Fairmobil macht Station bei den Fünftklässlern der Gronauer Realschule
Gemeinsam vorankommen

Gronau -

Soziale Kompetenz ist nicht nur eine immer stärker gefragte Schlüsselqualifikation für das berufliche Fortkommen – im Schulalltag bekommt sie in Zeiten zunehmender Integration und Inklusion eine von Jahr zu Jahr wachsende Bedeutung.

Dienstag, 31.05.2016, 08:05 Uhr

Gemeinsam kommt die Gruppe besser voran: Diana, Beyza, Jana, Jan Carlos, Susan, Luisa und Aryan unterstützen einander bei der Lösung der Fairmobil-Aufgabe.
Gemeinsam kommt die Gruppe besser voran: Diana, Beyza, Jana, Jan Carlos, Susan, Luisa und Aryan unterstützen einander bei der Lösung der Fairmobil-Aufgabe. Foto: Christiane Nitsche

„Es geht um ein faires Miteinander in den Klassen“, bringt es Barbara Engbrink auf den Punkt. Die Klassenlehrerin der 5a an der Fridtjof-Nansen-Realschule in Gronau steht gemeinsam mit ihrer Kollegin von der 5c, Eva Smit , in der Schulturnhalle. Das Fairmobil ist zu Gast. Das bedeutet für die Schüler: In gemischten Teams an verschiedenen Stationen Aufgaben lösen. Mal als Denkaufgabe, mal ganz praktisch, immer im Team. Die Lehrerinnen und einige Referendare beobachten, was ihre Schützlinge an den Stationen um sie her leisten.

Jan Carlos etwa: Der Elfjährige erklimmt immer wieder das hölzerne A, mit dem er einen Parcours von etwa fünf Metern Länge bewältigen soll. Problem: Das Holzgestell lässt sich nur mit Hilfe seiner Mitschüler voranbewegen. Diana, Luisa, Beyza und Aryan halten Stricke in den Händen, die an der Spitze des stelzenartigen Gebildes zusammenlaufen. Ihre Aufgabe ist es, das Holz-A aufrecht und stabil zu halten, damit Jan Carlos nicht absteigen muss oder womöglich sogar umfällt.

Keine leichte Aufgabe. Und schnell zeigt sich, dass es nur funktioniert, wenn alle sprichwörtlich an einem Strang ziehen. Und wenn sie dabei miteinander reden. Kommunikation ist einer der Schlüssel bei der Teamarbeit, das merken auch die Schüler. Aber auch das ist sicher keine Selbstverständlichkeit.

„Ich habe in meiner Klasse nur zwei Schüler, deren Eltern keinen Migrationshintergrund haben“, sagt Engbrink. Die kulturelle Vielfalt, die inzwischen auch im Lehrplan verankert ist, ist gesetzt: Hier in der Halle tummeln sich allerlei kulturelle, ethnische und religiöse Welten. „Die Kinder müssen lernen, respektvoll miteinander umzugehen“, erklärt Engbrink. „Sie müssen kommunizieren, ohne sich anzuschreien“, ergänzt Smit. Noch so eine Nicht-Selbstverständlichkeit. „Es wird schwieriger, die Teambildung zu unterstützen“, stellt Engbrink rückblickend fest. Sie begleitet das Projekt mit dem Fairmobil von Beginn an – etwa zehn Jahre sind das schon. „Das Konzept hat sich bewährt“, sagt sie.

Wie als Beweis dafür fängt Jana Bowling eben den rückwärts kippenden Jan Carlos auf. Die Neuntklässlerin steht mit einer ganzen Reihe von Mitschülern parat, um das Projekt zu unterstützen. Vor vier Jahren haben sie selbst beim Fairmobil-Projekt teilgenommen.

Dafür, dass das Projekt über den Tag hinaus wirkt, sorgt die so genannte „Konflikt-Skyline“, die die Klassen selbst erarbeiten. „Das Klassenklima wird bewertet, Konfliktpotenzial benannt und mit Punkten bewertet“, erklärt Eva Smit. „Und die Skyline ist immer wieder Thema im Klassenrat.“

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