Projekt soll Kooperation in der Region verbessern
Die Grenze darf im Notfall keine sein

Gronau/Enschede -

Euregio-Geschäftsführerin Dr. Elisabeth Schwenzow schrieb ihre Erfahrung mit grenzüberschreitender medizinischer Zusammenarbeit gleich nach dem Start des neuen Webportals „Rettung ohne Grenzen“ am Dienstagabend im Enscheder Klinikum als Beitrag in den Meldebereich: „Meine Schwiegermutter musste zwölf Stunden auf ihre Entlassung aus dem Krankenhaus warten, weil unklar war, ob ein deutscher oder niederländischer Krankentransportwagen für ihre Heimfahrt zuständig ist.“

Donnerstag, 14.04.2016, 09:04 Uhr

Schwenzows Eintrag ist eines der Probleme, bei deren Lösung die neue Website rettungohnegrenzen.de helfen soll. Das Ziel: Die grenzüberschreitende Notfallversorgung für Patienten in der Region zu verbessern. Bürger und Fachleute können hier künftig ihre Erfahrungen mitteilen, Fragen stellen und Vorschläge zur Optimierung machen.

Am Beispiel der Versorgung von Kindernotfällen aus Gronau im Enscheder Klinikum MST zeigten die Gronauer Patienten-Eltern Conny Weyck und Silke Goedecke, Kinderarzt Manfred Müller (Gronau), Kinderärztin Anne Jonge Poerink (MST) und Cees Schenkeveld , Manager von Acute Zorg Euregio, im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf, wie diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit entstand und funktioniert, wo es noch Probleme und Verbesserungsbedarf gibt. „Wir wollen Vorbildregion sein“, umschrieb Moderator Johannes Reef (DNL-Kontakt), dass das Pilotprojekt auch auf andere Regionen übertragbar gemacht werden soll.

Schenkeveld berichtete, dass insbesondere das Erarbeiten kleinerer Projekte, die die Grundlage für die Rahmenbedingungen der grenzüberschreitenden Notfallversorgung bilden, einen langwierigen Prozess dargestellt habe. Dabei sei es um viele Details gegangen: „Darf ein deutscher Rettungswagen mit Opiaten an Bord einfach so über die Grenze fahren? Dürfen Sondersignale eingesetzt werden? Wie ist es mit Sprachbarrieren? Dürfen deutsche Rettungskräfte in den Niederlanden aktiv werden?“

Als Acute Zorg dann mit der Gronauer Initiative „Pro Kinderstation“ in Kontakt gekommen sei, habe sich eine „besondere Diskussion“ entwickelt, so der Acute-Zorg-Manager: „Die Arbeit mit Eltern, die sich Sorgen um die Versorgung ihrer Kinder machen, ist etwas anderes, als mit Profis aus dem Gesundheitswesen über solche Fragen zu sprechen“, so Schenkeveld.

Die Arbeit des Projektbüros sei mit dem Start des neuen Webportals nicht beendet, sondern gehe vielmehr in eine neue Phase: Das Notfallversorgung-System weiter zu verbessern, Schwachstellen aufzudecken, Erfahrungen von Profis und Patienten daraufhin auszuwerten, Notärzte und Rettungskräfte über Details der Kooperation zu informieren, Flyer für Patienten zu entwickeln, nannte Schenkeveld als Aufgaben. „Und auf diesem Weg brauchen wir Ihre Hilfe“, ermunterte Schenkeveld, die neue Homepage für den Wissens- und Erfahrungstransfer zu nutzen.

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