Eper Amtsvenn
Künftig Helium-Lagerung in Kaverne der Salzgewinnungs-Gesellschaft Westfalen?

Gronau-Epe -

Ein französisches Unternehmen plant im Eper Amtsvenn die Untertagelagerung von Helium in einer Kaverne der Salzgewinnungs-Gesellschaft Westfalen. Es wäre bundesweit die erste Anlage, in der Helium unter Tage gelagert würde.

Freitag, 30.10.2015, 09:10 Uhr

Unscheinbar liegt die SGW-Kaverne S 72 am Heeker Vennweg. Hier könnte die bundesweit erste unterirdische Lagerstätte für Helium entstehen.
Unscheinbar liegt die SGW-Kaverne S 72 am Heeker Vennweg. Hier könnte die bundesweit erste unterirdische Lagerstätte für Helium entstehen. Foto: Klaus Wiedau

Das französische Unternehmen Air Liquide Helium Services SA mit Sitz in Le Blanc-Mesnil plant im Eper Amtsvenn die Untertagelagerung von Helium in einer Kaverne der Salzgewinnungs-Gesellschaft Westfalen (SGW). Das gab der Leiter des Fachdienstes Stadtplanung, Joachim Krafzik, am Mittwochabend im Bauausschuss bekannt.

Gespeichert werden soll das Gas in der SGW-Kaverne S 72, die westlich der S-Kurve Ahauser Straße am Heeker Vennweg liegt. Nach Krafziks Angaben wäre es die bundesweit erste Anlage, in der Helium unter Tage gelagert würde. Im Rahmen eines Informationssystems für insgesamt 17 Behörden soll am 5. November festgelegt werden, in welchem Umfang und in welcher Tiefe für die Genehmigung eines solchen Vorhabens Untersuchungen und Expertisen erforderlich sind. Die Verwaltung werde an diesem Termin teilnehmen, so Krafzik.

Auf Frage von Rüdiger Bartels (GAL) machte Krafzik deutlich, dass für den Betrieb der Kaverne am Standort der S 72 auch eine Verdichter- und Entnahmestation errichtet werden müsste. „Die würde nach Angaben der Betreiber aber bei weitem nicht so groß ausfallen wie bei der Erdgasspeicherung“, so Krafzik. Aber, so fügte er hinzu: „Natürlich ist so eine Anlage ein weiterer Beitrag zur Industrialisierung des Amtsvenns.“

Die behördliche Zuständigkeit für das Vorhaben liegt – weil die unterirdischen Lagerstätten unter das Bergrecht fallen – bei der Bezirksregierung in Arnsberg. Deren Sprecher Werner Isermann betonte gegenüber den WN, dass das Verfahren mit dem Behördentermin ganz am Anfang stehe. Mit Blick auf die Kaverne machte der Pressesprecher der Abteilung Bergbau deutlich, dass die Bohrung für die S 72 im Jahr 1997 erfolgte, die Aussolung in den Jahren zwischen 2004 und 2011.

Die Kaverne S 72 liegt in einer Tiefe von 1181 bis 1376 Metern und hat ein Volumen von 281 000 Kubikmetern. Das Gas-Fassungsvermögen beträgt nach Angaben der Arnsberger Bezirksregierung „weniger als 100 Millionen Kubikmeter Gas“.

Das Helium soll mit Tankwagen (zwei Fahrzeuge pro Tag) in Epe angeliefert und dann mithilfe eines sogenannten Vaporizers zu Gas verdampft werden. Dieses Gas wird unter Druck in die Kaverne geleitet, wo es die dort befindliche Sole verdrängt, sodass es in der S 72 gelagert werden kann.

Helium findet in vielen Bereichen – von der Medizin bis zum Plasma-Schweißen – Verwendung. Den größten Markt gibt es in den USA, in Deutschland gibt es bisher offenbar keine unterirdische Lagerstätte.

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