Bentheim. Foto: Hermann Schulze-Berndt

Der indische Friedensnobelpreisträger von 2014, Kailash Satyarthi , hat bei einem Besuch in Bad Bentheim zu mehr Mitgefühl und Toleranz aufgerufen. Weltweit stehe der wirtschaftliche und technologische Fortschritt deutlich stärker im Vordergrund als der Zuwachs an Menschlichkeit. Das müsse sich ändern.

Im Forum des Burg-Gymnasiums appellierte Satyarthi am Sonntag besonders an Kinder und Jugendliche: „Träumt von einer besseren Welt! Füllt eure Träume mit Farben! Entdeckt die Kräfte, die in euch schlummern. Und tut etwas, um eure Wünsche zu erfüllen. Tut es jetzt!“

Kailash Satyarthi war vor allem durch seinen Einsatz gegen Kinderarbeit bekannt geworden. In Bad Bentheim erklärte er, die Zahl der Kinder, die zur Arbeit versklavt würden, sei deutlich gesunken. Gleichwohl dürfe man im Engagement nicht nachlassen.

Der Friedensnobelpreisträger betonte: „Immer wenn ich ein Kind befreie, entdecke ich in seinem Gesicht einen Funken Gottes. Das Lächeln ist Ermutigung und Belohnung zugleich.“

Satyarthi weilte als Gast des humanitären Vereins „Zukunft entwickeln“ in der Burgstadt. Dieser hatte unter Federführung des Ehepaars Birgit und Bernd Kolhof gemeinsam mit Satyarthi 2013 die Millennium-Kinderkampagne „Colour my Dream“ ins Leben gerufen. Mehr als 1000 Kinder und Erwachsene aus dem In- und Ausland nahmen teil. Diese Aktion endet 2015. Sie ist die Fortsetzung der „Keep your Promises-Kampagne“, die der Verein 2010 mit Künstlern und einer Unterschriftensammlung auf den Weg gebracht hatte.

Bernd Kolhof: „Als vor einem Jahr bekannt wurde, dass unser Freund und langjähriger Projektpartner Kailash Satyarthi den Friedensnobelpreis erhalten sollte, haben wir eine Woche gebraucht, um telefonisch zu ihm durchzukommen. Es war ein Medien-Rummel über ihn hereingebrochen. Auf unsere Frage, ob er in seiner Funktion als Friedensnobelpreisträger die Wünsche der Kampagne nach New York an die Politiker der UN geben könne mit der Bitte, die gemachten Versprechen einzuhalten, sagte er sofort zu. Einzige Bedingung: Aber nur unter der Voraussetzung, dass er sie persönlich in Bad Bentheim abhole und wir etwas organisieren können. Die Frage war nur wann. Nach der Nobelpreisverleihung soll er schon 2000 Einladungen bekommen haben, bis heute mehr als 5000.“

Auf Bitten von Landrat Friedrich Kethorn und Bürgermeister Dr. Volker Pannen trug sich Satyarthi in die goldenen Bücher von Landkreis und Stadt ein. Von Kindern nahm er zahlreiche Bilder entgegen, die Träume von einer besseren Welt zeigten.

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