Viele schaffen mehr
Volksbank schaltet Crowdfunding-Plattform für gemeinnützige Vereine

Gronau/Alstätte -

Was einer nicht schafft, das schaffen viele. Dieser Gedanke führte vor 150 Jahren zur Gründung von Genossenschaften. Das Modell lebt heute noch in vielerlei Gestalt. Zum Beispiel beim sogenannten Crowd­funding: Um die Finanzierung eines Projekts zu verwirklichen, wirbt man um Spenden bei vielen Menschen, die sich auch mit kleinen Beiträgen beteiligen können.

Freitag, 13.05.2016, 07:05 Uhr

Gruppenbild mit Klarinette: Margrit Florack, Gregor Ahler, Markus Weiß und Christoph Ahler stellten die neue Crowdfunding-Plattform vor.
Gruppenbild mit Klarinette: Margrit Florack, Gregor Ahler, Markus Weiß und Christoph Ahler stellten die neue Crowdfunding-Plattform vor. Foto: Martin Borck

Früher gingen Sammler mit der Spendenbüchse herum; heutzutage werden die Möglichkeiten der digitalen Welt genutzt. Die Volksbank Gronau-Ahaus hat als erste im Münsterland die Plattform „Viele schaffen mehr“ auf den Weg gebracht. Für gemeinnützige Vereine eröffnet sich damit ein attraktives Modell.

Attraktiv in mehrfacher Hinsicht, wie Gregor Ahler (Bereichsleiter Marketing und Vertrieb) sowie die für das Projekt zuständigen Mitarbeiter Margrit Florack und Christoph Ahler am Donnerstag erläuterten. Die Volksbank stellt die digitale Plattform zur Verfügung, übernimmt die Eröffnung eines Treuhandkontos – und schießt außerdem selbst Mittel für die Projekte hinzu.

Ein Selbstläufer ist das Projekt allerdings nicht. Voraussetzungen für die Teilnahme: Das Projekt muss gemeinnützig sein, aus der Region stammen und soll zwischen 2500 und 25 000 Euro kosten. Sind diese Kriterien erfüllt, müssen sich die Vereine unter www.vbga.viele-schaffen-mehr.de registrieren und ihr Projekt mit Worten, Bildern und/oder Videos beschreiben.

Es folgt eine 14-tägige Startphase, in der Fans für das Projekt akquiriert werden. Ein Fan geht keinerlei finanzielle Verpflichtung ein. Doch nur die Vorhaben, die genügend Fürsprecher finden, werden auch für die Finanzierung freigeschaltet. Projekte zwischen 2500 und 5000 Euro benötigen 50 Fans, solche bis 7500 Euro 75 Fans und teurere 100 Fans. Sind diese Zahlen in der Startphase erreicht, wird das Projekt für die Finanzierungsphase freigeschaltet. Ab dann haben die Interessierten drei Monate Zeit, ihren finanziellen Teil zur Umsetzung des Projekts beizutragen. Je mehr Leute mitmachen – auch mit kleinen Beträgen – desto höher die Chance, das Ziel zu erreichen.

Der finanzielle Beitrag der Volksbank besteht in einem 20-prozentigen Zuschuss auf die Spendensumme. Zu diesem Zweck stellt die Bank 20 000 Euro zusätzlich zu ihrem sonstigen Sponsorenetat zur Verfügung.

Es gibt sogar eine Geld-zurück-Garantie, wenn das gesetzte Spendenziel nicht erreicht wird. Den Spendern wird das Geld erstattet. Der Verein dagegen darf den 20-Prozent- Zuschuss auf die erzielte Spendensumme auf jeden Fall behalten.

Die Vereinsmitglieder müssen also die Werbetrommel für ihr Projekt rühren. Markus Weiß, Geschäftsführer des Musikvereins Alstätte , hat in einem der insgesamt neun laufenden Pilotprojekte erste Erfahrungen gesammelt. Die Nachwuchsmusiker von „Next Generation“ brauchen neue Klarinetten. 8100 Euro werden benötigt. Das Projekt steht auf der Internetseite, Fans sind genügend da, die ersten Spenden schon geflossen. Aber: noch nicht genug. Darum werden die jungen Musiker beim Pfingstkonzert kräftig die Werbetrommel rühren. Wenn das Ziel erreicht wird, können sich die Spender je nach Spendenhöhe auf ein Dankeschön freuen: entweder eine CD oder eine Einladung zum Konzert von Next Generation. Wer lieber eine Spendenquittung möchte – auch das ist möglich.

Ausführlich Informationen sind unter vbga.viele-schaffen-mehr.de zu finden.

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