Besuch bei der Aramäer-Gemeinde
Herzliche Gastfreundschaft

Gronau -

Zu Gast bei der aramäischen Gemeinde war jetzt eine Gruppe des Heimatvereins Gronau, die herzliche Gastfreundschaft erlebte und einen Einblick ins Gemeindeleben erhielt.

Mittwoch, 08.06.2016, 10:06 Uhr

Süleyman Aykil  stellt sich in der reichhaltig ausgemalten St.-Jesaja-Kirche den zahlreichen Fragen der Gronauer Heimatfreunde.Auf dem Gemeindeareal befindet sich seit 2015 ein Mahnmal zum Gedenken des Völkermordes (aramäisch „Sayfo“ = Schwert) an rund 500 000 Aramäern im Osmanischen Reich.
Süleyman Aykil  stellt sich in der reichhaltig ausgemalten St.-Jesaja-Kirche den zahlreichen Fragen der Gronauer Heimatfreunde.Auf dem Gemeindeareal befindet sich seit 2015 ein Mahnmal zum Gedenken des Völkermordes (aramäisch „Sayfo“ = Schwert) an rund 500 000 Aramäern im Osmanischen Reich. Foto: Eckhard Bohn

Dass der Besuch der Aramäischen Gemeinde auch mit einem aktuellen Bezug verbunden war, zeigte sich gleich zu Beginn der Veranstaltung: Nur wenige Tage zuvor hatte der Deutsche Bundestag die Armenien-Resolution verabschiedet und das bislang historisch eher selten beachtete Massaker als Genozid (Völkermord) eingestuft.

Süleyman Aykil, Vorsitzender des örtlichen syrisch-orthodoxen Kirchenrates, begann den Rundgang am Denkmal für die ermordeten Aramäer im Osmanischen Reich auf dem Areal der noch jungen Kirchengemeinde. Das Mahnmal soll an die 1915 stattgefundene Vertreibung, Deportation und Ermordung der christlichen Bevölkerung im heutigen türkisch-syrischen Grenzgebiet erinnern.

Danach führte Aykil die Gäste in die St.-Jesaja-Kirche. Das Gebäude wurde vor 20 Jahren errichtet und dient seitdem den heute rund 400 aramäischen Familien mit ihren 1500 Mitgliedern als Gotteshaus. Es folgte eine kurze Einführung in die Geschichte der syrisch-orthodoxen Kirche, wobei er den Bogen vom Patriarchat von Antiochia , als eine der fünf christlichen Urkirchen, bis in die Neuzeit spannte. Dann stellte sich Aykil den zahlreichen Fragen der Heimatvereinsmitglieder. Hierbei ergaben sich etliche Übereinstimmungen – etwa bei den sieben Sakramenten – mit den katholischen und evangelischen Konfessionen, aber natürlich auch tradierte Unterschiede in Liturgie, Kirchenkalender und zahlreichen Sitten und Gebräuchen: So ist etwa Heiligabend bei den Aramäern der letzte Tag der zehntägigen Fastenzeit vor Weihnachten .

Das geräumige Kirchengebäude wird für Messen, Hochzeiten und Taufen genutzt, Beerdigungen finden wegen des Friedhofes gewöhnlich im angrenzenden Glaner Kloster Ephrem auf niederländischer Seite statt. Derzeit ist die Gronauer Gemeinde als Verein organisiert, an eine Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) wird gearbeitet. Letztere soll zur Verbesserung der finanziellen Situation der Ortsgemeinden beitragen, so Aykil. Zurzeit leben knapp 150 000 aramäische Christen in Deutschland, Tendenz wegen der unsicheren politischen Lage in Nahost steigend, erfuhren die Mitglieder des Gronauer Heimatvereins.

Im Anschluss lud Süleyman Aykil die rund 50 Teilnehmer noch zum gemeinsamen Kaffeetrinken ins Gemeindehaus „Turo d’Izlo“ ein. Dort klang nach etwas mehr als zwei Stunden in gastlicher und offener Atmosphäre die Veranstaltung aus. Das Treffen endete mit einer herzlichen Gegeneinladung des Heimatvereinsvorsitzenden Chris Breuer an Süleyman Aykil, einmal den Gronauer Heimatverein und das Drilandmuseum zu besuchen.

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