Diskussion um die Urenco in Gronau
Viele Verluste und keine Reduzierung des Risikos

Gronau -

In der von NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) neu entfachten Diskussion über eine Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau hat sich jetzt der Unternehmerverband AIW (Aktive Unternehmen im Westmünsterland) mit einer Stellungnahme zu Wort gemeldet.

Mittwoch, 22.06.2016, 06:06 Uhr

Blick in die Leitwarte der Gronauer Urananreicherungsanlage. In die Debatte um eine Still­legung der Anlage hat sich der Unternehmerverband AIW eingeschaltet. Foto: Urenco
Blick in die Leitwarte der Gronauer Urananreicherungsanlage. In die Debatte um eine Still­legung der Anlage hat sich der Unternehmerverband AIW eingeschaltet. Foto: Urenco Foto: Urenco

AIW-Geschäftsführer Andreas Brill verweist dabei auf ein Gutachten aus dem Jahr 2013, wonach von einem politisch motivierte Vorgehen gehen die Genehmigung der Anlage abzuraten ist.

Brill erinnert daran, dass die Erweiterungsgenehmigung für die Anlage 2005 von der rot-grünen Landesregierung erteilt wurde. „Seit über 30 Jahren wird in Gronau nach den höchsten Sicherheitsstandards gearbeitet. Regelmäßige Kontrollen zum Beispiel der Euratom oder der IAEA (Internationale Atomenergie-Organisation) sorgen dafür.“

In einem 2013 von Garrelt Duin, NRW-Wirtschaftsminister, in Auftrag gegebenen Gutachten zur möglichen Rücknahme der Betriebsgenehmigung, kommt Gutachter Prof. Dr. Ewer zu dem Ergebnis, dass „. . .von einem rein politisch motivierten Vorgehen gegen die UAG bzw. die hierfür erteilten Genehmigungen auf der verwaltungsrechtlichen Ebene abzuraten . . .“ wäre. Brill: „Jetzt wird das Thema von NRW-Umweltminister Remmel wieder auf den Tisch gebracht.“

Ausdrücklich betont der Geschäftsführer, dass der AIW in erster Linie ein Verband zum Austausch von Erfahrungen unter den Mitgliedern ist. Er ist politisch neutral, nimmt aber zu politisch motivierten, wirtschaftlich nicht nachvollziehbaren Entscheidungen durchaus Stellung. Brill: „Im Fall des Entzugs der Betriebsgenehmigung für den Standort Gronau kämen voraussichtlich auf das Land und auch den Bund Entschädigungsforderungen der Urenco in Milliardenhöhe zu. Schließlich wurden alleine in Gronau über zwei Milliarden Euro investiert und über 300 Arbeitsplätze geschaffen. Die Wahrscheinlichkeit, diese Entschädigung durchzusetzen, scheint nach dem Gutachten von Prof. Dr. Ewer sehr groß zu sein, da eine Beendigung der Betriebsgenehmigung nach geltendem Recht nicht möglich ist.“ Im Übrigen verweist der AIW auf Folgendes: Der nächste Standort der Urenco als europaweit tätige Gruppe ist 40 Kilometer von Gronau entfernt in Almelo (NL). Die Chance, dass bei einem Entzug der Genehmigung die Produktion dorthin verlagert werden würde, scheine groß. So könnte man die vielen Spezialisten, die in Gronau beschäftigt sind, im Unternehmen halten. Brill: „Ob sich damit das von Minister Remmel scheinbar befürchtete Risiko im Umgang mit Uran reduziert? Auf jeden Fall wären deutliche Steuereinnahmen für die Stadt, das Land und den Bund nicht mehr vorhanden und Milliarden für Entschädigungen ausgegeben. Außerdem würde die Region einen ausgezeichneten Arbeitgeber und ein familienfreundliches Unternehmen verlieren.

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