Ehrenbürger der Stadt Gronau
Lindenbergs private Seite: „Udo ist verlässlich, ehrlich und großzügig“

Gronau -

Gronau und Udo Lindenberg – wenn das keine heiße Liebesbeziehung ist! Dem Musiker und Sänger wurde am Dienstagabend mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Gronau ausgezeichnet – die höchste Ehrung, die die Stadt vergeben kann. Mit stehenden Ovationen feierte die Festgesellschaft im Rockmuseum den Musiker und Sänger.

Mittwoch, 27.07.2016, 05:07 Uhr

Honoratioren und steife Reden also? Nein, nein: So ein Festakt hat ja nicht nur was Ehrdöniges. Vor allem nicht, wenn es sich bei dem knackfrischen Ehrenbürger eben um Udo Lindenberg handelt. In der Veranstaltung steckte eine ganze Menge Musik. Und Humor: Denn die Laudatio hielt niemand anderes als Otto Waalkes, Kumpel aus gemeinsamen Hamburger WG-Zeiten, als beide noch am Anfang ihrer Karrieren standen.

Otto – ganz im Stile seines alten Sketches über das Lied „Theo wir fahr‘n nach Lodz“ – sezierte Udos Song „Ich mach mein Ding“: „Was ist das für ein Ding? Kommt es doch in so schönen Wortschöpfungen vor wie Dingsbums, Valendingstag oder Dingel-Belles“, blödelte er. Nur um kurz darauf die Gronauer mit gespieltem Ernst zu fragen: „Warum ist dem Sohn dieser Stadt diese Ehrung so lange vorenthalten worden? Hat er noch nicht genug für Gronau getan?“

Diese Frage könnte man tatsächlich stellen. In den Gesprächen, die die Moderatoren Otto Lohle und Klaus Wiedau mit einigen Weggefährten führten, kristallisierte sich nämlich ein faszinierendes Porträt von Udo Lindenberg heraus.

Erinnerungen an Kindertage in Gronau

Schwester Inge Lindenberg skizzierte ihren großen Bruder als „verlässlichen, ehrlichen und großzügigen Menschen“, als jemanden mit großem Familiensinn und einer starken sozialen Ader. „Ich selbst arbeite ja mit behinderten Kindern. Und Udo zeigt sich daran immer sehr interessiert.“ Die Samen für die musikalische und soziale Entwicklung wurden in der Familie gelegt. „Vater Gustav wäre gerne Dirigent geworden – und Mutter Hermine hat uns zur Dankbarkeit erzogen.“

Udos „Kumpel seit der Embryonalphase“ ist Clemens Buss. Er plauderte aus den gemeinsamen Kindertagen, in denen die Basis für ihre lebenslange, intensive Freundschaft gelegt wurde. Von den ersten, aus Zweigen und Grünkohlstrünken hergestellten Trommelstöcken, mit denen Udo auf Fässer und Tonnen einschlug, die beim Edeka in der Gartenstraße reichlich vorhanden waren. „Und wir haben dort unsere erste Flasche Bier geklaut“, beichtete Clemens Buss – eine Tat, die mittlerweile verjährt sein dürfte.

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Hintergrund Udo Lindenberg  und Gronau haben sich doch lieb.

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Festakt für Udo Lindenberg im rock'n'popmuseum

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  • „Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich hier eines Tages als Ehrenbürger auf der Bühne stehe. Das ist schon echt ein Ding“, sagte Lindenberg.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Entspannt im Publikum: Musiker Udo Lindenberg wird zum Ehrenbürger von seiner Geburtsstadt Gronau ernannt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Udos ehemaliger WG-Genosse Otto Waalkes hält die ultimative Lobrede auf den neuen Ehrenbürger der Stadt Gronau: Udo Lindenberg.

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  • Udo Lindenberg bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Udo Lindenberg bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag.

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  • Udo Lindenberg bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Udo Lindenberg bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Zu den Fotografen bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag gehörte auch Lindenbergs Lebensgefährtin Tine Acke (Mitte).

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Udo Lindenberg bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Udo Lindenberg bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Udo Lindenberg bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Udo Lindenberg bei der Pressekonferenz am späten Dienstagnachmittag.

    Foto: Wilfried Gerharz

 

Hanspeter Dickel, mit dem Udo die Klassenbank drückte und Musik machte, hatte einiges an Bildmaterial aus alten Zeiten mitgebracht und lieferte die dazugehörigen Anekdoten gleich mit. Von einem Kappenfest in der Gartenstraße, bei dem Udo als Dreijähriger zu sehen ist, ein Foto, das Udo mit einem Luftgewehr in der Hand zeigt – eine Jugendsünde des ausgesprochenen Pazifisten. Ein Foto aus Dixielandtagen, eines, das ihn als – auf einem Pony sitzenden – etwas unglücklich dreinschauenden Musiker der münsterischen Band Mustang zeigt und und und: Allesamt wunderbare Einblicke aus einer Zeit, in der die Zukunft noch groß war . . .

Auch Dickel hatte ein Beispiel für die menschliche Seite seines alten Kameraden: „Als sein enger Freund Herm Eiling schwer krank wurde, hat er ihn zu sich ins Atlantic nach Hamburg geholt“, erinnerte er. Dort blieb Eiling einige Monate, bis zu seinem Tod.

„Lieber Freund, wie wunderbar, dass sich deine Heimatstadt mit dir schmücken darf“, schloss Dickel. „Du sollst wissen, dass die meisten Gronauer dich sehr lieb haben.“

Udos Musiklehrerin Almuth Gilhaus erzählte von dem Überraschungsanruf, den ihr ehemaliger Schüler ihr zum 80. Geburtstag machte. Und Steffen Smit, Lehrer an der Gronauer Realschule, berichtete über das Engagement der „Schule gegen Rassismus“, dessen Pate Udo Lindenberg ist.

Zwischendurch gab‘s Musik von der Band „Annie‘s Style“, von Rapper Dennis Buss und Schlagzeuger Felix Kerkhoff – wie Udo Eigengewächse aus der Region. Und Stars wie Clueso, Axel Prahl, Till Brönner und Helen Schneider gratulieren per Videoeinspielung.

Udo Lindenberg lobt „Vielvölkerstadt Gronau“

Dass Udo sein soziales (und finanzielles) Engagement für Gronau nicht an die große Glocke hängt, fand Bürgermeisterin Sonja Jürgens besonders sympathisch. Sei es sein Engagement für seine alte Schule oder für die Evangelische Stadtkirche. „Es interessiert dich, was in Gronau passiert. Daher freue ich mich, dass ich dir im Namen des gesamten Rates die Ehrenbürgerschaftsurkunde übergeben darf.“

Udo seinerseits gab die Komplimente zurück: „Was die Route 66 für die USA ist die B 54 hier“, rief er. Er lobte die Weltoffenheit und Entspanntheit der „Vielvölkerstadt Gronau“, die „eine Musterstadt für die Bunte Republik Deutschland“ sei. „Ich hatte das Talent und ich wollte das Abenteuer. Aber ich habe mir gewünscht: Ich komme als großer Star nach Gronau zurück. Irgendwie hat das hingehauen.“ Zum Schluss sang er „Ich schwör“ – mit geändertem Text, in dem er die Verbundenheit zwischen sich mit Gronau beschwört.

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