Räumung verläuft gewaltlos
Polizei beendet Urenco-Blockade

Gronau -

Donnergrollen, Gewitterregen und Beamte von Spezialeinheiten setzen den Schlussakkord: Die Polizei hat am Dienstagnachmittag die Blockade der Urananreicherungsanlage aufgelöst. Kurz vor 17 Uhr – fast auf die Minute genau 36 Stunden nach Beginn – wird am Urenco-Haupttor den zehn Demonstranten gegenüber die Auflösungsverfügung ausgesprochen. Danach machen sich Teile einer Polizei-Hundertschaft aus Bochum, ein Polizei-Höhenrettungsteam sowie Beamte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln an die Arbeit: Die Demonstranten am Boden werden zu Einsatzfahrzeugen weggeführt, eine junge Frau weggetragen.

Dienstag, 12.07.2016, 19:07 Uhr

Die Aktivistin Cécile Lecomte lässt sich von einem Tripot herunterhängen. Mitglieder der Polizei-Höhenretter holen sie herunter. Die Atomkraftgegner räumten schließlich das Feld.       
Die Aktivistin Cécile Lecomte lässt sich von einem Tripot herunterhängen. Mitglieder der Polizei-Höhenretter holen sie herunter. Die Atomkraftgegner räumten schließlich das Feld.        Foto: Klaus Wiedau

Dann rücken die Höhenretter mit einem Hubsteiger an, um zwei Aktivistinnen zu holen, die sich auf hölzernen Dreibeinen in rund drei Meter Höhe angeleint haben. Fast bedächtig räumt zunächst die französische Aktivistin Cécile Lecomte oben ihre Ausrüstung zusammen, um sich am Ende doch zu weigern, freiwillig herunterzukommen. „Jetzt macht sie auf Pipi Langstrumpf“, kommentiert ein Zuschauer, als sich Lecomte angeseilt kopfüber mit einer Anti-Atomkraft-Fahne vom Tripot herunterhängen lässt. Minuten später ist sie am Boden – professionell heruntergeholt von den Höhenrettern. Auch die Frau auf dem zweiten Dreibein verliert am Ende schnell an Höhe. Die Aktivistinnen werden zur Polizeiwache Gronau gebracht, die anderen nach Ahaus. Die hölzernen Dreibeine zerlegen Polizisten mit der Motorsäge zu Kleinholz.

Polizei löst Urenco-Blockade auf

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  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
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  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau
  • 36 Stunden nach Beginn hat die Polizei am Dienstagabend die Blockade der Urananreicherungsanlage durch Demonstranten gewaltfrei aufgelöst. Teile einer Einsatz-Hundertschaft aus Bochum und Spezialkräfte einer Technischen Einsatz-Einheit aus Köln waren an der Räumung beteiligt. Foto: Klaus Wiedau

Die Räumung vor dem Haupttor dauert knapp eine Stunde, läuft gewaltfrei, sehr ruhig – ja fast entspannt – ab. Zwei Kameramänner und ein Fotograf aus den Reihen der Polizei dokumentieren dabei jede Ansage und jeden Handgriff der Kollegen. Hier und da gibt es Diskussionen zwischen Polizei und Demonstranten, aber keine Spur von Aggression oder Gewalt. Eine Stunde später – gegen 19 Uhr – ist auch die Rettungszufahrt geräumt. Zwei Aktivisten klettern freiwillig aus den Bäumen

Drei Demonstranten waren bereits bis Dienstagmorgen von der Polizei festgenommen worden. Das teilte Polizeisprecher Frank Rentmeister auf Anfrage der WN mit. Alle drei seien später wieder auf freiem Fuß gesetzt worden, hätten aber einen Platzverweis erhalten. Den bekommt kurz vor der Räumung auch ein Gronauer, der die Demonstranten mit technischem Gerät versorgen will.

Atomkraftgegner hatten am Dienstag teils harsche Kritik an der Polizei geäußert. Menschen seien „ohne Begründung willkürlich eingeschüchtert, schikaniert, zur Personalienfeststellung gezwungen und sogar aus der Versammlung heraus festgenommen“ worden, hieß es in einer Erklärung. Rentmeister wies diese Vorwürfe zurück: „Dass sie es sind, die mit der Blockade einen permanenten Rechtsverstoß begehen, blenden die Demonstranten aus.“ Dass die Blockade zunächst geduldet worden sei, bedeute nicht, dass sie rechtens sei. Und dass sich die Aktivisten massiv den Aufforderungen der Polizei widersetzten, zeige, dass es ihnen nicht um friedlichen Protest gehe.

Am Montagabend war ein Mann vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, der versucht hatte, auf eines der Dreibeine zu klettern. „Das haben wir unterbunden, weil es im Fall einer Räumung viel schwerer ist, jemanden aus dieser Position zu entfernen, als wenn er auf sich auf dem Boden aufhält,“ erläuterte Rentmeister.

Dass die Polizei das Leben von kletternden Personen gefährdet habe, indem sie sich „vorsätzlich an deren Sicherungssystemen zu schaffen machte“, wie die Aktivisten behaupten, wies Rentmeister als haltlose Behauptung zurück.

Und worin das Problem bei der Personalienfeststellung bestehen soll, konnte Rentmeister nicht nachvollziehen. Schließlich habe es sich um eine nicht angemeldete Versammlung gehandelt. Einzelne Aktivisten erwarten zudem weitere Vorwürfe: So sie etwa die Teilnahme an einer aufgelösten Versammlung eine Straftat.

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