Verbraucherzentrale rät:
Die Sonnenstunden verlängern

Gronau -

„Schick die Sonne in die Verlängerung!“, fordert die Verbraucherzentrale derzeit die Gronauer auf und zeigt auch, wie das Kunststück gelingt: Mit einer Solaranlage und einem Batteriespeicher können Hauseigentümer tagsüber Energie sammeln, um damit nach Feierabend Laptop, Fernseher, Küchenmaschine und Co. zu betreiben

Dienstag, 21.06.2016, 08:06 Uhr

Elke Liening und Hans-Jürgen Janning informierten jetzt im Rahmen einer Aktionswoche über Solarstrom-Nutzung und aktuelle Speichertechnik.
Elke Liening und Hans-Jürgen Janning informierten jetzt im Rahmen einer Aktionswoche über Solarstrom-Nutzung und aktuelle Speichertechnik. Foto: Klaus Wiedau

„Schick die Sonne in die Verlängerung!“, fordert die Verbraucherzentrale derzeit die Gronauer auf und zeigt auch, wie das Kunststück gelingt: Mit einer Solaranlage und einem Batteriespeicher können Hauseigentümer tagsüber Energie sammeln, um damit nach Feierabend Laptop, Fernseher, Küchenmaschine und Co. zu betreiben. Mit zeitversetztem Sonnenschein sozusagen – klimafreundlich und immer verfügbar.

Anders als vor einigen Jahren gebe es inzwischen Speicher, in die sich eine Investition wirtschaftlich lohne, so Elke Liening , Leiterin der Gronauer Beratungsstelle. Im Rahmen einer Aktion der Verbraucherzentrale erklärte sie am Freitag mit Energieberater Hans-Jürgen Janning , welche Chancen die Speichertechnik bereithält und was zu beachten ist. „Eigener Solarstrom macht unabhängig, und Batterien machen flexibel“, brachte es Janning auf den Punkt. Statt 25 bis 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms können Speicherbesitzer mehr als 60 Prozent direkt nutzen. Das senkt die Stromrechnung deutlich und lohnt sich mehr als die Einspeisung ins Netz.

Unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonne können Interessierte mit Eigenverbrauchs- und Unabhängigkeitsrechnern den Effekt verschiedener Anlagen für ihr Eigenheim abschätzen. „Wer es sportlich angeht und Großverbraucher wie die Waschmaschine bei Sonnenschein anschaltet, kann auf mehr als 80 Prozent Eigenverbrauch kommen“, sagte Janning. Dadurch wird natürlich auch ein größerer Teil des Energiebedarfs im Haushalt durch den eigenen Strom gedeckt.

Wer jetzt in die Speichernutzung einsteigen möchte, findet ein großes Angebot vor, wie eine aktuelle Marktübersicht der Verbraucherzentrale NRW zeigt. Mehr als 30 Anbieter haben dafür ihre Daten zur Verfügung gestellt. „Darin bestätigt sich der Trend der insgesamt fallenden Preise, den wir seit einiger Zeit beobachten“, sagte Janning. Zusammen mit einer Checkliste unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonne bietet die Marktübersicht Hilfe beim Speicherkauf.

„Batterien sind nützlich, aber technisch und rechtlich komplex, da sind ein paar wichtige Punkte zu beachten“, betonte Energieberater Janning. Die Größe des Speichers etwa sollte individuell auf den jeweiligen Haushalt abgestimmt werden. Ein zu kleiner Speicher könne nicht die erforderliche Energiemenge aufnehmen, ein zu großer Speicher werde nicht ausreichend entladen. Zu bedenken sei auch ein Managementsystem für den Speicherbetrieb, um dessen Lebensdauer – etwa durch Tiefentladung – nicht zu gefährden,

Berücksichtigt werden sollte auch, dass die Garantie für alle Teile des Speichers mindestens zehn Jahre Gültigkeit hat. Nur dann gibt es auch den staatlichen Förderkredit, der noch bis Ende Juni mit dem besten Tilgungszuschuss zu haben ist. Wichtig auch: Eine Einweisung in die Anlage und eine Fachunternehmer-Bescheinigung über die Installation sind weitere Voraussetzungen für Fördermittel.

Der Stromverbrauch der Batterie selbst sowie Besonderheiten der Blei- und Lithium-Varianten sind ebenfalls zu bedenken. Nicht zuletzt ist die steuerliche Behandlung wichtig für die Wirtschaftlichkeit. Den positiven Effekt des flexiblen Solarstroms für das Klima hob Janning besonders hervor: „Jeder Haushalt, der die Sonne in die Verlängerung schickt, geht deshalb beim Klimaschutz voran.“ Denn, so Janning: „Der CO²-Ausstoß wird gesenkt, Kraftwerke entbehrlich.“

Ob ein Eigenheim für Photovoltaik geeignet ist, klärt die 90-minütige „Beratung zu Solarstrom bei Ihnen zu Hause“ der Verbraucherzentrale NRW für 60 Euro. Diese Prüfung sollte immer der erste Schritt sein, bevor es in die weitere Planung geht. Termine gibt es in einzelnen Kommunen unter der Telefonnummer 02562-608 696 01, unter 0180 1 11 5 999 (Festnetzpreis 3,9 ct/Minute Mobilfunkpreis maximal 42 ct/Minute) und im Internet.

 

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