Hospizbewegung und Lukas-Krankenhaus
Gemeinsam für die Patienten

Gronau -

Chefarzt Stefan Rittmeyer ist ganz begeistert: „Für uns geht ein Wunsch in Erfüllung“, sagt er über eine neue Zusammenarbeit zwischen dem Lukas-Krankenhaus und der Hospizbewegung St. Josef Gronau. Die ist durch eine Gesetzesänderung möglich geworden. Dadurch darf Hospizbewegung nun auch in Krankenhäusern aktiv werden.

Donnerstag, 14.04.2016, 11:04 Uhr

Sehen der Zusammenarbeit der Hospizbewegung und des Lukas-Krankenhauses froh entgegen (v.l.): Mechthild Thorenz, Stefan Rittmeyer und Marita Wilken.
Sehen der Zusammenarbeit der Hospizbewegung und des Lukas-Krankenhauses froh entgegen (v.l.): Mechthild Thorenz, Stefan Rittmeyer und Marita Wilken. Foto: Frank Zimmermann

„Nun können wir Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen, schon begleiten, wenn sie noch im Krankenhaus sind, und anschließend auch zu Hause“, erklärt Mechthild Thorenz . Sie ist bei der Hospizbewegung für die Koordination der Einsätze der ehrenamtlichen Begleiter und Palliativfachkräfte zuständig.

Für das Krankenhaus sei die Zusammenarbeit ein klarer Kompetenzgewinn, sagt Stefan Rittmeyer bei der Vorstellung des Projekts. Denn: „Der Hospizverein ist unglaublich gut vernetzt und hat viele Ideen und Erfahrung, wie Situationen gemeistert werden können.“ Das soll den Patienten besonders dann zugute kommen, wenn sie am Ende ihres Lebens ins Krankenhaus kommen, aber lieber zu Hause sterben würden. „Der Patient wünscht sich das, hat aber auch Angst davor, seinen Angehörigen zur Last zu fallen. Und die Angehörigen würden den Wunsch gerne erfüllen, haben aber ihrerseits Angst vor eine Überforderung“, benennt Rittmeyer ein häufiges Dilemma. Und genau hier kommt die Hospizbewegung zum Einsatz. „Unsere ehrenamtlichen Begleiter bringen Zeit für Gespräche und Beratung mit“, sagt Vereinsvorsitzende Marita Wilken. Ein Angebot, das das Krankenhaus nicht machen kann, auch wenn dessen Seelsorge-Team und der Sozialdienst ihr Bestes geben. Stefan Rittmeyer sieht noch einen weiteren Vorteil in der Zusammenarbeit: die Möglichkeit, das Ehrenamt im Haus wieder zu stärken. „Wir haben dadurch die Chance, ehrenamtlichen Helfern zu zeigen, dass sie für ihren Einsatz Wertschätzung und Respekt erfahren werden.“ Dabei ist es Wilken wichtig zu betonen, dass die Begleiter zwar Ehrenamtler, aber nichtsdestotrotz Profis sind: „Aus- und Weiterbildung haben bei uns eine hohe Priorität.“

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