Ausstellung in der Galerie van Almsick
Lange verborgene Bilder gefunden

Epe -

Ein Dachbodenfund im früheren Wohnhaus Heinrich Schliefs in Soest brachte ein ganzes Konvolut an stilistisch vielfältigen Bildern ans Licht. Diese werden nun in der Galerie van Almsick ausgestellt und lassen den Maler in einem neuen Licht erscheinen.

Mittwoch, 25.05.2016, 10:05 Uhr

Galerist Georg van Almsick mit einem Selbstporträt von Heinrich Schlief.
Galerist Georg van Almsick mit einem Selbstporträt von Heinrich Schlief. Foto: swb

Heinrich Schlief (1894 – 1971) ist ein dem westfälischen Expressionismus zugerechneter Autodidakt. Vor allem in seinem Heimatort Soest stand und steht er immer noch im Ansehen hinter seinen Altersgenossen Eberhard Viegener und dem 1917 jung bei Langemarck gefallenen Wilhelm Morgner zurück. Morgner besuchte bereits 1908 eine private Kunstschule in Worpswede und verfügte über gute Kontakte in die Kunstwelt, wohingegen Schlief bis zum Ruhestand 1959 den Brotberuf des Vermessungstechnikers ausübte.

Ein Dachbodenfund in Schliefs früherem Wohnhaus in Soest mit einem ganzen Konvolut an stilistisch vielfältigen Bildern lässt den Maler in einem neuen Licht erscheinen. Zahlreiche dieser lange verborgenen Arbeiten hat der Eper Galerist Georg van Almsick in den vergangenen Monaten restaurieren lassen. Die Gouachen und Ölbilder in meist intensivem Rot, Gelb, Blau und Grün, gelegentlich aber auch in gedeckten Farbtönen gehalten, werden jetzt, einheitlich mit silbernen Rahmen versehen, in seiner Galerie präsentiert.

Neben Landschaften und Soester Stadtansichten spielen Menschen, zumeist in bäuerlichem Umfeld, und religiöse Motive eine Rolle in Schliefs Werk, zu dem auch ins Abstrakte gehende Kompositionen gehören. Die Figuren und Formen in seinen Gemälden hat er meistens mit einer betonenden blauen oder schwarzen Kontur versehen.

Eine besondere Leuchtkraft entwickeln Schliefs Arbeiten auf Pergamin, einem Transparentpapier, wenn sie wie in der Galerie im Fenster hängen und von der Sonne beschienen werden.

Heinrich Schlief war ein produktiver und experimentierfreudiger Maler. Wann allerdings welche Arbeiten entstanden sind, und ob es bestimmte Werkphasen gab, darüber ist nur wenig bekannt. Auch seine in unterschiedlichen Variationen verwendete Signatur – seine Initialen, das Symbol für sein Sternzeichen Steinbock oder sein Nachname in Sütterlinschrift – bieten kaum Hilfen bei der zeitlichen Einordnung seines umfangreichen Werkes.

Während der Ausstellungseröffnung am Sonntag führte die Journalistin Elvira Meisel-Kemper, die vor zwei Jahren eine umfassendere Publikation über den Künstler vorgelegt hat, in Leben und Werk des Künstlers ein.

Dem Galeristen Georg van Almsick liegt es sehr am Herzen, mit seiner aktuellen Präsentation von 47 Schlief-Werken dazu beizutragen, dass Kunstfreunde unvoreingenommen eine eigene Vorstellung von der Wertigkeit des Soester Malers gewinnen können.

Sigrid Winkler-Borck

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Die Ausstellung mit Gouachen, Ölbildern und Linolschnitten von Heinrich Schlief ist bis zum 10. Juli in der Galerie van Almsick zu sehen; geöffnet jeweils mittwochs bis freitags sowie sonntags von 15 bis 18 Uhr. Am 5. Juni sowie vom 28. Juni bis zum 3. Juli ist die Galerie geschlossen.

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