Neue Psychologin im Team der Familienberatungsstelle der Diakonie / Jahresbilanz vorgestellt
Beratung jetzt auch auf Russisch

Gronau -

Bei einer Klausurtagung hat das Team der Psychologischen Familienberatungsstelle eine Bilanz seiner Leistungen vorgenommen. Ingo Stein, Leiter der Einrichtung: „Als wesentliches Ergebnis lässt sich festhalten, dass nach den kontinuierlichen Steigerungen der letzten Jahre die Fallzahlen in der anonymen Beratung erstmals leicht gefallen sind. Gleichzeitig hat die Tendenz des Vorjahres zu komplexeren Fällen, die eine intensivere und längere Beratungsarbeit erforderten, angehalten.“ Diplom-Psychologin Helga Wißmann ergänzt: „Hier denken wir zum Beispiel an Beratungsfälle, bei denen Eltern nach einer Trennung in heftige Streitigkeiten verwickelt sind und sich nicht auf eine Umgangsregelung mit ihren Kindern einigen können. Auch Themen wie Gewalt in der Familie haben uns stark beschäftigt, insbesondere, wenn wir Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdung oder von sexuellem Missbrauch hatten.“

Freitag, 10.06.2016, 10:06 Uhr

Diplom-Psychologin Liudmila Hoesch ist neu im Team der Psychologischen Familienberatungsstelle der Diakonie. Links deren Leiter, Pfarrer Ingo Stein.
Diplom-Psychologin Liudmila Hoesch ist neu im Team der Psychologischen Familienberatungsstelle der Diakonie. Links deren Leiter, Pfarrer Ingo Stein. Foto: Diakonie

In der Schwangerenberatung ist die Integration der Außenstelle Borken in das gemeinsame Fachteam der Familienberatungsstelle Gronau weiterentwickelt worden, berichtet Pauline Schumacher, Pädagogin (M.A.) im Team. „Im Arbeitsfeld Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung haben wir unsere Projektarbeit mit Jugendlichen weitergeführt, uns neuen Aufgaben wie ‚Vertrauliche Geburt‘ gestellt und uns bei der Durchführung eines Fachtags zu ‚Pränataldiagnostik‘ engagiert. Besonders unser Projekt ‚Elternschaft auf Probe‘ kommt bei den Jugendlichen gut an.“

Eine neue Aufgabe stellte sich in der zweiten Jahreshälfte: Flüchtlinge, die Arabisch, kein Deutsch und nur selten Englisch sprachen, suchten die Gemeindediakonie-, Sozialberatung und Schwangerenberatung mit der Bitte um Unterstützung auf. In Kooperation mit anderen sozialen Diensten gelang es, hier Übersetzungsmöglichkeiten und erste Hilfsangebote zu organisieren.

In den Arbeitsfeldern der verschiedenen Beratungsdienste, die in der zentralen Beratungseinrichtung der Diakonie in Gronau (Beratung im Zentrum) unter einem Dach zusammenarbeiten, wurden folgende Leistungen erbracht: In der Familienberatungsstelle wurden 227 Beratungsfälle abgeschlossen (247 im Vorjahr), in der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung 194 Fälle (177), in der Gemeindediakonie/ Sozialberatung 190 (138) und in der Schuldnerberatung 809 (755).

Wichtigster Ansatzpunkt der Beratungsarbeit, fasst Stein zusammen, bleibe das Angebot einer niedrigschwelligen Unterstützung für Einzelne, Paare und Familien in der anonymen Fallberatung – und zwar möglichst bevor manifeste Probleme und festgefahrene Situationen aufgetreten sind – sowie die Präventionsangebote in den Einrichtungen vor Ort. So seien die Präventionsleistungen weiter auf hohem Stand geblieben und konnten sogar erweitert werden durch die konzeptionelle Erstellung und Umsetzung eines offenen Sprechstundenangebotes am Werner-von-Siemens-Gymnasium, der größten Schule der Stadt. Annette Braune , als psychologische Beraterin und Familientherapeutin zuständig für die Projekte in Familienzentren und Vorschuleinrichtungen, weist darauf hin, dass die Beratungsstelle inzwischen mit drei Familienzentren, einer Kita mit Inklusionsschwerpunkt, drei Grundschulen und zwei weiterführenden Schulen kooperiert und dort regelmäßige Unterstützungsangebote unterbreiten.

Zu den Präventionsangeboten gehöre auch das Kommunikationstraining für Paare. „Besonders freuen wir uns“, so die Berater, „wenn Paare frühzeitig zu uns kommen und nach Möglichkeiten suchen, ihre Partnerschaft neu zu beleben und zu stärken“.

Annette Braune: „Seit mehreren Jahren bieten wir die Möglichkeit an, sich mit einem persönlichen Anliegen an einen Berater/eine Beraterin auch am Wochenende und nachts zu wenden. Dies geht ganz einfach: Über evangelische-beratung.info/pfb-gronau können Ratsuchende uns eine – durch ein Code-Wort geschützte – Webmail schicken. Auf Wunsch ist diese Beratung anonym.“

„Nicht nur in den einzelnen Arbeitsfeldern gab es Veränderungen und viele neue Herausforderungen, sondern auch beim Personal der Familienberatungsstelle“ resümiert Ingo Stein. „ Sybille Dechert-Kock, über viele Jahre lang als Diplom-Psychologin bei uns tätig, haben wir letztes Jahr in den Ruhestand, ihre Nachfolgerin Diplom-Psychologin Sandra Schlein im April in die Selbstständigkeit verabschiedet. Seit Anfang Mai freuen wir uns über ein neues Gesicht: Liudmila Hoesch, Psychologin und Master of Counseling, verheiratet in Münster und Mutter von vier Kindern, macht unser Team wieder komplett. Sie bringt nicht nur viel praktische Erfahrung in der Lebens-, Paar- und Familienberatung mit für ihre neue Aufgabe, sondern verfügt außerdem über eine ganz besondere Qualifikation, die wir in unserer Stadt in manchen Beratungssituationen gut gebrauchen können: aufgewachsen in der Nähe von Moskau, kann sie sich mit Ratsuchenden nicht nur in hervorragendem Deutsch, sondern auch in fließendem Russisch unterhalten!“

Zum Thema

Info und Kontakt: Psychologische Familienberatungsstelle der Diakonie, Beratung im Zentrum, Hörster Straße 5, Gronau ✆ 02562 701110, E-Mail: biz@dw-st.de  

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