Zu Gast bei Heimatfreunden
Gronauer Heimatfreunde stellten sich Nienborger Geschichtsmarathon

Gronau/Nienborg -

Unter dem Motto „Zu Gast bei Heimatfreunden“ besuchte eine rund 20-köpfige Gruppe des Heimatvereins Gronau die ehemalige Burgmannstadt Nienburg. Albert Bömer vom Nienborger Heimatverein begrüßte als Stadtführer die Gäste am ehemaligen Burgtor, um in die Historie der kleinen Dinkelgemeinde einzuführen.

Mittwoch, 18.05.2016, 08:05 Uhr

Die Besuchergruppe  des Heimatvereins Gronau mit der Bronzefigur des Wilden Bernd, einem sagenumworbenen Nienborger Original aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.
Die Besuchergruppe  des Heimatvereins Gronau mit der Bronzefigur des Wilden Bernd, einem sagenumworbenen Nienborger Original aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Foto: Eckhard Bohn

Im Laufe eines Rundganges auf dem ehemaligen Burggelände erläuterte Bömer die wechselvolle Geschichte der ehemaligen fürstbischöflichen Festungsanlage. Die Gründung geht auf Fürstbischof Hermann II. zurück, der das Bollwerk zur Sicherung des Handelsweges zwischen Münster und Deventer bereits 1198 auf einer Sanddüne in einer Dinkel­aue errichten ließ. Im Laufe der Zeit bewohnten etwa 40 Burgmannen die Burganlage, deren Häuser sich an die mächtige bis zu zehn Meter hohe und drei Meter dicke Sandsteinmauer lehnten. Schon früh gab es dort eine Burgkapelle, die aber später durch einen Kirchbau ersetzt wurde.

An einem Bronzemodell, das die ehemalige Ringburganlage um 1360 darstellt, verdeutlichte Bömer zudem den strategischen Aufbau, der aus Burgraben, Zugbrücke, Burgmauer etc. bestand. In seinem ihm eigenem Humor verstand er es, viele Ereignisse rund um den Burgflecken durch Anekdoten aufzulockern. Während des weiteren Rundganges wurden die einzigen bis heute noch erhaltenen drei Burgmannenhäuser Langes Haus, Hohes Haus und Keppelborg aufgesucht. Zudem konnten das alte Torhaus und und Reste der romanschen Ringmauer in Augenschein genommen werden.

Am Nachmittag ging es zur üppigen Kaffeetafel in die Keppelborg. Diese sogenannte Unterburg stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert und befindet sich heute im Besitz der Familie vom Hove. Nach der Kaffeepause standen die Besichtigung der historischen Wassermühle und des Hauses Hugenroth an. Das im 18. Jahrhundert errichtete Haus Hugenroth dient heute den Nienborger Heimatfreunden als Vereinsdomizil.

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